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Wesel/Rheinberg: Triathlet Sascha Hubbert ändert Trainingsprogramm

Triathlon : Gebremstes Training in der Krise

Die Coronavirus-Pandemie beeinträchtigt auch die Pläne des Ausdauersportlers Sascha Hubbert. Doch trotz vieler abgesagter Wettkämpfe bleibt der Weseler, der für das Triathlon-Team Rheinberg startet, in Sachen Fitness am Ball.

Der Sport gehört in Zeiten der Corona-Krise ohne Frage zu den Bereichen, der nahezu komplett von der Bildfläche verschwunden ist. Der Ligen-Betrieb in den Mannschaftssportarten ruht, Veranstaltungen werden gleich reihenweise abgesagt oder auf unbestimmte Zeit verschoben. Der Terminkalender zahlreicher Sportler ist kräftig durcheinander gewirbelt worden. Auch Sascha Hubbert, Ausdauersportler aus Wesel, der für das Triathlon-Team Rheinberg startet, kann ein Lied davon singen.

Gerne hätte der 29-Jährige seinen Titel bei der Deutschen Meisterschaft im Duathlon, den er sich im vergangenen Jahr sicherte, verteidigt. Doch das Event in Alsdorf, das gleichzeitig auch als Europameisterschaft veranstaltet werden sollte, wurde abgesagt. Auch bei der „Challenge Lisboa“, einem Triathlon über die Mitteldistanz in der portugiesischen Hauptstadt, wollte Hubbert am 23. Mai starten. Er wird sich bis zum 12. September gedulden müssen. Denn auf diesen Termin wurde die Veranstaltung verschoben, ohne die Gewissheit, dass sie auch tatsächlich stattfinden wird. Gleiches gilt für den Ironman 70.3 in Italien sowie den Allgäu-Triathlon, die in der zweiten Saisonhälfte angesetzt sind und die ebenfalls in Hubberts Terminkalender stehen.

Dass mit diesen veränderten Aussichten auch der Trainingsplan des Weselers eine Veränderung erfährt, ist logisch. Mit seinem Trainer Matthias Graute (Essen) hat Sascha Hubbert abgesprochen, das Training ein wenig herunterzuschrauben. „Ich mache aktuell etwas weniger harte Tempoeinheiten und arbeite mehr an den Grundlagen“, sagt er.

Im vergangenen Jahr löste Sascha Hubbert beim Ironman auf Lanzarote das Ticket für die WM auf Hawaii. Foto: KN

Für einen Ausdauersportler wie Hubbert, der im vergangenen Jahr erstmals den legendären Ironman auf Hawaii bestritten hat, sieht das Programm, um sich fit zu halten, natürlich deutlich extremer aus als bei weniger leistungsorientierten Sportlern. So fuhr er am Oster-Wochenende mit Trainingspartner Jens Gosebrink „eine schöne 200 Kilometer-Radrunde in der Eifel“, wie er sagt.

Neben Gosebrink ist lediglich Hubberts Freundin Carina Fierek aktuell bei den Trainingseinheiten schon mal dabei. Das Trainieren in größeren Gruppen, wie der Weseler es an den Wochenenden schon mal macht, entfällt in Corona-Zeiten. Den Luxus, derzeit mehr auf dem Rad zu sitzen, weil er diese Disziplin wesentlich lieber ausübt als beispielsweise das Schwimmen, leistet sich Sascha Hubbert, der seit vier Jahren Triathlon betreibt und auch Mitglied der LG Alpen sowie der Lauffreunde HADI Wesel ist.

Seine eigene sportliche Situation in der Corona-Krise betrachtet er von zwei Seiten. „Natürlich fehlt ein wenig die Motivation, weil es keine Wettkämpfe gibt. Aber langweilig wird es trotzdem nicht, denn Sport ist meine Leidenschaft und ich betreibe ihn nicht nur, um an Wettkämpfen teilzunehmen“, so Hubbert, der sich „damit abgefunden hat, dass in diesem Jahr nicht mehr viel passiert“.

Eine Sache wird jedoch auf jeden Fall noch passieren. Denn Sascha Hubbert wird an einem Event teilnehmen, das trotz der Corona-Krise nicht abgesagt werden muss. Es handelt sich um den „Wings for Life World Run“, der weltweit am 3. Mai zur gleichen Uhrzeit gestartet wird. Jeder Teilnehmer kann dieses Rennen auf einer selbst gewählten Strecke bestreiten. 30 Minuten nach dem Start nimmt ein virtuelles Auto die Verfolgung der Athleten auf.

Mittels einer zuvor heruntergeladenen App erfahren sie dann, wann sie von dem „Catcher Car“ eingeholt worden sind, was gleichbedeutend mit dem Ende des Rennens ist. „Ich plane schon länger, an diesem Lauf teilzunehmen, aber bisher hat es nie in den Zeitplan gepasst. Diesmal bin ich dabei“, sagt Hubbert. Der schöne Nebeneffekt dieses einzigartigen Wettkampfs: Das Startgeld in Höhe von 20 Euro geht zu 100 Prozent an die Stiftung „Wings for Life“, die sich mit der Rückenmarks-Forschung beschäftigt – mit dem Ziel, eine Heilung für Querschnittslähmung zu finden. So lässt sich auch für Sascha Hubbert in Zeiten, in denen der Sport nahezu ruht, noch Gutes mit Sport-Veranstaltungen bewirken.