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Lokalsport: Werth mit der deutschen Equipe Mitfavorit auf EM-Titel

Lokalsport : Werth mit der deutschen Equipe Mitfavorit auf EM-Titel

Die Dressurreiterin aus Rheinberg wird in Aachen Don Johnson satteln. Erfolgspferd Hannes ist gestorben.

Kurz vor der Europameisterschaft in Aachen musste sich Isabell Werth von einem ihrer einstigen Erfolgspferde für immer verabschieden. Bei Hannes, mit dem die Rheinbergerin 2007 das Weltcup-Finale gewann, diagnostizierte der Tierarzt infolge einer Kolik einen Darmverschluss. Eine OP konnte ihn nicht mehr retten. "Das war schon ein Schock", sagt die Dressurreiterin, die seit nunmehr 25 Jahren der Weltspitze angehört.

Nun gilt es aber, sich auf die EM zu konzentrieren. Von Donnerstag bis Sonntag weilt Werth mit dem deutschen Dressur-Team für ein Trainingslager in Sassenberg-Füchtorf bei Bundestrainerin Monica Theodorescu. Am 12. August wird's dann in der Soers mit dem ersten Teil des Grand Prix ernst.

Erstmalig werden in Aachen die kontinentalen Titelkämpfe für alle fünf Disziplinen (Dressur, Springen, Fahren, Voltigieren und Reining) ausgetragen. Dabei ist eines bereits sicher: Das Europafest des Pferdesports wird ein Mega-Event - mittendrin Isabell Werth mit Don Johnson. Die erfolgreichste Dressurreiterin der Welt, die fünf Goldmedaillen bei Olympischen Spielen, sechs bei Weltreiterspielen sowie 14 bei Europameisterschaften im Einzelwettwerben sowie mit der Mannschaft gewann, ist immer noch hochmotiviert. Die 46-Jährige wird nicht nur für ihre mentale Stärke und ihren Kampfgeist bewundert, sondern auch für die Fähigkeit, Pferde ganz unterschiedlichen Typs, Körperbaus und Charakters gleichermaßen optimal zu fördern und in den großen Sport zu bringen. So wie den bewegungsstarken Gigolo, den athletischen Satchmo, den wuchtigen Don Johnson oder die elegante, leichtfüßige Bella Rose, die sich nach auskurierter Verletzung erst wieder in der Hallensaison den Richtern stellen wird. Die Rheinbergerin scheint immer den richtigen Knopf zu finden, was sie ab dem 12. August, dem ersten Wettkampftag in Aachen, erneut unter Beweis stellen dürfte. Dort findet bis zum 16. August die Dressur in dem 45 000 Zuschauer fassenden Hauptstadion statt, das extra mit einem Sand-Viereck ausgestattet wurde.

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"Dressurprüfungen vor dieser Kulisse, das wird einmalig werden", ist sich Frank Kemperman, der Vorstandsvorsitzende des ausrichtenden Aachen-Laurensberger Rennvereins sicher. Im Grand Prix starten vier Reiter pro Team mit einem Streichergebnis und dem Ziel der Mannschaftsmedaille. Im Grand Prix Special am 15. August sind die besten 30 Reiter aus dem Grand Prix zugelassen. Hier geht's um Einzelmedaillen. Für die Kür qualifizieren sich die besten 15 Reiter aus dem Special (maximal drei Aktive pro Nation), die erneut um Edelmetall im Einzel kämpfen. Werth ist lang genug dabei, um einschätzen zu können, dass im Einzel keine Medaille drin sein dürfte. Schon das Erreichen der Kür würde sie als Erfolg verbuchen. Ganz anders sieht's mit der Mannschaft aus. Die deutsche Equipe, der zudem Kristina Bröring-Sprehe, Matthias Alexander Rath und Jessica von Bredow-Werndl angehören, liebäugelt wie 2013 mit Gold. "Ich will einen wichtigen Beitrag zur Titelverteidigung beisteuern", sagt Werth.

(SD)