1. NRW
  2. Städte
  3. Xanten

Xanten: Über Grenzen hinweg

Xanten : Über Grenzen hinweg

„Klassik meets Jazz“ ist das Motto bei der nächsten „Tastengala“ mit Gabriele Schepers-Wittig, Wolfgang Schwering und Tae-Sung Chung. Die RP präsentiert das Konzert des Xantener Vereins für Stadtkultur.

Wenn zwei in die Tasten hauen, kann es am Klavier schon mal eng werden. Beim vierhändigen Musizieren heißt es eng zusammenrücken. „Ist das okay für dich mit dem Hocker?“, fragt Wolfgang Schwering und rückt seinen Stuhl vor dem Klavier zurecht. Seine Duettpartnerin ist zufrieden mit der Sitzverteilung. „Man muss sich gut aufeinander einstellen, damit man nicht in die Gefilde des anderen kommt“, weiß Gabriele Schepers-Wittig.

Keine Probleme mit der Koordination gibt es bei den Proben für die Tastengala „Klassik meets Jazz“, die am Freitag, 12. Januar, um 20 Uhr, im Rathaussaal stattfindet. Die Xantener Pianistin und Konzertsängerin Gabriele Schepers-Wittig und Regionalkantor Wolfgang Schwering sitzen nicht zum ersten Mal gemeinsam am Flügel. Im Oktober 2005 bei der Auftaktsveranstaltung zur Konzertreihe im Rathaus traten sie erstmals zusammen auf. Auch Tae-Sung Chung war schon bei der ersten Tastengala dabei.

Debussy, Satie, Chopin, Schumann

Während Schepers-Wittig und Schwering solo und im Duett mit Klassikern von Debussy, Satie, Chopin, Schumann und Dvorak aufspielen, sorgt Chung für den jazzigen Part. Dabei soll es zu einer echten Begegnung der Musikstile kommen. Der Jazzpianist wird unter anderem über ein bekanntes deutsches Volkslied und ein Adagio cantabile von Beethoven improvisieren. „Ich habe erst überlegt, ob ich ein klassisches Stück spielen soll, aber das überlasse ich lieber den anderen“, sagt Chung.

  • Ein Polizeiwagen (Symbolbild).
    Demo gegen Corona-Maßnahmen in Xanten : „Aggressives Verhalten“ – Polizei nimmt Personen mit zur Wache
  • Ein Zug der RB 31 passiert
    Zugverbindung zwischen Xanten und Duisburg : Verband nimmt RB 31 unter die Lupe
  • Warnschild an einem Umspannwerk (Symbolbild).
    Ursache waren Bauarbeiten : Erneut fiel der Strom in einem Teil von Xanten aus

Obwohl er selbst ganz klassisch mit dem Klavierspielen angefangen hat, ist die stilistische Grenzüberschreitung für ihn eine neue Erfahrung. „In den 70er Jahren war das mal ganz in, aber ich habe es vorher noch nie gemacht“, berichtet Chung. Während man bei den Jazz-Improvisationen auf Überraschungen hoffen darf, sind die klassischen Musiker an die Überlieferung gebunden, doch auch da ist noch Neues zu entdecken. „Es gibt so viel interessante Literatur für vier Hände. Für die Leute ist es sehr spannend, das zu erleben“, findet Schepers-Wittig. Für das Pianoduett hat sie „Bilder aus dem Osten“ von Robert Schumann und einen Slawischen Tanz des tschechischen Komponisten von Dvorák ausgesucht. „Dvoráks Slawische Tänze sind sehr beliebt, weil sie so etwas schwungvolles haben“, sagt die Xantenerin. Bei der ersten gemeinsamen Probe mit Duettpartner geht es allerdings noch nicht ganz so flott zur Sache. „Wir fangen am besten ganz ruhig an“, schlägt Schwering vor. Der kraftvolle Rhythmus des Stückes kommt vierhändig besonders gut zur Geltung.

Noch weitere Proben

Doch das geschulte Musikerohr hört auch kleinste Unregelmäßigkeiten deutlich heraus. „An manchen Stellen sind wir schon gut zusammen, an anderen noch gar nicht. In der Musik kommt es auf Bruchteile von Sekunden an. Man muss lernen, die Melodie gemeinsam zu fühlen“, erklärt Schwering. „Wir werden uns nächste Woche sicher noch ein paar Mal zum Proben treffen“, sagt Schepers-Wittig. Bis zur Gala sollen alle Töne sitzen.

(RP)