Xanten: Vier Jahrzehnte Freizeitzentrum Xanten

Xanten: Vier Jahrzehnte Freizeitzentrum Xanten

Das Wassersportzentrum feiert Geburtstag. Stärkste Publikumsmagneten sind das Strandbad und das Oktoberfest.

Die Auswirkungen auf die weitere Entwicklung der Stadt ließen sich damals, Anfang 1974, sicherlich nicht absehen, allenfalls erahnen. Denn da stellte der Rat die entscheidenden Weichen für Xanten mit einer Absage an die Industrie und einem klaren Bekenntnis zum Tourismus, basierend auf den drei Säulen einer mittelalterlichen Kernstadt, auf Archäologischem Park und Freizeitnutzung. Am 22. Februar jenes Jahres gründeten Stadt, der damalige Kreis Moers und der Siedlungsverband Ruhrgebiet die Freizeitzentrum Xanten GmbH (FZX). Was einst mit einigen Skizzen auf dem Papier begonnen hatte, entwickelte sich, auch dank der Fördertöpfe des Landes, zum niederrheinischen Touristenmagneten.

Zwei Auskiesungen von Hülskens, die Süd- und die Nordsee, bildeten den Grundstock für diese Entwicklung. "Uns war es wichtig, keine reinen Baggerlöcher zu haben, sondern zwei Gewässer, die für die Freizeit nutzbar sind", sagt Diplom-Kaufmann Winfried Meyer, Leiter des FZX. "Also keine bayerischen Verhältnisse mit Privatgrundstücken, die bis ans Wasser reichen." So sind um die beiden Seen 15 Kilometer Rundweg mit Grünflächen entstanden. Im kommenden März wird das letzte Teilstück eröffnet.

Das Freibad und das Oktoberfest sind die zugkräftigsten Angebote des FZX. Foto: Ostermann (2), Fischer, Privat (2)

1978 begannen die Arbeiten für das Nibelungenbad in Wardt. "Damals war es ein Spaß- und Wellenbad, nicht mehr", erinnert sich der FZX-Leiter an die Anfänge. Später kamen Sauna und Strandbad hinzu.

Viele der ursprünglichen Vorhaben sind umgesetzt, manche blieben auf der Strecke. Wie zum Beispiel eine Tennisanlage mit Flutlicht. Es gab schon viele ähnliche Plätze in der Umgebung, der ganz große Tennisboom neigte sich dem Ende zu, so dass die Pläne wieder in die Schublade verschwanden. Anderes ist mit der Zeit dazugekommen. Mitte der 1990er Jahre kristallisierte sich der Gedanke einer Wasserskianlage immer mehr heraus. Meyer: "So etwas hat es bis dahin hier kaum gegeben. Wassersport sollte das führende Thema werden." 1998 konnten erstmals Sportler an der langen Leine des Rundkurses die Wellen der Südsee durchpflügen. Auch die Zahl der Häfen erhöhte sich entsprechend der Nachfrage auf drei.

  • Fotos : Schützen feiern Oktoberfest

Auf Freizeit- und Sportmessen ist Meyer ständiger Gast, immer auf der Suche nach neuen Ideen für das FZX. Katamaransegeln ist dazugekommen. Beachvolleyball, Adventure-Golf und im Winter eine Eislaufbahn sind ebenfalls recht neu. 2003 legte erstmals das Fahrgastschiff Seestern in Vynen ab, um Ausflügler übers Wasser nach Lüttingen zu bringen.

Viele 100 000 Besucher nutzen jährlich die Angebote des Freizeitzentrums, die Zufriedenheit liegt einer Umfrage zufolge bei über 90 Prozent. Als Haupteinzugsgebiet definiert der 60-jährige FZX-Leiter einen Umkreis von einer Autostunde von Düsseldorf über weite Teile des Ruhrgebiets bis zur niederländischen Grenze. Auch "Xantener nehmen die Anlagen sehr gut an", freut er sich. "Was hier an Walkern und Joggern auf dem Rundweg unterwegs ist, ist Wahnsinn."

Ein Glanzlicht setzt sicherlich das Oktoberfest, das das FZX in diesem Jahr zum 16. Mal ausrichtet. Angefangen hatte es mit einem Zelt für 400 Besucher. Heute pilgern an den insgesamt 16 Veranstaltungstagen aus dem ganzen Land jeweils über 4000 Festgewillte in das Zelt an der Südsee. Für Meyer hat dies den erfreulichen Nebeneffekt, dass die Einnahmen die Bilanz des FZX erheblich aufbessern. So bleibt der jährliche Zuschuss der Stadt für Betriebskosten und Investitionen auf 150 000 Euro beschränkt.

Für die Zukunft sieht Meyer das FZX gut aufgestellt. Das Marketingkonzept wird verfeinert. Der Bootspark soll erweitert werden, es gibt den Seglerinnentreff und barrierefreie Angebote. Zwei Probleme harren allerdings einer Lösung. Da ist die Zukunft der Sauna zu klären, deren Galgenfrist nächstes Jahr abläuft. Eine Sanierung ginge kräftig ins Geld. Zum anderen ist da das Gebäude des früheren Nibelungenbads. Soll es weiter genutzt werden? Wie? Oder doch ein Abriss . . . ?

Hier geht es zur Bilderstrecke: Wardter Wiesngaudi ist gestartet

(kump)