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Uneso-Welterbe: Römische Fundplätze am Fürstenberg Xanten und in Alpen-Drüpt

Niedergermanischer Limes ist Welterbe : Römische Überreste am Fürstenberg und in Drüpt

Nicht nur die Überreste der Colonia Ulpia Traiana sind ein wichtiges Zeugnis römischen Lebens am Niederrhein. Auch die Funde auf dem Fürstenberg in Xanten und im Alpener Ortsteil Drüpt spielten bei der Ernennung zum Weltkulturerbe eine Rolle.

Alpen/Xanten Jahrzehnte vor der Gründung der Colonia Ulpia Traiana 98/99 nach Christus haben die Römer in Xanten und Umgebung ihre Spuren hinterlassen. Archäologen vom LVR-Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland sind unter anderem auf dem Fürstenberg und im Alpener Ortsteil Drüpt fündig geworden. Diese Fundplätze wurden in den Bewerbungsunterlagen zum Unesco-Welterbe mit aufgenommen. Die Informationen lieferten unter anderem zerstörungsfreie Untersuchungsmethoden wie geomagnetische Messungen und Luftbildaufnahmen.


Legionenlager Fürstenberg Im Zusammenhang mit den Eroberungsversuchen von Kaiser Augustus wurden römische Soldaten nach Xanten beordert. Zirka 10 n. Chr. zogen die Truppen ein unregelmäßig geformtes Legionslager (Vetera Castra) hoch. Es war rund 57 Hektar groß und existierte etwa drei Jahrzehnte. Teilweise überlagernd entstand an dieser Stelle nordwestlich von Birten später ein zweites Lager. Es entwickelte sich zu einem der wichtigsten Stützpunkte im Römischen Imperium. Zwei Legionen kamen dort unter. Die Sollstärke einer Legion lag bei bis zu 5000 Mann. Zerstört wurde Vetera Castra 70 n. Chr. im Zuge der Revolte der Bataver.

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Das Lager wurde erst geplündert, dann angezündet. „Die Soldaten bekamen freies Geleit, sie mussten aber ihre Waffen abgeben“, sagte Archäologe Jens Wegmann vom LVR-Amt für Bodendenkmalpflege. Der römische Geschichtsschreiber Tacitus habe die damaligen Ereignisse zusammengefasst. Heute werden die Fundamente von landwirtschaftlich genutztem Boden überdeckt.


Kastell/Marschlager Drüpt Erst 2015/2016 wurden rund acht Kilometer südlich des Legionsstandorts Vetera Castra zwei ungewöhnlich große Marschlager von 15 beziehungsweise 21 Hektar und ein Hilfstruppenkastell dokumentiert. Zum Entstehungszeitraum und Namen können bislang keine gesicherten Aussagen getroffen werden, so Wegmann. In den temporären Marschlagern machten größere Truppenverbände – vermutlich zwei Legionen, Reitereinheiten sowie Infanterie – Station. Wesentlich kleiner war das Kastell (Gesamtfläche zwischen 2,4 und 3,6 Hektar). Wegmann: „Einer Hilfstruppe gehörten zirka 500 bis 1000 Soldaten an. Häufig waren es Personen, die nicht das römische Bürgerrecht besaßen.“

Zum Drüpter Kastell habe unter anderem die Kommandantur, die Wohnung des Befehlshabers sowie ein Speicherbau gehört. Nach den Aufzeichnungen von Tacitus ist es möglich, dass die während des Bataveraufstands geflohenen Soldaten vom Fürstenberg bei Drüpt von Germanen angegriffen wurden.