1. NRW
  2. Städte
  3. Xanten

Töpferei Covaci in Xanten: Handwerker mit Fingerspitzengefühl

Töpferei Covaci in Xanten : Handwerker mit Fingerspitzengefühl

Keramiker Peter Covaci aus Xanten öffnet am Wochenende die Türen seiner Töpferei und zeigt seine Arbeit. Wenn er sich an den Drehteller setzt, sieht es so einfach aus – aber es sind Übung, Können und Erfahrung nötig.

Handwerker wie Peter Covaci sind selten geworden. Werkstätten wie seine in Xantens Ortsteil Lüttingen gibt es nicht mehr so viele. Dabei ist sein Beruf einer der ältesten der Welt. Schließlich wurden Teller, Becher und Gefäße schon immer benötigt. Die ersten Keramikarbeiten sollen sogar etwa 24.000 Jahre alt sein, und durch die Erfindung einer schnelldrehenden Töpferscheibe um 4000 vor Christus sollen Gefäße aus Ton schon damals zur Massenware geworden sein. Aber heute wird vieles industriell gefertigt. Peter Covaci macht dagegen noch alles überwiegend von Hand. Das ist teurer. Aber dafür ist es kreative Wertarbeit.

Dabei kann ihm jeder über die Schulter schauen, vor allem an diesem Wochenende: Der Keramiker beteiligt sich am Tag der offenen Töpferei. Am Samstag und Sonntag, 12. und 13. März, öffnet er jeweils von 10 Uhr bis 18 Uhr seine Werkstatt und erklärt seinen Besuchern, wie er aus einem Klumpen Ton etwas herstellt, zum Beispiel Blumenvasen, Tischlampen, Zimmerbrunnen, Kaffeebecher, Geburtstagsteller oder Bierkrüge. Keramikarbeiten machen natürlich auch andere. Insgesamt sind mehrere Hundert Werkstätten beim Tag der offenen Töpferei dabei. Aber sie verteilen sich über das gesamte Bundesgebiet, und am Niederrhein sind die nächsten Adressen Dinslaken, Kerken, Haltern, Coesfeld. Und eben Xanten.

  • Guido Zenke gibt Einblicke in sein
    Kunsthandwerk am Niederrhein : Zum Töpfertag öffnen Ateliers ihre Türen
  • Monika Zimmer (l.) aus Neuss war
    31. Töpfer- und Handwerkermarkt in Sevelen : Das Töpferdorf ist wieder kreativ
  • Schöne, nützliche und kuriose Objekte gab
    Töpfermarkt : Keramikkünstler umlagern Schloss Rheydt

Peter Covacis Werkstatt liegt an der Hagelkreuzstraße in Lüttingen, hinten im Haus, sie erstreckt sich über zwei Räume. Vorn hat er eine Werkbank, einen Tonschneider, eine Drehscheibe und ein Regal, auf dem die frisch geformten Arbeiten stehen, damit sie trocknen können. Erst dann kommen sie in einen der drei Öfen, die im hinteren Raum stehen. Er ist vor allem ein Lager. Unzählige Keramikwaren hat Peter Covaci dort ausgestellt: Teller und Tassen, Becher und Brunnen, Schüsseln und Skulpturen, in verschieden Farben und Größen, mit Glasur und ohne. Jedes Exemplar ist ein wunderbares Stück Handwerksarbeit. Gelernt ist eben gelernt. Und dann sieht es auch leicht aus, ist es aber nicht.

Vor allem in den Händen ist viel Gefühl erforderlich, sagt Covaci. Er schneidet etwas Ton ab, packt ihn auf die Drehscheibe und setzt sich davor auf einen Hocker. Dann legt er seine Hände auf den Klumpen, tritt mit seinem Fuß auf das Pedal an der Seite, und der Teller fängt an, sich zu drehen. Der Xantener legt seine Hände auf den Ton, zieht ihn langsam nach oben und formt aus ihm ein Gefäß, während er seine Finger immer wieder in einer Schale mit Wasser befeuchtet. Nach etwa zwei Minuten steht ein Becher auf dem Drehteller.

Sicher, einige Arbeitsschritte fehlen noch, damit daraus getrunken werden kann. Der Becher müsste trocknen, das kann einige Zeit dauern, dann müsste er in den Ofen bei mehr als 1200 Grad Celsius. Aber es ist erstaunlich, wie schnell Covaci nur mit seinen Händen aus 200 bis 300 Gramm Ton so etwas geformt hat. Er habe etwa zwei Jahre gebraucht, bis er es so gut könne, sagt der Töpfermeister.

Ursprünglich hat er Möbelschreiner gelernt. Anfang der 1980er Jahre machte er an der Keramikfachschule in Rheinbach eine Umschulung. Nach weiteren zwei Jahren legte er die Meisterprüfung ab. Die Töpferei an der Hagelkreuzschule in Lüttingen führte er anschließend gemeinsam mit seiner Frau. Seit ihrem Tod macht er allein weiter.

Auch die Corona-Pandemie hat er überstanden, obwohl sein Geschäft sehr darunter gelitten hat. Viele Keramikmärkte fielen aus, und auf ihnen verkauft er vor allem seine Waren. Mit der Corona-Hilfe von Bund und Land habe er seine Werkstatt halten können. Und in diesem Jahr hofft er wieder auf mehr Keramikmärkte. Die ersten sind für Mai geplant. 15 bis 17 Märkte will er in diesem Jahr besuchen.

Darauf bereitet er sich schon vor. Deshalb arbeitet Peter Covacis auf Vorrat, sonst kommt er im Laufe des Jahres, wenn er an den Wochenenden auf Keramikmärkten ist, mit der Produktion nicht mehr hinterher. Die meisten Sachen stehen hinten im Lager. Aber eine Auswahl zeigt er vorn im Haus, in einem Verkaufsraum mit Schaufenster zur Hagelkreuzstraße. Vor allem Gebrauchsgeschirr in verschiedenen Farben und Größen steht in den Regalen. Der Töpfermeister präsentiert hier aber auch Skulpturen und andere Kunstwerke. „Solche Sachen bekommen Sie nirgendwo sonst“, sagt der Töpfermeister. „Dafür müssen Sie zu mir kommen.“

Hier geht es zur Bilderstrecke: So arbeitet Töpfermeister Peter Covaci aus Xanten

(wer)