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Xanten: Pfingstgottesdienst unter freiem Himmel

Pfingstgottesdienst unter freiem Himmel : Hochfest bei Nieselregen

Mitglieder der katholischen und der evangelischen Kirchengemeinden in Xanten haben am Pfingstmontag einen ökumenischen Gottesdienst gefeiert – unter freiem Himmel, wegen der Corona-Pandemie.

Im „Lichtblick“, dem viel gelesenen Pfarrbrief für St. Viktor Xanten, war der „Ökumenische Pfingstgottesdienst“ einige Wochen vor dem dritten Hochfest der christlichen Kirchen als eine sich wegen der Corona-Pandemie nur in Planung befindliche Gottesdienstfeier angekündigt worden. Norbert Beuckmann, Mitglied des Ökumene-Ausschusses, hatte mit einem schönen Foto auf die zwölf Steinbrocken im Xantener Kurpark und auf den geplanten Gottesdienst hingewiesen.

Am Pfingstmontag fand der freundlich angekündigte Gottesdienst nun mit annähernd 90 Besuchern am Steinkreis im Kurpark Xanten statt. Ein Teil der zahlreichen engagierten Mitglieder des Ausschusses hatte den Gottesdienst in mehreren Videokonferenzen, in denen die katholische Pastoralreferentin Christiane Flüchter federführend gewesen war, gemeinsam mit Pfarrer Wolfgang Willnauer-Rosseck als Kollege der evangelischen Kirche vorbereitet. „Nur in der letzten Woche hat es eine corona-konforme Präsenz-Besprechung gegeben“, erklärte Volker Markus, der neben Dagmar Schmithuysen, Beate de Fries und Norbert Beuckmann zu den Lektoren zählte.

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Auch Propst Stefan Notz, Pastoralreferent Matthias Heinrich mit seiner Familie und Superintendent Hans-Joachim Wefers mit Gattin gehörten zu den begeisterten Besuchern, die sich auf den Stühlen, die die Ausschuss-Mitglieder und ihre Helfer rund um den Steinkreis, aufgestellt hatten, niederließen. Dass der erforderliche Abstand und eine Registrierung vonnöten waren, hielten alle Besucher für eine Selbstverständlichkeit. Die Schirme, die wegen des andauernden Nieselregens aufgespannt werden mussten, trugen per se zum Abstand bei.

Die Hauptakteure in dem gut einstündigen Gottesdienst waren Pastoralreferentin Flüchter, die in den Gottesdienst einführte, und Pfarrer Willnauer-Rosseck der die Predigt hielt. Mit großer Überzeugungskraft verdeutlichten die beiden hauptamtlichen kirchlichen Mitarbeiter sowie die ehrenamtlich arbeitenden Lektoren mit ihren Darlegungen die enge Verbundenheit des Christentums mit dem Judentum. Die Parallelität der Feier des jüdischen Festes „Schawuot“, das 50 Tage nach dem Pessachfest gefeiert wird, mit der Feier des christlichen Pfingstfestes, das 50 Tage nach Ostern stattfindet, gilt als ein besonderes Merkmal der beiden Religionen. Beide Feste dienen der Bewusstmachung von zwei besonders wichtigen Glaubensinhalten: Die Juden erinnern sich an die Offenbarung der Torah am Sinai, die Christen erinnern sich an die Aussendung des Heiligen Geistes auf die Jünger in Jerusalem. Nicht zu kurz kam die Rückbesinnung auf den Ursprung des Pfingstfestes, das auch als ein jüdisches Erntedankfest, an dem die Jünger Jesu vom Heiligen Geist erfüllt, die Frohe Botschaft in vielen Sprachen zu verkünden begannen, gefeiert wird.

Wenn auch die Freude, die die verschwisterten Religionen für die Menschheit mit sich bringen, im Mittelpunkt des pfingstlichen Gottesdienstes standen, so ließen gerade die Fürbitten über Missstände in der Welt nachdenken. Die Menschen seien mehr und mehr in Gefahr, Gott und seine Botschaft aus den Augen zu verlieren, die jüdischen Gemeinden seien zunehmend von Antisemitismus bedroht, Krieg, Gewalt und Umweltverschmutzung hinterließen katastrophale Spuren, das Coronavirus führe zu Leid — das waren Anliegen, für die sich die Gemeinschaft der Gläubigen Gottes Beistand und Hilfe erbat. Ansprechende Lieder, zum Beispiel „Da berühren sich Himmel und Erde“, und ein kleiner kunstvoll errichteter Altar verliehen dem Gottesdienst besondere Akzente.