Ukraine-Krieg Xanten schickt humanitäre Hilfe per Post

Xanten · Die Propsteigemeinde Xanten hat Hilfsgüter für die Menschen in der Ukraine gesammelt, um sie im Winter zu unterstützen. Es sind mehr als 80 Pakete zusammengekommen. Mit der Deutschen Post gehen sie nach Osteuropa.

Sammlung von Hilfsgütern für die Menschen in der Ukraine (v.l.): Dette Scholten, Stephanie Ziegler, Sonja Potthoff und Olena Bilyk. 
  RP-Foto: arfi

Sammlung von Hilfsgütern für die Menschen in der Ukraine (v.l.): Dette Scholten, Stephanie Ziegler, Sonja Potthoff und Olena Bilyk. RP-Foto: arfi

Foto: Armin Fischer (arfi)

Die Hilfsbereitschaft in Xanten für die Menschen in der Ukraine reißt nicht ab. In Vynen sind am Samstag Hilfsgüter gesammelt worden, um sie über die Deutsche Post in das osteuropäische Land zu schicken. Aus der ganzen Umgebung kamen weit mehr Spenden zusammen, als Sonja Potthoff erwartet hatte. Bis zum Abend hätten sie mehr als 80 Pakete im Pfarrheim verstaut. „Das war der Wahnsinn.“ Potthoff hatte die Sammlung der Xantener Propsteigemeinde ins Leben gerufen.

Anlass ist eine Aktion der Deutschen Post. Das Unternehmen liefert in den Wintermonaten Hilfspakete kostenlos nach Osteuropa, um den Menschen in der Ukraine zu helfen. Dafür werden die Güter zu den Übergabepunkten an die Ukrainische Post in Polen, Ungarn und der Slowakei transportiert, und von dort aus bringt die ukrainische Post Ukrposhta die Spenden dorthin, „wo sie aktuell am dringendsten benötigt werden“, erklärt die Deutsche Post auf ihrer Internetseite.

Dadurch sei es einfach, den Menschen in der Ukraine zu helfen, erklärt Potthoff. Und die Unterstützung sei notwendig, wie die Berichte aus dem osteuropäischen Land zeigten, das vor fast einem Jahr von Russland angegriffen worden ist. Zu den Bombardierungen käme im Winter die Kälte hinzu. Die Menschen müssten frieren. Deshalb seien zum Beispiel Decken und Schlafsäcke gesammelt worden.

In dem wöchentlichen Mitteilungen der Propsteigemeinde und über die Internetseite war vorher ein Aufruf veröffentlicht worden. Am vergangenen Samstag wurde das Pfarrheim in Vynen dann von 10 Uhr bis 18 Uhr zur Annahmestelle. Am Vormittag seien Menschen beinahe minütlich mit dem Auto vorgefahren und hätten Spenden hineingebracht oder gefragt, ob ihnen beim Ausladen geholfen werden könne, berichtete Potthoff. Manche seien auch spontan geblieben, um dabei zu helfen, die Spenden anzunehmen, zu sortieren und zu verpacken.

Gesammelt wurden Lebensmittel und Hygieneartikel wie Duschgel, Zahnbürsten oder Windeln, aber auch medizinische Produkte wie Verbandsmaterial und Desinfektionsmittel. Die Helfer nahmen die Spenden an, sortierten sie und schnürten Hilfspakete – zum einen für Familien, zum anderen für Kinderheime, Arztpraxen sowie Krankenhäuser. Das ist eine Vorgabe der Deutschen Post, damit die Pakete direkt zugestellt werden können.

Die Pakete mussten auch alle beschriftet werden – in Deutsch, Englisch und Ukrainisch. Dabei halfen ukrainische Menschen, die wegen des Krieges nach Xanten geflüchtet sind. Einwohner mit polnischen Wurzeln halfen bei der Übersetzung. Ein Teil der Pakete muss auch noch beschriftet werden. Einen Teil hat Sonja Potthoff am Montag schon zur Post gebracht. Ihr ganzes Fahrzeug war voll beladen. Trotzdem bekam sie nur einen Teil mit. Sie wird noch bestimmt zweimal zur Post fahren müssen. So viel wurde gespendet.

Manche hätten extra dafür eingekauft, andere hätten etwas von ihren eigenen Sachen abgegeben, berichtete Potthoff. Es seien gute Sachen. Alle hätten darauf geachtet, dass es neue oder neuwertige Güter sind. Zwischendurch seien es so viele Spenden gewesen, dass das Annehmen, Sortieren und Verpacken anstrengend gewesen sei. Aber die Stimmung sei gut gewesen. „Es hat Spaß gemacht.“

(wer)
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