Stiftsgymnasium sammelt Lebensmittel Schülerhilfe für die Xantener Tafel

Xanten · Die Zahl der bedürftigen Menschen ist deutlich gestiegen. Mittlerweile werden mehr als 1000 Erwachsene und Kinder von der Tafel versorgt. Das Stiftsgymnasium sammelte deshalb wieder Lebensmittelspenden.

 Die Lebensmittelspenden wurden in Kisten verpackt, um sie zur Ausgabestelle an der Boxtelstraße zu bringen: Gudrun Rieberer und Mechtild Lauff von der Xantener Tafel, Georg Gerißen vom Stiftsgymnasium.

Die Lebensmittelspenden wurden in Kisten verpackt, um sie zur Ausgabestelle an der Boxtelstraße zu bringen: Gudrun Rieberer und Mechtild Lauff von der Xantener Tafel, Georg Gerißen vom Stiftsgymnasium.

Foto: Armin Fischer (arfi)

Schüler des städtischen Stiftsgymnasiums in Xanten haben zusammen mit ihren Eltern Lebensmittel gekauft und an die Tafel gespendet, um bedürftige Familie zu unterstützen. Dafür brachten sie zum Beispiel Mehl, Nudeln, Reis, Zucker und Öl, aber auch Äpfel, Mandarinen und Gurken morgens in die Schule. In einem Raum wurden die Packungen, Konservendosen und Flaschen gesammelt. Mehrere Kisten kamen dadurch am Montag, Dienstag und Mittwoch zusammen.

Die Lebensmittel werden von der Tafel dringend gebraucht. Das Team um Gudrun und Harald Rieberer versorgt mittlerweile rund 250 Haushalte mit mehr als 1000 Menschen in Xanten, Sonsbeck und Umgebung. Die Zahl ist in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Das liegt zum einen daran, dass in Xanten wieder mehr Menschen leben, die aus ihrer Heimat flüchten mussten, zum Beispiel wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine. Das liege aber auch daran, dass mehr Menschen wegen der gestiegenen Preise auf Hilfe angewiesen seien, berichtete Gudrun Rieberer.

Gleichzeitig sei es schwieriger geworden, Spenden zu bekommen, erklärte sie weiter. Die Tafel erhält die Lebensmittel und die anderen Waren, die sie einmal pro Woche an bedürftige Menschen verteilt, vor allem von Supermärkten und Discountern. Wegen der gestiegenen Preise kalkulierten aber auch diese Unternehmen knapper als früher, sodass weniger für die Tafel übrig bleibe, berichtete Rieberer. Deshalb suche sie immer wieder nach neuen Spendern. Sie habe auch schon bei Landwirten nachgefragt, ob diese zum Beispiel Gemüse abgeben könnten, was sie sonst vielleicht unterpflügen würden.

Umso dankbarer ist Rieberer für die Unterstützung, die sie und ihr Team von den Gymnasiasten und deren Familien bekommen. Zumal diese spenden, obwohl bestimmt auch sie die höheren Preise für Energie und Lebensmittel in ihrem Portemonnaie oder auf ihrem Konto spüren werden. An den ersten beiden Tagen war es auch weniger als in früheren Jahren. Die Situation ist für viele Menschen gerade nicht leicht. Die Spendenaktion am Gymnasium für die Xantener Tafel muss auch erst wieder anlaufen. Wegen der Corona-Pandemie war sie zwei Jahre lang nicht möglich gewesen.

Die Unterstützung hatte 2016 begonnen. Damals gab das Stiftsgymnasium ein Benefizkonzert im Xantener Dom. Anstatt Eintritt zu nehmen, wurde um Spenden für die Tafel gebeten. In den folgenden Jahren war ein weiteres Benefizkonzert aus organisatorischen Gründen nicht möglich. Das Gymnasium wollte die Tafel aber weiter unterstützen, auch damit die Schülerinnen und Schüler ein Bewusstsein dafür bekommen, dass es hier in Xanten genauso wie anderswo Menschen gibt, die es schwer haben im Leben, erklärt der stellvertretende Schulleiter Georg Gerißen. Also wurden Lebensmittelspenden gesammelt.

(wer)
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