Xanten Romans kritisieren neue Basketball-Regeln im Bereich U12 und jünger

Basketball : Xanten Romans kritisieren neues Regelwerk im Mini-Bereich

Die Basketballer aus der Römerstadt sehen sich vor große Herausforderungen gestellt. Vor allem bauliche Veränderungen könnten zum Problem werden.

Der Deutsche Basketball-Bund geht ab der neuen Saison 2019/20 neue Wege im Mini-Basketball. Für den gesamten Bereich unter 12 Jahren wird es neue Regeln und Spielvorgaben geben, die insgesamt kindgerechter gestaltet sein sollen. Sie verursachen für alle Vereine allerdings auch teils erheblichen organisatorischen Aufwand. Denn unter anderem wird vorgegeben, dass die Kinder künftig auf Körbe spielen müssen, die in 2,60 Meter Höhe hängen – und nicht mehr, wie bislang, in der Originalhöhe von 3,05 Meter. Dadurch soll die Erfolgsquote der spielenden Kinder erhöht werden. Diese Regel ist ab 2020 überall verbindlich umzusetzen, in Hallen mit höhenverstellbaren Korbanlagen bereits ab kommender Saison Pflicht.

In vielen Sporthallen der Region sind diese bislang allerdings nicht verbaut. So auch in der Xantener Bahnhofshalle, der Heimspielstätte der Xanten Romans. Das ärgert die Vorsitzende Ronja Awater. „In vielen Hallen müssen dafür neue Korbanlagen angeschafft werden. Eine Investition, die von Vereinen nicht immer gestemmt werden kann und für die sie auf Unterstützung der Städte und Gemeinden angewiesen sind. Doch in Zeiten wo immer mehr Kommunen über Geldmangel klagen, werden diese Zahlungen nicht getätigt werden können und wollen.“

Es werde also zwangsläufig dazu kommen, dass je nach technischer Ausstattung der Hallen auf unterschiedliche Korbhöhen gespielt wird. „Das ist unserer Erfahrung nach nicht zwingend notwendig. Mit der bereits vollzogenen Änderung auf leichtere und kleinere Bälle wurde ein Schritt unternommen, der den Minis durchaus zu Erfolgserlebnissen und zahlreichen Treffern verhilft.“

Doch auch an weiteren Regeländerungen stößt man sich bei den Romans. Denn unter anderem wird eingeführt, dass nur noch vier Spieler pro Team auf dem Feld stehen, nicht mehr fünf. Die Spielzeit wird nunmehr in Achtel (acht mal fünf Minuten) unterteilt, gewechselt werden darf nur in den Achtelpausen und bei Verletzungen. Zudem sind Mindest- (zehn Minuten) und Maximalspielzeiten (30 Minuten) vorgeschrieben. „Sicher ist es absolut sinnvoll, jedem Kind eine Mindesteinsatzzeit zu garantieren. Gerade in den unteren Spielklassen sollte der Leistungsgedanke in den Hintergrund und der Spaß am Spiel in den Vordergrund gerückt werden.“

Allerdings gebe es gerade in diesen Altersklassen häufig große körperliche Unterschiede. Kinder, die überfordert seien, müssen dann bis zum Ende des Achtels weiterspielen. Awater fragt daher: „Was erwarten wir von Trainern und Spielern? Sollen sie sich strikt an die Regeln halten und riskieren, dass gerade jüngere Spieler die Lust am Spiel verlieren, wenn sie hoffnungslos unterlegen sind? Oder ist es akzeptabel, wenn wir die Kinder vor einer möglichen Demütigung schützen, ihnen aber dabei beibringen, eine Verletzung vorzutäuschen, weil nur in diesem Fall gewechselt werden darf?“

Auf die Basketball-Vereine der Region wird in den kommenden Wochen entsprechend noch viel Arbeit zukommen – schließlich müssen auch sämtliche Trainer, Kinder und Schiedsrichter auf die neue Situation eingestellt werden. Doch auch, wenn derzeit noch viel Unklarheit herrscht, könnte sich der Übergang zu den neuen Regeln durchaus lohnen. Denn der Deutsche Basketball-Bund ist einer der letzten europäischen Verbände, der die neuen Mini-Regeln nun einführt. In einigen südeuropäischen Ländern und den Balkan-Staaten wird teils schon seit mehr als 10 Jahren so gespielt – und diese Länder bringen Jahr für Jahr immer neue Top-Talente hervor.

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