Tafel Xanten nabelt sich von Rheinberg ab

Stadt stellt eigenes Gebäude in Aussicht : Tafel Xanten nabelt sich von Rheinberg ab

Der Verein wird selbstständig. Die Spenden fließen ihm nun direkt zu. Die Stadt will nun auch ein Gebäude für die Tafel kaufen.

Es ist eine Trennung in beiderseitigem Einvernehmen. Vom 1. Januar 2019 an firmiert die Xantener Tafel unter eigenem Namen. Bislang war sie eher Außenstelle und Ausgabestelle der Tafel Rheinberg und dem Träger Caritas. Das wird zum Jahreswechsel der Vergangenheit angehören. „Wir sind dann selbstständig“, freut sich Harald Rieberer, der Vorsitzende des Trägervereins. Außerdem wird sie in ihren Räumen an der Boxteler Straße bleiben können, denn die Stadt wird das Gebäude kaufen. Der Hauptausschuss stimmte dem zu.

Die Tafel ist bei ihrer Arbeit für Bedürftige vor allem auf Spenden angewiesen. Einen Großteil holen ehrenamtliche Mitarbeiter bei Unternehmen wie Discountern ab. Artikel, die nicht mehr verkauft werden, die aber noch völlig in Ordnung sind. Außerdem kommen Spenden herein - in bar, per Überweisung oder auch als Sachspende. „Letztens erst hat eine Frau für einige Hundert Euro eingekauft und uns die Sachen gebracht“, erinnert sich Harald Rieberer. „Sie hatte von uns eine Liste erhalten mit Dingen, die wir am nötigsten brauchen.“ Nach dem Erfolg 2017, als die Stiftsgymnasiasten 1000 Artikel für die Tafel von zu Hause mitbrachten, wird diese Aktion in diesem Dezember wiederholt, diesmal erweitert um die Gesamtschule. Spenden per Überweisung mussten bis dato immer auf das Caritas-Konto fließen. Wurde als Verwendungszweck nicht ausdrücklich die Tafel Xanten vermerkt, floss das Geld in die allgemeine soziale Arbeit des Trägers. Darum sagt auch Bürgermeister Thomas Görtz: „Ein eigener Verein ist auch eine Frage der Identifikation.“

Diese neue Ausrichtung musste nicht nur juristisch vorbereitet sein, damit auch künftig Spendenquittungen für das Finanzamt ausgestellt werden können. Auch die Frage der Eigentumsübertragung war zu klären. Schließlich hat die Tafel Xanten in den vergangenen Jahren verschiedene größere Investitionen vornehmen können, auch mit Hilfe von Zuschüssen der Sozialstiftung und aus der Wirtschaft.

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Etwa 120 bis 150 Familien kommen zur Boxtelstraße. „Dahinter stecken aber viel mehr Schicksale. Wir rechnen mal drei“, erläutert Rieberer. Es sind zumeist Hartz IV-Empfänger, Arbeitslose oder Rentner, die alle den Euro dreimal umdrehen müssen. Viele kommen auch aus Sonsbeck, wo es keine eigene Tafel gibt. „Ich finde es nur fair, wenn man sich von dort beteiligt“, sagt Görtz.

Die CDU hatte eine langfristige Sicherung des Gebäudes für die Tafel beantragt: „Eine indirekte Unterstützung durch eine Sicherung der Räumlichkeit mit einem weiterhin verträglichen Pachtzins ist außerordentlich wünschenswert.“ Das kann die Stadt mit dem nun bewilligten Ankauf in die Wege leiten. 45 Männer und Frauen wirken hier ehrenamtlich mit. „Wir suchen weitere Mitarbeiter“, betont Rieberer.

Die neue Kontoverbindung für Spenden an die Tafel Xanten lautet:
DE 73 3545 0000 1101 0854 29.

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