Übergabe der Deutschen Sportabzeichen Darum schwitzen Xantener für den Fitnessorden

Xanten · Sie kamen ins Vereinsheim des TuS Xanten, um sich ihre Belohnung abzuholen – das Deutsche Sportzeichen. Jung und Alt hatten sich den Anforderungen am Fürstenberg gestellt. Das treibt die Amateursportler an.

Haben das Deutsche Sportabzeichen erworben: Gruppenbild nach der Übergabe der Urkunden beim TuS Xanten mit den Prüfern.

Haben das Deutsche Sportabzeichen erworben: Gruppenbild nach der Übergabe der Urkunden beim TuS Xanten mit den Prüfern.

Foto: Randolf Vastmans

Noah Imgrund ist sieben Jahre alt. Horst Schröder hat vor wenigen Wochen seinen 89. Geburtstag gefeiert. Beide eint, dass sie gerne Sport treiben. Kürzlich trafen sich die zwei im Klubhaus des TuS Xanten am Fürstenberg. Der Schüler und der Senior waren vor Ort, um sich eine Urkunde abzuholen. Noah Imgrund und Horst Schröder gehörten zu den 55 Aktiven, die im vergangenen Jahr beim TuS die Anforderungen zum Deutschen Sportabzeichen erfüllt hatten. Und nicht nur die beiden sind froh, dass ihr Bewegungsdrang nicht mehr durch die Corona-Vorgaben gestoppt wird. 

Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination – das sind die vier Bereiche, aus denen jeweils mindestens eine Übung erfolgreich absolviert werden muss, um das für zwölf Monate gültige Bronzene, Silberne oder Goldene Sportabzeichen zu erhalten. Eine weitere Voraussetzung ist der Nachweis der Schwimmfertigkeit, der allerdings nicht jedes Jahr erneut werden muss. Die Anforderungen für den Fitnessorden richten sich nach Geschlecht und Alter der Absolventen.

Seit vielen Jahren bietet auch der TuS Xanten die Abnahme des Sportabzeichens an. Die Fäden laufen bei Adelheid Gehrmann, Oliver Kuse und Roland Seerau zusammen. Seerau überreichte während einer kleinen Feierstunde den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus 2022 die entsprechende Auszeichnung. Einmal mehr wurde deutlich, dass Sporttreiben nicht unbedingt was mit dem Alter zu tun hat.

Zwischen dem jüngsten Absolventen, Noah Imgrund, und dem ältesten, Horst Schröder, liegen mehr als acht Jahrzehnte. Der ehemalige Diplom-Sportlehrer, der mit seiner Frau Dorothee seit seinem Umzug aus Hessen 1988 auch Mitglied im TuS ist, stellt sich mit Unterbrechungen seit seinem 16. Lebensjahr den Anforderungen des Sportabzeichens. „Der Sport hat mein Leben positiv beeinflusst, und ich werde weitermachen, solange es geht“, sagte der Senior. Das Abzeichen habe er in Gold in den Disziplinen Standweitsprung, Seilspringen sowie beim Schwimmen über 25 und 200 Meter erlangt. „Als ich mit 16 zum ersten Mal die Prüfung ablegte“, erinnert er sich, „habe ich den Sprint über 100 Meter nicht in der geforderten Zeit geschafft und musste dafür hart trainieren“. Derzeit erholt sich Schröder von einer Krankheit, dennoch steht für ihn die Teilnahme in 2023 fest. „Natürlich passiert es immer wieder“, meinte Roland Seerau, „dass Kandidaten sich überschätzen und ihre Prüfungen nicht erfolgreich ablegen“. Dabei handele es sich aber um eine geringe Prozentzahl.

Zum ersten Mal angetreten war Annette Lehmann, die ihr genaues Alter nicht nennen wollte, jedoch mit einem Augenzwinkern zugab, über 60 Jahre alt zu sein. Sie hatte vom Aktionstag des Vereins im vergangenen August erfahren. „Weil man immer mal wieder was Neues machen sollte, dachte ich, dass ich es ja mal probieren kann.“ Der Versuch war erfolgreich – und ihr das Sportabzeichen in Bronze sicher. „Dabei“, so Seerau, „ist sie auf den Geschmack gekommen und betreut nun ehrenamtlich Kinder aus unserer Leichtathletik-Abteilung“. An den Aktionstag erinnerte sich Lehmann noch sehr gut. „Es war nicht warm, sondern heiß und hat viel Schweiß gekostet.“ Aber die neue sportliche Erfahrung habe ihr gefallen.

In seiner Rede richtete TuS-Ehrenmitglied Seerau seinen Dank an den Kreissportbund, Stadtsportbund sowie Verein selbst, denn durch deren finanzielle Unterstützung sei die Teilnahme kostenlos. Auch bei den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern am Aktionstag bedankte er sich: „Denn sie machen solch ein Event erst möglich.“

Info: Training und Prüfung sind wieder ab März montags und mittwochs von 17 bis 19 Uhr im Fürstenberg-Stadion möglich.

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