Fair Trade: Mit dem Fahrrad auf Schokofahrt nach Amsterdam

Fair Trade: Mit dem Fahrrad auf Schokofahrt nach Amsterdam

Bei der diesjährigen Schokotour wurde ein Teilnehmerrekord erzielt. Zusammen waren knapp 80 Radfahrer aus etwa 25 Städten (unter ihnen auch Jens Harnack vom Verein KlimaTisch Rheinberg) zusammen gekommen, um gemeinsam nach Amsterdam in die Schokoladenfabrik Chocolatemakers zu fahren, wo 11.500 Tafeln Schokolade auf die Lastenräder geladen wurden. Das besondere: Die Schokolade wird aus mittelamerikanischen Kakaobohnen hergestellt, die fair gehandelt wird. Sie sollte über das Osterwochenende sicher in die Heimat transportiert werden.

Los ging es von den beiden letzten Sammelpunkten (aus Osten von Münster, aus Süden von Duisburg) in je zwei Tagesetappen nach Amersfort und von dort gemeinsam die letzten etwa 50 Kilometer nach Amsterdam. Für die "Duisburger Gruppe" ging es über Rheinberg auf dem Rheindeich entlang nach Xanten, später in Kalkar und Kleve schien sogar die Sonne. Überall erregten die vielen Lastenräder große Aufmerksamkeit. In Nimwegen gab es gemeinsames Abendessen und eine eher spartanische Unterkunft.

Die zweite Etappe führte nach Westen entlang des Waal, ab Wageningen nördlich des Flusses, sowie durch das dünig-heidige Utrechtse Naturschutzgebiet nach Nordwesten. Sonne, Regen und Wolken wechselten sich ab. In Amersfort traf die Gruppe auf Peter aus Rotterdam, den einzigen mitfahrenden Niederländer, bevor in mehreren Grüppchen die Münsteraner Radler eintrafen. Die gemeinsame Fahrt nach Amsterdam mit knapp 80 Rädern gestaltete sich als Herausforderung, da sich die Gruppe auf deutlich über einen Kilometer Strecke verteilte. Im Quartier in Amsterdam wurde die Gruppe herzlich empfangen. Es folgte gemeinsames Kochen und am Abend ein Besuch eines Rockkonzerts.

  • Duisburg : Mit dem Lastenrad nach Amsterdam

Am Samstag wurde erst einmal ausgeschlafen, kleine Gruppen machten eine Tour durch Amsterdam, bevor am Nachmittag die Schokofabrik (chocolatemakers.nl) und die Segelschiff-Crew der "Tres Hombres" besucht wurden. Nach einer Fabrikbesichtigung wurden dann für gut 60 Verkaufsstellen aus 33 Städten etwa 11.500 Tafeln Schokolade geladen und wasserdicht verpackt. Einzelne Lastenräder ächzten unter bis zu 50 Kilogramm Schokolade - im Durchschnitt waren es aber nur etwa 12 Kilogramm Last. Die Abfahrt am Ostersonntag wurde nass, es regnete sprichwörtlich Bindfäden. Die Duisburger/Aachener fuhren diesmal südlich an Utrecht vorbei nach Houten, der niederländischen Fahrradstadt 2018. Ab Houten ging es nach einer Mittagspause und ohne Regen am Amsterdam-Rhein-Kanal bis nach Tiel und über die Waalbrücke zurück nach Nimwegen. Die Gruppe wurde im Dutch Cycle Center gegen 19.30 Uhr empfangen. Dort gab es Erläuterungen zur Fahrradstrategie von Nimwegen, bevor am Buffet reichlich geschlemmt und fachgesimpelt wurde. Am Morgen des Ostermontag ging es dann trotz Nieselregen zum Hauptbahnhof und zur Fahrradbrücke über den Waal, durch den neu gestalteten Waalsprong zurück in die Stadt. Dort machten sich dann die "Duisburger" Fahrradfahrer über Kleve, Xanten und Rheinberg in die Heimat auf - einige andere fuhren aber noch weiter gen Süden Richtung Würzburg und Marburg.

Die 485 Kilometer seien eine schöne Erfahrung gewesen - die Teilnehmer hätten neue Freundschaften knüpfen und die Schokolade probieren können, seien zudem stolz, dabei gewesen zu sein und es geschafft zu haben sowie froh, dass alles gut geklappt habe. Der Ausblick: Am 6. Oktober wird in Amsterdam bei den Chocolatemakers das nächste Mal Schokolade mit Lastenrädern nach Deutschland geholt, danach dann wieder an Ostern 2019. Die Radfahrer hoffen, dass sich viele von der Aktion anstecken lassen - in der Hoffnung, bewusster mit Nahrungsmitteln umzugehen.

(RP)