Vom Anlagemarkt: US-Steuerreform unterstützt die Aktienmärkte

Vom Anlagemarkt: US-Steuerreform unterstützt die Aktienmärkte

Wegen der zuletzt sehr guten Unternehmensergebnisse und der guten weltwirtschaftlichen Aussichten haben insbesondere die amerikanischen Aktien in den letzten Monaten anspruchsvolle Bewertungsniveaus erreicht. Diese hohen Bewertungen bergen grundsätzlich die Gefahr temporärer deutlicher Kursrücksetzer. Dies gilt umso mehr, wenn man bedenkt, dass der DowJones-Index, der sich aus 30 der größten US-Unternehmen zusammensetzt, seit November 2016 ohne nennenswerte Korrekturen nach oben tendiert. Der Gewinn beläuft sich auf mittlerweile gut 30 Prozent in diesem Zeitraum. Wie lässt sich das erklären?

Einige Gründe habe ich an dieser Stelle immer wieder genannt: niedrige Zinsen, gute Gewinnentwicklung der Unternehmen, weltweit solides Wirtschaftswachstum und hohe Liquiditätsreserven. Kurzfristig kommt nun noch ein wesentlicher Aspekt hinzu, der teilweise schon in den Kursbewegungen vorweggenommen wurde, aber auch nach vorne gerichtet noch positive Auswirkungen haben sollte: Die Steuerreform in den Vereinigten Staaten befindet sich auf der Zielgeraden und wird die Aktienkurse auch in den nächsten Quartalen stützen. Die geplante Entlastung um rund 1,4 Billionen US-Dollar wäre die größte Überarbeitung der Steuerordnung seit Präsident Reagan. Sollte der Steuersatz, mit dem US-Unternehmen ihre Gewinne versteuern, tatsächlich von nominell 35 auf 20 Prozent sinken, ist mit einem deutlichen Gewinnsprung bei S&P 500 (breiter US-Index) & Co. zu rechnen. Die DZ-Bank rechnet in diesem Fall mit einem zusätzlichen Gewinnsprung von bis zu acht Prozentpunkten. Die aktuelle Schätzung ohne Steuerreform liegt bei 11 Prozent. Weiter ist damit zu rechnen, dass Guthaben aus dem Ausland zu steuerlich günstigen Konditionen ins Inland zurückgeholt werden können. Die entsprechenden potenziellen Volumen werden auf über 1,2 Billionen US-Dollar geschätzt. Das Gros der Gelder dürfte in Form von Aktienrückkäufen und Dividenden bei Anlegern landen.

(RP)