Triathlon: Xantens Dreikampf

Triathlon: Xantens Dreikampf

Über 1350 Dreikämpfer möchten beim Jubiläums-Triathlon am kommenden Sonntag dabei sein. 1985 bei der ersten Auflage traten 111 Teilnehmer gegeneinander an. Gerd Reinders verabschiedet sich aus dem Organisationsteam.

Es gibt viele Anekdoten, die Gerd Reinders einfallen, wenn's um den Nibelungen-Triathlon geht. Seit 20 Jahren organisiert der Xantener federführend den Dreikampf, der mittlerweile rund 1350 Hobby-, ambitionierte Breiten- sowie Spitzensportler nach Wardt lockt. Die Jubiläumsveranstaltung am kommenden Sonntag sieht Reinders mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen. Der 63-Jährige wird sich allmählich zurückziehen, seine Nachfolger aber in beratender Funktion unterstützen. "Man soll gehen, wenn's am Schönsten ist", sagt der 63-Jährige, der den Staffelstab nach dem 6. September an Ringo Haupt, Michael Knops, Heinz-Gerd Müller sowie seinen Sohn Yves übergibt. Das Quintett will sich die Aufgaben teilen.

Sie kennen natürlich die Geschichte von dem ominösen Anruf, der 1996 am späten Abend einige Tage vor dem Triathlon im Hause Reinders einging. Ein Mitarbeiter aus dem Management eines bekannten Sängers mit irischen Wurzeln ließ anfragen, ob noch ein Startplatz frei sei. Ein verwunderter und zunächst misstrauischer Gerd Reinders ließ sich die Bitte als Fax zuschicken. Und so kam es, dass Joey Kelly seinen allerersten Dreikampf in Xanten absolvierte (siehe "Wörtlich"). "Wir haben seinen Namen bis zum Veranstaltungstag geheim gehalten, damit nicht zu viele Fans angelockt werden", erinnert sich Reinders.

"Es war dann trotzdem die Hölle los." Ein Jahr später fand dann das bisher einzige Mal die Deutsche Meisterschaft der Elite in der Domstadt statt. Ines Estedt und Roland Knoll setzten sich durch. Im Mittelfeld landete eine gewisser Stephan Vuckovic, der 2000 in Sydney bei den Olympischen Spielen die Silbermedaille gewinnen sollte. Zweimal war die Triathlon-Abteilung auch Gastgeber von nationalen Jugend-Titelkämpfen (1995 und 2001). Seit 2000 finden diverse Liga-Wettkämpfe in Wardt statt. Seit einigen Jahren gibt's auch einen Staffelwettbewerb über die Draxi-Distanz. Für den nächsten Sonntag haben sich 66 Teams einen Startplatz gesichert. Insgesamt 1364 Triathleten wollen beim Jubiläums-Dreikampf dabei sein. "Als die Abteilung 1988 die Organisation übernommen hat, haben wir nicht gedacht, dass die Veranstaltung mal so populär wird", so Reinders, der in den Anfängen selber eine Startnummer trug. Seine beiden Kinder teilen seine Triathlon-Faszination, Ina wurde erst vor wenigen Wochen Deutsche Meisterin über die Half-Ironman-Distanz. Auch Christian Billau gehört zu "der goldenen Generation" des TuS.

  • Triathlon : Sündhaft teure Rennräder Einmaliges Umfeld

Kürzere Wege für die Teilnehmer

Die drei gehörten zu den Aktiven, die im Archäologischen Park ins Ziel einlaufen durften. 2004 folgte der Umzug vors Strandbad. "Der historische Ort mit zwei Wechselzonen hatte Vor- und Nachteile. Zuschauer und Teilnehmer haben nun jedenfalls nicht mehr so weite Wege zurückzulegen", sagt Reinders, der stets von seiner Ehefrau Christel unterstützt wurde. "Ohne sie hätte vieles nicht funktioniert."

(RP)
Mehr von RP ONLINE