Lokalsport: Werth und Bouten überzeugen beim Nürnberger Burg-Pokal

Lokalsport: Werth und Bouten überzeugen beim Nürnberger Burg-Pokal

Es war an Spannung kaum zu überbieten, das prestigeträchtige Finale um den Nürnberger Burg-Pokal, das die Rheinbergerin Isabell Werth im Sattel von Flamboyant für sich entschied. Der Serie eilt der Ruf voraus, der weltweit bedeutendste Wettbewerb zur Förderung junger Dressurpferde zu sein.

Flamboyant, von Werth nur Flambi gerufen, war von der Kulisse in der Frankfurter Festhalle beeindruckt. Die Dressurqueen lobte den Fidertanz-Sohn unter anderem für die Trabverstärkungen. Die Richter hätten sich im Schritt gewünscht, dass das Pferd sich mehr durch den Körper bewegt. Dennoch schaffte es die sechsmalige Olympiasiegerin mit ihrer Routine, den Wallach an die Spitze zu reiten. Als "Zauberin im Sattel" bezeichnete Christoph Hess, der das Finale kommentierte, den Auftritt, da auch er feststellen musste, dass Flamboyant "nicht einhundertprozentig auf ihrer Seite" gewesen sei. Die Blondine gewann mit 77,780 Prozentpunkten. Auf Rang drei und vier reihte sich der ehemalige Werth-Mitarbeiter Matthias Bouten ein.

Der Sonsbecker belegte mit Hengst Quantum Vis MW (76,340) den dritten Platz. Vierter wurde er im Sattel von Bodyguard (74,150). "Man kann gar nicht oft genug loben, wie schön dieser Mann zu Pferde sitzt und wie er mit seiner feinen Einwirkung jeden Pferdetyp zum Strahlen bringt", meinten einige Fachleute. Dabei sei Bodyguard, der achtjährige Hannoveraner von Burlington im Besitz des Weezer Ferienhofes Stücker, nach Angaben seines Reiters eher schüchtern. Doch sei er in Frankfurt über sich selbst hinausgewachsen. Bouten fand die Prüfung absolut harmonisch und sprach von einer "runden Angelegenheit".

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So harmonisch, dass Bodyguards Besitzer Josef Wilbers Freudentränen in den Augen hatte, als die 74,146 Prozent bekannt wurden. "Aufgrund der Qualität des Starterfeldes bin ich ohne große Erwartungen nach Frankfurt gefahren", sagte Bouten. Zudem gewann der ehemalige Mitarbeiter des Werth-Stalls den Stilpreis. Und der Sonsbecker landete in der Kür auf Bodyguard auf Rang drei mit einer Wertnote von 8,5. Werth wurde Zweite mit Flamboyant (9,2). Einen vorderen Platz erreichte die Rheinbergerin ebenfalls bei der Wahl zu Deutschlands "Sportlerin des Jahres". Sie belegte Rang drei hinter Biathletin Laura Dahlmeier sowie Turnerin Pauline Schäfer. 1300 Sportjournalisten gaben ihre Stimme ab.

(sder)