Karneval in Xanten: Unsere jecken Bürgermeister

Karneval in Xanten: Unsere jecken Bürgermeister

Vom Römischen Kaiser Tatzelius über Kurfürst Ahls und Zauberer Schmidt und bis hin zum Bürgermonitor Görtz: Die Verwaltungschefs aus Alpen, Rheinberg, Sonsbeck und Xanten haben an Weiberfastnacht in ihren Kostümkisten gekramt - nicht selten mit viel Sinn für Humor.

Es ist Altweiber: An diesem Tag müssen sich die Verwaltungschef geschlagen geben. In den nächsten Tagen regieren die Narren. So geschehen auch gestern. Bei den Rathausstürmen in Alpen, Rheinberg, Sonsbeck und Xanten gaben Bürgermeister Thomas Ahls, Frank Tatzel, Heiko Schmidt und Thomas Görtz mehr oder weniger freiwillig den Schlüssel ab. Natürlich nicht, ohne sich vorher entsprechend zu verkleiden. Wir zeigen von links nach rechts, in welche Kostüme sich die Oberhäupter an den tollen Tagen werfen und welche Bedeutung ihre Verkleidungen haben.

Thomas Görtz - Der Bürgermonitor Da haben wir ihn wohl ganz schön geärgert: Beim Bürgermonitor der Rheinischen Post bekam Bürgermeister Thomas Görtz oftmals sein Fett weg. Man denke nur an die Fahrradstraße. Gestern nahm er, wie er selbst sagt, "die beste Erfindung des vergangenen Jahres" mit Humor. In einem Zeitungsanzug machte er eine gute Figur. Dazu trug er ein weißes T-Shirt mit einer Ampel und dem Schriftzug "Bürgermeister". Allerdings wurde das "meister" durch MONITOR ersetzt - und das auch noch in knallroten Lettern. Ob seine Ampel also auf Rot steht? Das wollte Görtz, der ab 11.11 Uhr mit seinen Mitarbeitern im Rathaus feierte, zwischendurch zum Seniorenkarneval nach Birten fuhr und rechtzeitig zum Möhnensturm zurückkehrte, nicht beantworten. Auch sein allgemeiner Vertreter und technischer Dezernent Niklas Franke, der als Ampelmännchen verkleidet war, sagte nichts dazu. Görtz allerdings zu den Möhnen: "Beim Bürgermonitor habe ich oft die A...karte gezogen. In den nächsten drei Tagen versuche ich einmal, alles richtig zu machen."

Heiko Schmidt - Der Zauberer Für den Sonsbecker Bürgermeister Heiko Schmidt heißt es in dieses Jahr "Hexerei und Zauberei". Getreu diesem Motto verkleidete sich das ganze Sonsbecker Rathausteam. So wurde auch der Bürgermeister zum Zauberer. "Wir haben mit aller Magie und Zauberei das Rathaus verteidigt", erzählte Schmidt nach dem Möhnensturm. Verloren hat er trotzdem. Machte nichts, denn danach haben alle Zauberer, Hexen und Möhnen gemeinsam im Sonsbecker Kastell - also in "Heikos Hexenküche" - um den Hexenkessel getanzt.

Frank Tatzel - Der Kaiser Beim ersten Mal als Musketier, letztes Jahr als Scheich - jetzt wollte Frank Tatzel die Macht an sich reißen. Als römischer Kaiser Tatzelius versuchte er gestern, die neue Chefmöhne Silke und deren Gefolge zu beeindrucken. Mit goldenem Lorbeerkranz im Haar und roter Schärpe über dem weißen Gewand lief der smarte Frank nicht zur Stadthauspforte - nein, schreiten war angesagt. Die Kaiserrobe hat er sich ganz neuzeitlich im Internet ausgesucht, um sie dann zusammen mit seiner Kaiser-Gemahlin Ingrid in Düsseldorf bei einem Einkaufsbummel anzulegen und zu kaufen. "Salve, Tatzelius!", hörte er das Rheinberger Volk da schon rufen. Und träume von dem Kaiserthron aus Marmor auf der Gelderstraße, den Pastor Martin Ahls als Till Eulenspiegel in der Bütt gepriesen hatte. Doch dann, bevor er sich versah, landete Tatzelius wieder in der Realität und sah sich der Möhnenschar gegenüber.

Thomas Ahls - Der Kurfürst Kritiker haben's immer schon vermutet. Seit gestern ist es raus. Bürgermeister Thomas Ahls hat sich mit der Amalien-Galerie ein Denkmal gesetzt. Sein geheimer Wunsch nach Größe offenbarte er auf seinem Amtssitz nebenan. Er schlüpfte ins Gewand des Kurfürsten und machte eine derart gute Figur, dass man auf den verwegenen Gedanken kommen könnte, er trage das Outfit mit dem Federhut öfter. Den Damen jedenfalls gefiel's so sehr, dass die mit Bützchen so gar nicht geizten. Nur gut, dass die Kurfüstin von all dem nichts mitbekam, was in der Trutzburg Rathaus so geschah. Amalie bewegte sich von ihrem Platz an der Kirche am Altweibertag keinen Millimeter von der Stelle. Das Motto der Rathaus-Möhnen "Fürstin Amalie außer Rand und Band" forderte dazu auf, auch modisch weit in die Historie zurückzuwandern. Bis zu den Ursprüngen. Wenn schon von Alpens Burg nur noch ein Torso blieb, der zudem unter einem hohlen Hügel verborgen lieg - der zudem einzustürzen droht - konnte Jeck und Jeckin den Karneval nutzen, genussvoll in Rollen zu schlüpfen, die Ortsgeschichte wieder lebendig machen. Der Kurfürst sah's angesichts winterlicher Temperaturen weltlich: "Oben rum schön warm, nur unten rutscht die Strumpfhose", verriet der Mann, der mit dem Gehstock als Insignum der Macht drei Mal aufs Parkett pochte. Um politische Verwicklungen erst gar nicht aufkommen zu lassen, hat der Kurfürst bewegte Bilder von seinem Auftritt streng untersagt. Mit Filmvorführungen hat man im Rathaus gerade wenig fürstliche Erfahrungen gemacht.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Altweiber 2018 in Xanten

(RP)