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Statt eines großen gibt es in Sonsbeck viele kleine St.-Martins-Umzüge

Brauchtum in Sonsbeck : Sonsbeck feiert St. Martin – nur anders

In der Pandemie ist ein großer Laternenzug unmöglich. Daher ruft der Pfarreirat Maria Magdalena in allen Ortsteilen dazu auf, Häuser und Fenster schön zu beleuchten – für viele kleine Gruppen. Vorm Gerebernus-Haus wird gesungen.

Eines der größten Feste im Sonsbecker Jahreskalender ist das an Sankt Martin. In jedem Jahr kommen in Sonsbeck, Labbeck und Hamb insgesamt bis zu 2500 Menschen, vornehmlich Kinder mit ihren Familien, zusammen, um in langen Lichterzügen singend durch die Straßen zu ziehen. Rabimmel, rabammel, rabumm. In diesem Jahr machen es Corona und die damit verbundenen Auflagen den Organisatoren aber unmöglich, diese schöne Tradition in gewohnter Form fortzuführen.

Keine Martins- und Laternenlieder, keine leuchtenden Kinderaugen, keine bunten Laternen zum Martinsfest – das kann und will sich der Pfarreirat der katholischen Kirchengemeinde St. Maria Magdalena nicht vorstellen. Zudem sei die Legende vom Heiligen Martin von Tours zeitlos und höchst aktuell, sagt Marita Gesthüsen, Vorsitzende des Pfarreirats.

Die Erzählung erzähle von Armut, Mitgefühl und der Bereitschaft, sich für andere einzusetzen und zu helfen. „Das sind Themen und Werte, die uns durch die Corona-Pandemie und die Flüchtlingssituation täglich begegnen und für uns sehr wichtig sind“, so Pfarreirätin. „Aus dem Grund möchten wir auch diesmal die Legende wieder erzählen, nur in anderer Form und in einem anderen Rahmen.“

Für Liedtext-Laternen gibt’s sogar eine Bastelanleitung. Foto: Pfarreirat

Speziell für Kinder und ihre Familien, aber auch für alle anderen, möchte die Kirchengemeinde eine neue, kreative Form des Martinsfests in Sonsbeck anstoßen. Jeder sei einladen, mit Laternen in kleiner Runde abends durch Sonsbecks, Labbecks oder Hambs Straßen zu ziehen und so auch ein Zeichen zu setzen.

Von Mittwoch, 11. November, eigentlicher Festtag des Heiligen, bis Sonntag, 15. November, werden in den Abendstunden in der ganzen Gemeinde Fenster und Häuser geschmückt und beleuchtet sein. „Wir haben Vereine, Gruppen und Einrichtungen in allen Ortschaften angeschrieben und eingeladen, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen und sich zu beteiligen“, so Gesthüsen.

Als Erste habe Birgit Enters vom St.-Martin-Verein in Sonsbeck begeistert zugesagt, wieder die Fenster des Rathauses farbenfroh zu gestalten. Die Liste ideenreicher „Gestalter“ wachse von Tag zu Tag – von Privathaushalten bis zum Kindergarten, von den Messdienern bis zur Feuerwehr kämen Zusagen.

Eine Übersicht der geschmückten Häuser wird auf der Homepage der Kirchengemeinde oder in der Crossiety-App unter St. Maria Magdalena Sonsbeck veröffentlicht, so dass sich alle eine eigene Route zusammenstellen können.

Ein spezielles Highlight, das Marita Gesthüsen besonders am Herzen liegt, sind die drei „Singpoints“, die um das Gerebernus-Haus eingerichtet werden. An diesen drei Punkten, die rund ums Altenheim verteilt liegen, sind alle eingeladen, ein bis zwei Lieder für die Bewohner zu singen, ehe sie weiterziehen. Katrin Schulte, Leiterin des Gerebernus-Hauses, wird mit ihren Mitarbeiterinnen die Singpoints besonders beleuchten, so dass sie gleich zu erkennen sind.

Die Pfarrgemeinde möchte den Bewohnern damit eine Freude machen und sie ins Fest einbeziehen. Es sind auch deshalb drei Singpoints eingerichtet, damit es nicht zu größeren Menschenansammlungen kommt. Katrin Schulte freut sich schon auf viele Gesangseinlagen rund ums Haus: „Wir wissen ja nie, wann wieder gesungen wird. Das werden besondere Tage für unsere Senioren.“

Texte der traditionellen Sonsbecker Martinslieder können als Liederlaterne zusammengestellt werden. Eine Bastelanleitung dazu gibt es auf der Homepage sankt-martinsonsbeck.de. „Natürlich dürfen auch unangemeldete Haushalte Häuser oder Fenster schmücken, um anderen damit eine Freude zu machen“, so Marita Gesthüsen: „Je bunter, desto schöner.“