Reitsport: Werth mit kontrolliertem Risiko zu Silber

Reitsport : Werth mit kontrolliertem Risiko zu Silber

"Don Johnson" zeigte sich nach einem makellosen Grand Prix auch im Special von seiner besten Seite (78 Prozent). Im Sattel die Rheinbergerin Isabell Werth, die den 13-jährigen Wallach von Don Frederico bei den Deutschen Meisterschaften in Balve souverän vorstellte. Sie reite den Wallach mit kontrolliertem Risiko, müsse bei ihm immer hellwach sein, sagte die 45-Jährige. Dabei gab sich der für seine kleinen Frechheiten bekannte "Braune" in Balve eher zahm.

Das war vor zwei Wochen noch ganz anders: "In Aachen lag ich fast unten, so sehr hat er gebockt", sagte die Vize-Meisterin. Denn die Goldmedaille ging an Kristina Sprehe, die ihren Titel bei den Deutschen Meisterschaften in Balve verteidigte. Dabei entwickelte sich ihr Pferd "Desperados FRH" zum König des Balver Vierecks. Denn der bildschöne Rappe tanzte förmlich unter seiner Reiterin Kristina Sprehe (Dinklage) durch die Lektionen des Grand Prix Special. Die Zusammenarbeit mit Bundestrainerin Monica Theodorescu habe vieles optimiert, erklärte die 28-Jährige. "Wir sind mehr ins Detail der Lektionen gegangen." Die Pirouetten des De-Niro-Sohns fallen nun deutlich enger und gesetzter aus. Mit 81,49 Prozent präsentierte sich das Paar beinahe in einer anderen Liga.

Übrigens: Die Bronzemedaille sicherte sich Jessica von Bredow-Werndl mit "Unee BB" (76,569). Die Reihenfolge der Platzierung änderte sich auch nicht in der Gand-Prix Kür, in der gleichfalls um die Deutsche Meisterschaft geritten wurde. Auch hier lag Kristina Sprehe mit dem Hannoveraner "Desperados FRH" (87.275 Prozent) auf Platz eins vor der Rheinbergerin Werth, die mit "Don Johnson" 82.775 Prozentpunkte erzielte, die sich über den Gewinn der zweiten Silbermedaille freute.

Die Überraschung des Turniers ist der Trakehner "Imperio". Der einstige Bundeschampion im Besitz des Haupt- und Landgestüts Schwaiganger des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei (DOKR) und seines Reiters Hubertus Schmidt tat sich lange Zeit schwer, im Grand Prix Sport Spitzenleistungen zu zeigen. Nun hat Reitmeister Schmidt den Bogen raus: Der zwölfjährige Hengst (v. Connery) präsentiert sich mit viel Ausdruck, lektionssicher, athletisch und bewegungsstark. Mit 79,775 Prozent rangierte das Paar an vierter Stelle. Die guten Leistungen in den drei Balver Prüfungen gaben dem Dressurausschuss allen Anlass, Schmidt und Imperio ins Nationenpreisteam für den CDIO Hagen vom 8. bis 12. Juli zu berufen.

Beim "Länderspiel" der Dressurmannschaften auf dem Hof Kasselmann treten die besten Dressurnationen an, da der Nationenpreis in diesem Jahr wegen der Europameisterschaften nicht in Aachen ausgetragen wird. Die deutsche Equipe bilden Kristina Sprehe mit "Desperados FRH", Isabell Werth mit "Don Johnson FRH", Jessica von Bredow-Werndl mit "Unee BB" und Hubertus Schmidt mit "Imperio".

Zudem: In der Einlaufprüfung der Qualifikation zum Nürnberger Burg-Pokal, dem Prix St. Georges, erzielte die für den RFV von Driesen Asperden Kessel reitende Christine Nolden (La Lopez) Rang sieben, vor ihrer Schwägerin Eva Möller auf Double D.

(sder)
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