Rennreiterin aus Sonsbeck triumphiert in Abu Dahbi: Weltmeisterin im Pferdesattel

Rennreiterin aus Sonsbeck triumphiert in Abu Dahbi: Weltmeisterin im Pferdesattel

Ihr 86. Sieg war für Jockey Esther Ruth Weißmeier ein ganz besonderer. Die Sonsbeckerin holte sich den WM-Titel.

Das Araberrennen über 1600 Meter auf der Pferderennbahn in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate geht in die entscheidende Phase. Eine 21-jährige Sonsbeckerin liegt in perfekter Position. Mit Hengst Harrab auf der Zielgeraden kommt sie dem großen Triumph immer näher. Und tatsächlich: Weißmeier gewinnt auf der Grasbahn von Abu Dhabi überlegen mit dreieinviertel Längen Vorsprung. Sie ist die neue Weltmeisterin der Auszubildenden.

„Ich habe ihm nur kurz die Peitsche gezeigt, dann fing er an zu fliegen“, sagt die Amazone. Sie vergoldete damit den 86. Sieg in ihrer Karriere. Ihr Trainer Jean de Roualle hatte sie im Führring beruhigt, die die richtigen Tipps gegeben und ihr mit auf den Weg gegeben, Spaß zu haben. Weißmeier kannte Harrab nicht, ihr wurde das Pferd zugelost. Die Sonsbeckerin war für das WM-Finale gar nicht vorgesehen, sondern kurzfristig für Maike Riehl eingesprungen, die keinen Urlaub bekam. Weißmeier war die Aufregung nicht anzusehen. Das lag wohl auch daran, dass sie keine Auszubildende mehr, sondern schon ein Profi-Jockey ist. „Bei solchen Araberrennen im Ausland darf man bis 25 Jahren mitreiten.“

Für Esther-Ruth Weißmeier war der Sieg in Abu Dhabi der perfekte Ausklang eines ereignisreichen, mitunter turbulenten Jahres. 2018 hatte für sie mit einer Reise nach down under begonnen. Für einige Monate ging’s nach Australien, um dort zu arbeiten. Der berufliche Alltag war nicht immer einfach für sie. An sieben Rennen nahm die Blondine teil. Ein Rennen gewann sie sogar.

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Und dann war da noch die Premiere beim Hindernis-Rennen im Juli in Bad Harzburg. „Ich habe endlich meine Ängste überwinden können.“ Auf Golden Boy aus dem Familien eigenen Stall lief’s richtig gut. Bis zum letzten Sprung lagen die beiden vorne und wurden letzlich Zweiter. Sechs Tage später gingen die zwei wieder an den Start. Diesmal endete das Listenrennen allerdings schmerzhaft. Golden Boy ging nach dem letzten Sprung die Kraft aus. Er ließ sich fallen – und Weißmeier fiel mit. Sie erlitt Prellungen. Von Hindernisrennen hat die Amazone seitdem erst mal die Nase voll.

„Hinter mir liegt ein Jahr mit Höhen und Tiefen. Ich habe auf jeden Fall viele wertvolle Erfahrungen gesammelt.“ Der WM-Pokal hat derweil daheim einen Ehrenplatz bekommen. Die Trophäe steht auf einem Regal in Sichtseite des Küchentischs. „Dort kann ich mir den Pokal jeden Tag anschauen.“

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