Lokalsport: Xantens Jugendfußballer an einem Tisch

Lokalsport: Xantens Jugendfußballer an einem Tisch

Weil es immer schwieriger wird, in den höheren Altersklassen Mannschaften zu bilden, lädt der Stadtsportverband erstmals alle Vereine zu einer Gesprächsrunde ein. Es geht auch um Spielgemeinschaften.

Diese Entwicklung im Jugendfußball ist nicht neu, aber aktueller denn je. Auch in Xanten. Weil die Vereine immer mehr Probleme haben, in den älteren Jahrgängen Mannschaften zusammenbekommen, lädt der Stadtsportverband zu einer Infoveranstaltung ein. Und über den Inhalt wird innerhalb der Abteilungen schon vorab kontrovers diskutiert. Es geht am 17. Januar darum, abzuklopfen, ob und wie sich die Entscheidungsträger sowie Trainer eine engere Zusammenarbeit mit den Nachbarclubs vorstellen können. In dem Gespräch sollen die Vor- und Nachteile von Spielgemeinschaften (SG) und Jugendfördervereinen (JFV) erörtert werden.

Foto: Putjus

Vorurteile und angestaubte Rivalitätsgedanken sollten bei dem Treffen im Sportheim auf dem Fürstenberg draußen bleiben. Gleiches gilt für persönliche Animositäten. Das wünscht sich der Gastgeber. Die Fakten sprechen für sich und untermauern die Dringlichkeit des Vorstoßes des Stadtsportverbands. Kickten in der Saison 2008/2009 noch 38 Nachwuchsmannschaften um Punkte, wurden für die laufende Spielzeit lediglich 25 Teams (inklusive Spielgemeinschaften) für die Meisterschaft gemeldet.

Foto: Armin Fischer

Vertreter des SSV Lüttingen werden beim Treffen auf dem Fürstenberg dabei sein und sich "alles in Ruhe anhören", wie der Vorsitzende Hans-Gerd Wonning sagt. Zwar hätten die Fischerdörfler noch keinen Grund zum Klagen, dennoch wolle man sich "vernünftigen Vorschlägen" nicht verschließen. "Auch uns ist bewusst, dass immer mehr Jugendliche der älteren Jahrgänge abspringen", so Wonning. Über allem stehe das Wohl der Kinder. Und ob Spielgemeinschaften zustande kommen, hänge immer von den handelnden Personen ab.

Foto: Armin Fischer

So sieht's auch Frank Tekath, der Vorsitzende von Viktoria Birten. Der Dorfverein hat keine C-, B- sowie A-Jugend mehr. Bei den D-Junioren gibt's eine SG mit dem SV Menzelen. "1990 habe ich in der Birtener A-Jugend gespielt - das war die letzten eigenständige A-Jugend der Viktoria", sagt Tekath mit Wehmut in der Stimme. Die Konkurrenz zum Fußball werde immer größer, die Freizeitangebote vielfältiger. Zudem kommt, dass es in Birten keine Grundschule mehr gibt. Tekath: "Wir sind offen für Vorschläge und schauen nicht nur durch die blau-weiße Brille. Der Konkurrenzgedanke ist ohnehin nicht mehr so da wie früher." Es gehe nicht um Lüttingen, Wardt oder Birten, sondern "allein um die Kinder, die Fußball spielen wollen". Stephanie Gerlach-Strunk aus dem Jugendvorstand des TuS Xanten ist gespannt, welche Modelle zur Sprache kommen. Denn zu Gast ist am 17. Januar auch ein Mitarbeiter des Fußballverband Niederrhein, der den Gedankenaustausch leiten soll. Angekündigt wurde zudem ein Vertreter des JFV Neukirchen-Vluyn. Gerlach-Strunk erinnert derweil daran, dass möglichst viele Teams aus der Domstadt in der Leistungsklasse spielen sollten. Davon würden später schließlich alle Senioren-Mannschaften profitieren. "Wichtig ist, dass es eine Identifikation mit Xanten gibt und die Nachwuchsspieler nicht zu Vereinen außerhalb des Stadtgebiets wechseln."

Der SV Vynen-Marienbaum hat die Vorteile von Spielgemeinschaften längst erkannt. Der Club arbeitet eng mit der DJK Appeldorn und der DJK Wardt zusammen. Die Wardter können als einziger Xantener Verein keine eigenständige Jugend-Mannschaft mehr stellen. Herbert Geerißen, der Vorsitzende des SV Vyma, ist vor dem Treffen auf dem Fürstenberg skeptisch. Es habe vor einigen Jahren bereits intensive Gespräche mit TuS-Vertretern wegen einer SG gegeben. Eine Zusammenarbeit sei aber nicht zustande gekommen.

Bei Geerißen sind "negative Erfahrungen" hängengeblieben. Mittlerweile haben andere Ehrenamtliche das Sagen beim Innenstadtverein. Und beim SV Vyma geht man daher davon aus, dass die Gespräche "diesmal auf Augenhöhe" stattfinden. "Wir wollen jedenfalls nicht Zulieferer für die erste Mannschaft des TuS sein. Spieler von außerhalb wird immer noch mit Geld gelockt, weil die Nachwuchsarbeit nicht vernünftig läuft", bemerkt Herbert Geerißen.

(PUT)