Streit in der CDU in Xanten: Alfred Melters fordert Daniel Ingendahl zum Rückzug auf

Streit in Xantener CDU : Melters legt Ingendahl Rückzug nahe

Der Alt-Bürgermeister schaltet sich mit Ex-Fraktionschef Gundlach in die Debatte um den Bürgermeisterkandidaten der Christdemokraten ein.

Nachdem in der Xantener CDU der Streit um die Bürgermeisterkandidatur für die Kommunalwahl 2020 eskaliert ist, sprechen sich zwei prominente Christdemokraten für Bürgermeister Thomas Görtz und gegen Herausforderer Daniel Ingendahl aus. Wenn die Partei nicht weiter an Zustimmung bei den Wählern verlieren wolle, müsse sie geschlossen auftreten, fordern Alfred Melters und Heinrich Gundlach in einem Brief an die Mitglieder des Stadtverbandes, der unserer Redaktion vorliegt. „Dies ist nur dann möglich, wenn wir uns als Partei geschlossen hinter unseren Bürgermeister stellen.“ Melters war früher Bürgermeister, Gundlach lange Zeit CDU-Fraktionsvorsitzender in Xanten.

Die Christdemokraten sollen Ende November ihren Bürgermeisterkandidaten bestimmen. Vorher stellen sich Görtz und Ingendahl auf drei Podiumsdiskussionen den Fragen von Bürgern, auch Nicht-Mitglieder sind eingeladen. Das erste Rede-Duell ist am Dienstag, 5. November, im Hotel Neumaier und beginnt um 19.30 Uhr. Ingendahl steht in der Kritik, weil er in der mutmaßlichen Schmiergeldaffäre um den städtischen Dienstleistungsbetrieb Xanten (DBX) einen Unternehmer in einem zivilrechtlichen Verfahren gegen die Stadt vertritt. Ein Teil des Fraktionsvorstands distanzierte sich deshalb von ihm. Das kritisierte der Stadtverbandsvorsitzende Tanko Scholten. Ingendahl selbst sagte dazu, dass der Unternehmer schon seit mehr als einem Jahr sein Mandant sei und er das Mandat niederlegen werde, sollte er Bürgermeisterkandidat der CDU werden.

In ihrem Brief fragen Melters und Gundlach trotzdem, ob der Rechtsanwalt als Kandidat von der CDU noch unterstützt werden könne oder ob er seine Kandidatur nicht zurückziehen müsse. Sie kritisieren, dass sich der Vorstand des Stadtverbandes nicht längst für Görtz ausgesprochen habe. Der Bürgermeister habe gute Arbeit geleistet. Persönliche Ambitionen und Abneigung einzelner Mitglieder dürften keine Rolle spielen. Die Beteiligten sollten ihr Handeln überdenken und schnell eine Lösung finden. Sonst drohe ein Vertrauensverlust, das zeigten die vergangenen Wahlen in Deutschland. „So wird die CDU ihre führende Rolle in Xanten mit Sicherheit verlieren, und nicht zuletzt auch den Bürgermeister.“