Sonsbeck: Streit um Kosten für Brücke an Alleenradweg

Sonsbeck: Streit um Kosten für Brücke an Alleenradweg

Kontroverse im Bau- und Planungsausschuss Sonsbeck und Kritik an Kostenrechnung der Verwaltung.

An einer Brücke schieden sich die Geister im Bau- und Planungsausschuss. Die steht auf dem geplanten Alleenradweg im Bereich Reichswaldstraße in Labbeck, gebaut in den 50er Jahren und damals konzipiert für die Boxteler Bahn, einem zweigleisigen Schienenverkehrsstrang unterhalb der Brücke. Die Bahnstrecke ist längst stillgelegt, die Brücke ist allerdings sanierungsbedürftig. So weit waren sich Ausschussmitglieder und Verwaltung einig.

Drei Möglichkeiten hatten Georg Tigler und Martin Grunenberg vom Fachbereich aufgezeigt: Eine neue Brücke für 830.000 Euro bauen, die alte Brücke abreißen und für rund 360.000 Euro einen Durchlass bauen, damit alles, was kreucht und fleucht, problemlos von einer Seite des Radwegs zur anderen wechseln kann. Dritte Variante sei, das vorhandene Brückenbauwerk für rund 450.000 Euro zu sanieren.

Und genau hier gingen die Meinungen auseinander. Agnes Quinders (CDU) fragte sich, wie dieser Betrag zustande gekommen sei, wo doch vor fünf Jahren das Ingenieurbüro Brinker die Kosten für die Sanierung mit 190.000 Euro deutlich geringer angesetzt hatte. Wenn man dann die Erneuerung des Brückengeländers und der -klappen (geschätzte Kosten: 30.000 Euro) sowie die geschätzten 70.000 Euro für die Pflasterung der beiden Böschungen hinzurechne, komme sie auch ohne Taschenrechner nicht auf 450.000 Euro. "Nach der Rechnung der Verwaltung wird die Sanierung um 30 Prozent teurer als 2011", bat sie Tigler um Erklärung. Immerhin müsse die Gemeinde 25 Prozent der Gesamtkosten selber aufbringen.

Auch SPD-Sprecherin Christa Weidinger und Ausschussvorsitzender Jürgen Kühne (FDP) wunderten sich und plädierten dafür, das Ganze noch mal durchzurechnen. "Ich bin mit dem Vorgehen der Verwaltung sehr unzufrieden", so Kühne.

Bürgermeister Heiko Schmidt stellte sich hinter seine Mitarbeiter. Die Kostenschätzungen seien realistisch. Außerdem habe die Verwaltung die Kostensteigerung schon im interfraktionellen Gespräch angekündigt. Georg Tigler verteidigte sein Zahlenwerk. Die Verwaltung favorisierte im Ausschuss das etwa 360.000 Euro teure Durchlassbauwerk. Tigler: "Wenn wir jetzt sanieren, müssen wir uns in 20, spätestens 30 Jahren wieder mit der Brücke beschäftigen."

Horst Gehrke (BiS) stimmte Tigler zu. Josef Elsemann (CDU) bat um Bedenkzeit und stellte den Antrag, das Thema Brücke bis zur nächsten Ratssitzung am 21. März (18 Uhr, Kastell) zurückzustellen, damit man sich in den Fraktionen noch mal beraten könne. Sein Antrag zur Vertagung wurde bei zwei Gegenstimmen angenommen.

(jas)