Xanten: Von wegen "nur" Hauptschule

Xanten: Von wegen "nur" Hauptschule

Unter dem Motto "Gemeinsam in die Zukunft – Der erste Schritt" machten Schüler im Forum der Hauptschule den Wechsel in die Berufswelt zum Thema. Gäste aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung nahmen auf dem Podium Platz.

Drei Monate hatte die Klasse 10c der Hauptschule Xanten das Projekt "Gemeinsam in die Zukunft – Der erste Schritt" vorbereitet. Heraus kam eine von Wirtschaft, Schule, Politik und der Agentur für Arbeit besuchte Podiumsdiskussion über den Wechsel von der Schul- in die Berufswelt. Als eine von sechs Schulen in Nordrhein-Westfalen durfte die Hauptschule an dem vom Land geförderten Projekt teilnehmen. Mit dabei waren Gäste von der Walter-Bader-Realschule. Basierend auf den gleichnamigen Dokumentarfilm der Regisseurin Marina Sahnwaldt erhielten die Jugendlichen im Forum der Hauptschule Gelegenheit, mit Hilfe der Filmemacherin über ihre Fragen zum Berufseinstieg zu sprechen.

Vernetzung könnte helfen

Unterstützt von Konrektor Wilfried Schönherr, Klassenlehrerin Kerstin Krätzschmar und Rektorin Ellen Nitsche luden die jungen Gastgeber die stellvertretende Bürgermeisterin Sylvia Guth-Winterink, die Beigeordnete Karin Welge, Petra Ballon-Gürtler von der Arbeitsagentur, Udo Nowakowski und Doris Christ-Hennig von der Jugendberatungsstelle Wesel sowie die Unternehmer Günter und Erik Schnickers zu fünf Podiumsdiskussionen ein. Lukas Alosery, Fatma Salim, Yannik Calmes, Julia Loth und Britta Krüger von der Walter-Bader-Realschule forderten einmal mehr, einmal weniger die Experten heraus. "Ich bin 17 Jahre alt und in Xanten geboren. Hier werde ich keine Ausbildung finden. Was unternimmt die Stadt Xanten, damit künftige Generationen vor Ort eine Ausbildung finden?", fragte Lukas Alosery Karin Welge. "Eine Vernetzung könnte helfen, so dass Gewerbetreibende über eine Infostelle im Rathaus schneller passende Bewerber finden", schlug Welge vor. Ein solches Forum könnte bei der Vermittlung helfen.

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Welchen Wert hat der Abschluss?

Auch eine Wirtschaftsförderung für Betriebe, die in Xanten vermehrt ausbilden, könnte sich die Beigeordnete vorstellen. Doch nicht nur die Perspektiven in Xanten, bewegten die Schüler. Vermehrt stellten sie sich die Frage, welchen Wert ihr Hauptschulabschluss besitze. Besonders das Jahr 2013 sorgt wegen der doppelten Abiturientenjahrgänge für Sorgenfalten. Mit aller Gewalt den Realschulabschluss anzustreben, obwohl die Stärken in der Praxis lägen, sie keine Lösung, meinte Petra Ballon-Gürtler. "Ihr müsst rechtzeitig schauen, wo eure Stärken liegen", betonte Günter Schnickers. Besonders im praktischen Bereich trumpften die Hauptschüler auf. In und durch Praktika glänzen und der Opferrolle, Hauptschüler zu sein, aktiv begegnen, so die Devise. "Ihr müsst Engagement zeigen. Wenn ihr an euren Traum glaubt, schafft ihr das", so Marina Sahnwaldt.

(RP)