Xanten: Tafel-Kinder feiern mit Weihnachtsmann

Xanten: Tafel-Kinder feiern mit Weihnachtsmann

Dank der finanziellen Unterstützung der Lions gab es gestern Nachmittag für 57 bedürftige Kinder eine Weihnachtsfeier in den Räumen der Xantener Tafel. Auf Einladung von Bürgermeister Thomas Görtz kam auch der Weihnachtsmann.

Was für ein schönes Bild: Da sitzen 57 Kinder zwischen zwei und 13 Jahren an extra für sie schön festlich gedeckten Tischen, mitten drauf eine Kerze in einem verzierten Glas. Vor sich hat jedes Kind einen Teller mit Muffins und einem kleinen Nikolaus, Kakao-Trinkpäckchen, Orangensaft - und dann geht die Tür auf, und der Weihnachtsmann kommt rein. So geschehen gestern Nachmittag dort, wo ehemals die Raiffeisen-Warengenossenschaft ihr Domizil hatte und seit einiger Zeit die Ausgabe der Tafel Xanten ist. Ein Ort, an dem Frauen und Männer ehrenamtlich arbeiten und bedürftige Menschen mit Lebensmitteln versorgen.

Auch gestern waren sie wieder zur Stelle, haben auch dank finanzieller Unterstützung der Xantener Lions für 57 Kinder Tüten mit Süßigkeiten füllen können, für jedes Kind eine. Auf einem langen Tisch waren Spielsachen aufgebaut, aus denen sich nach der Feier jedes Kind etwas aussuchen konnte. Den Weihnachtsmann hatte Bürgermeister Thomas Görtz "besorgt": Bobori vom Zirkus Casselly hatte keine Sekunde gezögert, als Görtz anfragte, ob er sich etwas Zeit nehmen könnte für Kinder von Asylsuchenden und aus Familien, die Unterstützung benötigen.

Bobori hatte direkt einen Draht zu den Kindern, die aus verschiedenen Ländern und Kulturen kommen - und genau wussten, wer er war: "Der Weihnachtsmann", schallte es aus vielen Kehlen auf die Frage, wer er denn wohl sei. Und sie kannten (fast) alle das Lied von der "Weihnachtsbäckerei", sangen mit Bobori und Michele Nolde, wurden dabei von Moritz Ruiz auf der Gitarre begleitet. Auch diese beiden jungen Menschen hatten sich Zeit genommen für die Kinder, arbeiten ehrenamtlich bei der Tafel mit. "Hier warten Menschen auf euch, die was zu essen und zu trinken haben", dankte ihnen Bobori , und alle Kinder applaudierten.

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"Wo sind denn die Rentiere und dein Schlitten?" wollte ein Kind wissen. "Die können draußen nicht laufen, es fehlt der Schnee". Ob er mal an seinem Bart ziehen dürfte, fragte ein kleiner Junge den Weihnachtsmann - "klar. Aber dann darf ich auch bei dir irgendwo ziehen, ja?" Oh oh", entfuhr es dem Neunjährigen, und er zog ganz vorsichtig. Man konnte ja nicht wissen...

Ob denn einer ein Gedicht kennen würde, fragte Bobori. Samuel kannte eines: "Dicke rote Kerzen, Tannenzweigenduft und ein Hauch von Heimlichkeiten, liegt jetzt in der Luft. Und das Herz wird weit, macht euch bereit, bis Weihnachten, bis Weihnachten ist's nicht mehr weit". Malia wollte ein Lied singen, da verließ sie der Mut. Eine Helferin der Tafel nahm das Mädchen auf den Arm, dann war es okay, und die Kleine sang von dem Tannenbaum, der so schön grünt, nicht nur zur Sommerszeit.

Geduldig warteten die Kinder dann, als es ans Verteilen der Tüten ging. Tischeweise kamen sie nach vorne zu Bobori. Der nahm sich die Zeit und wechselte mit jedem Kind freundliche Worte. Auch mit den vier Geschwistern aus Syrien, die seit zwei Jahren in Xanten leben und drei, zehn, elf und 13 Jahre alt sind und strahlend jedes einzelne Teil aus der Tüte zogen, das die Helfer der Tafel hineingepackt hatten. Bobori, der Weihnachtsmann, war sehr ergriffen: "Egal welche Sprache die Kinder sprechen: Alle haben mich mit funkelnden Augen angesehen. Das war unglaublich schön."

(RP)