Tagung im APX Niedergermanischer Limes soll besser vermarktet werden

Xanten · Touristiker sehen im Niedergermanischen Limes ein großes Potenzial für den Tourismus. Auf einer Tagung sprechen sie mit Archäologen und anderen Fachleuten, wie sich das Unesco-Welterbe besser vermarkten lässt, ohne dass das Denkmal darunter leidet.

 Tagung in Xanten: Fachleute besprechen, wie sich der Niedergermanische Limes besser vermarkten lässt.   RP-Foto: Ostermann

Tagung in Xanten: Fachleute besprechen, wie sich der Niedergermanische Limes besser vermarkten lässt. RP-Foto: Ostermann

Foto: Olaf Ostermann (oo)

NRW hat seit 2021 ein sechstes Unesco-Welterbe, den Niedergermanischen Limes, der sich von Rheinland-Pfalz bis in die Niederlande quer durch Nordrhein-Westfalen erstreckt, von Bonn über Köln und Xanten bis nach Kleve. Aber was macht das Land, was machen die Kommunen damit? Wie vermarkten sie es, wie holen sie Touristen zu den Stätten des Niedergermanischen Limes? Und wie schützen sie gleichzeitig das Bodendenkmal?

Darum geht es auf einer zweitägigen Tagung im neuen Entdeckerforum des LVR-Archäologischen Park Xanten (APX), die am Dienstag begonnen hat. Fachleute aus Tourismus, Archäologie, Kulturvermittlung und Museumsarbeit sprechen über die bessere touristische Vermarktung, aber auch den Schutz des Welterbes. Aus Xanten sind zum Beispiel Vertreter der Stadt, der Tourist-Information (TIX), des APX, des Freizeitzentrums Xanten (FZX) und der Dombauhütte dabei.

„Der Niedergermanische Limes ist Teil der Grenze des früheren Römischen Reiches und kann daher viele Geschichten erzählen“, erklärte Heike Döll-König, Geschäftsführerin des touristischen Landesverbands Tourismus NRW, am Dienstag. An vielen Orten würden diese Geschichten schon spannend vermittelt, jedoch nicht als Ganzes. „Das wollen wir ändern, denn die Vermarktung des Unesco-Welterbes bietet noch weit größeres touristisches Potenzial, das wir gemeinsam ermitteln und künftig in Wert setzen möchten.“ Deshalb sei die Idee entstanden, auf einer gemeinsam Tagung die Zusammenarbeit zu intensivieren, indem sich die Teilnehmer gegenseitig informierten, was sie bereits planen, um dann zu einem gemeinsam Handeln zu kommen, erklärte APX-Leiter Martin Müller.

Die Tagung sei „ein erster Aufschlag“ für die weitere Zusammenarbeit, um „Wertschöpfung in die Region zu generieren“, sagte Martina Baumgärtner, Geschäftsführerin des Niederrhein Tourismus. Sie hoffe, dass von den zwei Tagen „ein Spirit“ ausgehen werde, dass Touristiker und Denkmalpfleger künftig gemeinsam an einem Strang ziehen, ergänzte Döll-König. Bei der Tagung gehe es darum, zwei Seiten zu verbinden, die sonst unterschiedliche Sprachen benutzten, die Kulturbewahrer und die Kulturvermarkter, sagte Erich Claßen, Landesarchäologe und Leiter des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege im Rheinland. „Deshalb müssen wir ins Gespräch kommen.“ Das „große touristische Potenzial“ des Niedergermanischen Limes solle gehoben werden – „aber wir wollen es so heben, dass es nachhaltig ist“, erklärte Claßen. „So ein Tourismus wird dem Denkmal nicht schaden.“

Die Tagung wird vom Landesverband Tourismus NRW, dem Niedergermanischen Limes, dem Landschaftsverband Rheinland (LVR), und dem Niederrhein Tourismus ausgerichtet. Gefördert wird die Veranstaltung vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen. Der Niedergermanische Limes wurde 2021 von der Unesco zum Welterbe ernannt. Er trennte einst das Römische Reich von Germanien. Weitere Welterbe-Stätten in NRW sind der Aachener Dom, der Kölner Dom, das Schloss Corvey, die Schlösser Augustusburg und Falkenlust und die Zeche Zollverein.

(wer)