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SV Sonsbeck bietet Zwischen-Lösung für Toilette am Skatepark

Angebot vom SV Sonsbeck : Zwischen-Lösung für Skatepark-WC

Der SV Sonsbeck hat angeboten, seine Anlage im Vereinsheim für die öffentliche Nutzung vorübergehend bereitzustellen. Langfristig halten die Grünen aber am Bau einer Trockentoilette fest.

Es war eine überraschende Wendung in der Debatte um eine Toilettenanlage am Skatepark, von der Bauamtsleiter Georg Schnitzler im Bauausschuss berichten konnte. Der SV Sonsbeck habe sich bereiterklärt, ein im Vereinsheim befindliches WC auch für die Besucher der Freizeitfläche an der Parkstraße öffentlich zugänglich zu machen. Dem vorausgegangen war ein Antrag der Grünen, die den Bau einer barrierefreien, selbstreinigenden Trockentoilette beantragten.

Die Fraktion erachtet das weitläufige grüne Areal als „einer der wenigen attraktiven Treffpunkte“ in Sonsbeck. Die Freizeitfläche an der Parkstraße mit Spielplatz, Skaterbahn sowie der Nähe zum Rückhaltebecken und Bolzplatz habe sich zum beliebten Ort für alle Generationen entwickelt. Den Grünen zufolge entstehe daraus aber auch ein Bedarf für den Bau einer öffentlichen Toilettenanlage. Von der Fraktion favorisiert wird eine selbstreinigende und barrierefreie Trockentoilette, wie sie etwa auch im Xantener Kurpark zu finden sind.

Das Problem: Ein derartiger Neubau ist im Haushalt 2021 nicht vorgesehen. Den von den Grünen auf Basis eines Herstellerangebots geschätzten Baukosten von 30.000 Euro stellte die Verwaltung eine Kalkulation von 55.000 Euro entgegen, die noch Untergrundarbeiten, Heizung und Beleuchtung beinhaltet. Hinzu kämen Reinigungs- und Versicherungskosten, die sich auf jährlich rund 31.500 Euro beliefen. Für die Schätzung der Unterhaltskosten zugrunde gelegt wurden Angaben der Stadt Xanten, deren Kurpark-Toiletten zweimal täglich gereinigt, zudem morgens auf- und abends zugeschlossen werden.

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Die Verwaltung schlug deshalb als Alternative eine barrierearme mobile Toilette vor, deren jährliche Miete von 2900 Euro sämtliche Unterhaltskosten enthalte. Jedoch sei hierbei vertraglich nur eine wöchentliche Reinigung möglich. Eine Beleuchtung gebe es nicht. Und für die Vorbereitung der Aufstellungsfläche würden rund 5000 Euro fällig. Markus Krebber (CDU) betonte, die Miet-Toilette sei nur eine vorübergehende Lösung für den Rest der Saison. Dadurch ließe sich aber der Bedarf untermauern, sodass man bei den nächsten Haushaltsberatungen aufgrund von Erfahrungsdaten über eine feste WC-Anlage nachdenken könnte.

Zufrieden waren die Grünen mit dieser Argumentation nicht. Eine Zwischen-Lösung, die nur einmal wöchentlich gereinigt wird, könne nicht als Gradmesser dafür dienen, ob eine hochwertige Toiletten-Anlage angenommen würde, sagte Christoph Fromont. Zudem empfand er Kosten von 5000 Euro, allein um die Fläche für eine Miet-Toilette herzurichten, als übertrieben.

Fromont plädierte dafür, vorübergehend das Angebot des SV Sonsbeck anzunehmen, das Damen-WC am Kunstrasenplatz zur öffentlichen Unisex-Toilette umzufunktionieren. Abschließende Details, so Matthias Broeckmann (CDU), der auch zweiter Vorsitzender des Sportvereins ist, müssten noch geklärt werden. So werde wahrscheinlich eine bauliche Maßnahme notwendig, damit die Toiletten-Nutzer nicht in die weiteren Vereinsräume gelangen können. Grundsätzlich sei der Vorstand aber einverstanden. „Und ganz wichtig, auch unsere Reinigungskraft, die dadurch ja einen Mehraufwand hat“, so Broeckmann.

Obwohl im Bauausschuss erstmals erwähnt, stimmten alle Mitglieder für diese Lösung. Die Grünen zogen ihren Antrag vorerst zurück, wollen langfristig aber an einem Neubau festhalten.