Willi Paßen aus Neukirchen-Vluyn ist Torhüter der Ü60-Hockey-Nationalmannschaft

Seit 50 Jahren aktiv : Ein Leben für den Hockeysport

Willi Paßen ist als Torhüter Mitglied der deutschen Ü60-Feldhockey-Nationalmannschaft. Seit 50 Jahren betreibt er den Sport, viele Jahre davon beim TuS 08 Rheinberg. Ans Aufhören denkt er trotz seiner 65 Jahre aber noch lange nicht.

(sabi) Geschätzte 70.000 Aktive sind im Hockeysport zuhause. Eine traditions- wie erfolgreiche Sportart mit dem Hockeyschläger und der Mannschaftsaufstellung Elf gegen Elf, zehn Feldspieler und ein Torhüter. Willi Paßen ist einer von ihnen, der sich sein Leben ohne diesen Sport nicht vorstellen kann. „Mit 14 Jahren bin ich relativ spät zum Feldhockey gekommen“, erinnert sich der heute 65-Jährige. Als Achtklässler wollte er damals mit den Kameraden wie Johannes Püttmann mal sehen, wie es beim TuS 08 Rheinberg so mit dem Feldhockey läuft. „Da passte alles. Wir waren eine Supertruppe und haben damals in der B-Jugend angefangen. Ich bin seit 50 Jahren dabei geblieben“, erklärt Torwart Willi Paßen.

Die Hochburg des Sports, der unabhängig vom Alter und Geschlecht gespielt werden kann, liegt im Norden. Im Ruhrgebiet sind es Vereine wie der HTC Uhlenhorst in Mülheim. Für Furore auf Weltklasseniveau sorgten die Brüder Timo und Benjamin Wess aus Moers bei ihrem Rot-Weißen Hockeyverein in Köln und schrieben Hockeygeschichte. Die Moerser Max und Nick Werner legen derzeit nach. Seit 2006 spielt Paßen im Duisburger Club Raffelberg, weil er draußen auf dem Feld zuhause ist.

Eine Halle, wie zuletzt in Rheinberg, ist für ihn nicht das Terrain, auf dem er sich gerne bewegt. Er gehört seit einigen Jahren zur deutschen Nationalmannschaft der Senioren, Altersklasse 60plus. „Der Sport macht mir einfach Spaß und hält fit. Und so lange ich das hohe Leistungsniveau halten kann, bin ich dabei. Es ist einfach mein Sport“, erklärt der Torhüter, der auch von spielbegeisterten 75-jährigen Aktiven berichten kann.

Die Faszination erklärt er durch die sportliche Vielfalt, hohe Spielintelligenz, Teamgefüge und Mannschaftsgeist. „Als Torhüter muss ich das Spiel der gegnerischen Mannschaft lesen können, wissen, welche Strategie vom Gegner angesetzt ist“, so Paßen. Wer einmal in der Hockeyfamilie unterwegs ist, findet überall Anschluss, so seine Erfahrung. Die Erfolge der Vergangenheit bestätigen ihn. Nachdem das M60-Team bei der WM in Den Haag 2014 noch leer ausgegangen war, gab es 2017 den dritten Platz bei der Europameisterschaft in Glasgow. Und in diesem Sommer folgte die Bronzeklasse in der Altersklasse M60 bei der Weltmeisterschaft in Barcelona. Im kommenden Jahr steht dann die nächste EM in Antwerpen auf dem Programm.

„Man kommt in der Welt rum, lernt viele Leute kennen. Auf dem Feld sind alle gleich“, so Paßen. Die Spieler, eine Crew um die 40 Mann stark, kommen zum Training aus dem gesamten Bundesgebiet. „Wir brauchen in der Vorbereitungsphase rund fünf Treffen, dann stimmt alles“, sagt Paßen. Reich werden wie im Fußball konnten Spieler beim Feldhockey eher nicht. Bodenständig daher die Maschinenschlosser-Ausbildung von Paßen beim damaligen Rheinberger Betrieb Hüma. Jahre später arbeitete er als Ausbilder bei Aumund. Danach folgte im Bereich überbetriebliche Ausbildung der Wechsel zur Ruhrkohle AG, danach zum TÜV Nord in Kamp-Lintfort.

Dass aber das Hockey selbst nach wie vor nichts an Faszination verloren hat, steht für Paßen fest. „Mein Sohn und seine Familie sind begeisterte Feldhockeyspieler. Ich habe also alles richtig gemacht.“

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