Xanten: Stute "Elisabeta" soll in Hamb bleiben

Xanten : Stute "Elisabeta" soll in Hamb bleiben

Gern würde Rollstuhlfahrer Bastian Schwarma das begabte Tier zum Therapiepferd ausbilden. Doch es fehlen 1200 Euro. Mit Aktionen versucht er, das Geld zusammen zu bekommen.

1200 Euro fehlen noch, damit die italienische Stute Elisabeta auf dem "Großen Talhof" in Hamb bleiben kann. Und das wäre der größte Wunsch von Bastian Schwarma. Um sich diesen Wunsch zu erfüllen, hat er schon Kuchen und "Trödel" verkauft, seine Ersparnisse zusammen gekratzt und Freunde und Verwandte um finanzielle Unterstützung gebeten. Die zweieinhalbjährige Elisabeta soll in Hamb als Therapiepferd ausgebildet werden, denn Bastian hat spastische Diplegie in den Beinen. "Früher wurde gesagt, dass ich nie würde laufen können", berichtet der 26jährige. Doch er kann (kürzere Strecken) laufen. Seit er denken kann, wurde er in den Sattel gehoben. "Ich bin immer schon geritten. Wenn ich das nicht tun würde, könnte ich nicht laufen", betont der Hamber.

"Das sind ganz viele Impulse, die ich beim Reiten vom Pferd bekomme. Klar tut es erst weh, denn die Sehnen und alles werden gestreckt, aber es hilft", beschreibt Schwarma. Und mit einem Pferd wie Elisabeta klappt es besonders gut. "Wenn man im Rollstuhl sitzt und das Pferd kommt einfach auf dich zu und zeigt keinerlei Angst, dann ist das toll. Sie nimmt mich so wie ich bin."

Dazu gehört auch, dass die Stute sich nicht von dem krankheitsbedingt verstärkten Druck der Schenkel beeindrucken lässt, sondern beim ersten Arbeiten unter dem Sattel zeigte, dass sie sich bei Bastian von der Stimme leiten lässt. Sein Onkel, der in Italien lebte, entdeckte die Charakterstute dort. In Belgien gezogen, kam sie so von Italien nach Hamb. "Sie war wie ein Wildpferd. Es hatte noch keiner mit ihr gearbeitet. Somit hatte sie keinerlei schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht, allerdings haben ihre Besitzer in ihrer Heimat schlechte Erfahrungen gemacht, was die Ausbildung angeht. Seit November ist Elisabeta am Niederrhein. Könnte sie auf dem "Großen Talhof" bleiben, würde die Ausbildung behutsam vor sich gehen.

Bastian Schwarma hat bereits eine 20jährige Therapie-Stute. Elisabeta würde als Nachfolgerin ausgebildet. Der junge Mann möchte seine Pferde nicht nur für den Eigenbedarf. Da er bei der INI (Initiative Integratives Leben) Sonsbeck arbeitet, kennt er die Problematik, die sich auftut, wenn Therapiereitstunden gesucht und finanziert werden müssen. "Mit meiner eigenen Erfahrung weiß ich, wie man es angehen sollte – und wie viel es bewirken kann."

So stellt er sein Pferd gerne in den Dienst der guten Sache. Auch mit Elisabeta würde er später gerne Kindern unter seiner Anleitung die Möglichkeit geben, dieses Gefühl entweder auf dem Rücken des Pferdes oder im gezogenen Zweisitzer auszukosten. Doch dazu benötigt er zuerst das fehlende Geld. "Ich möchte Elisabeta nicht wieder zurück nach Italien lassen. Wenn sie zurückgeht, wird sie dort verkauft und ich höre nie wieder etwas von ihr."

(rim)
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