Reitsport : Warten auf die EM-Nominierung

Ellen Schulten-Baumer, eine der besten deutschen Dressurreiterinnen, möchte mit zur Europameisterschaft nach Windsor Castle. Der Bundestrainer hat sich noch nicht festgelegt. Die 30-jährige Rheinbergerin muss bei der letzten EM-Sichtung in Verden weiter Überzeugungsarbeit leisten.

Ihr bleibt derzeit nichts anderes übrig, als abzuwarten. Erst nach dem Turnier in Verden Anfang August wird Dressur-Bundestrainer Holger Schmezer auch Ellen Schulten-Baumer mitteilen, wie der Kader der deutschen Equipe für die Europameisterschaft Ende des kommenden Monats in England vor Windsor Castle aussieht.

Die 30-jährige Rheinbergerin, die bei den letzten kontinentalen Titelkämpfen 2007 ihren bisher größten Erfolg feierte (Silber mit der Mannschaft) gibt sich trotz der Ausfälle von Isabell Werth und Ulla Salzgeber zurückhaltend. "Naja, ich bin nah dran. Aber noch ist nichts entschieden", sagte sie gestern.

Verbesserte Durchlässigkeit

In Balve bei der Deutschen Meisterschaft sowie in Aachen beim CHIO habe sie ihr Bestes gegeben und Schmezer gezeigt, dass sicherlich auch die 15-jährige "Donatha" auf der Insel eine gute Figur abgeben würde. Mit den Punkten, die das Duo von den Wertungsrichtern erhielt, war Ellen Schulten-Baumer allerdings überhaupt nicht einverstanden.

"Es ist aber in unserem Sport so, dass man von anderen Personen abhängig ist." Dem Bundestrainer jedenfalls habe die Vorstellung im Viereck gefallen. Er lobte die verbesserte Durchlässigkeit und den Grundschwung. "Donatha" sei toll in Schuss. Zu den Chancen der erneuten EM-Nominierung habe er indes nichts gesagt. Die größte Konkurrenz neben der wohl gesetzten Heike Kemmer und Matthias Alexander Rath sieht die Rheinbergerin in Susanne Lebeck sowie Monica Theodorescu.

Lektionsarbeit

In Verden also muss das Duo aus Rheinberg weitere Überzeugungsarbeit leisten. Andere Trainingsschwerpunkte, eine besondere Vorbereitung wird's nicht geben. Derzeit ruhe sich die Fuchsstute nach der anstrengenden Woche in Aachen noch ein wenig aus. Die gewohnte Arbeit an der Durchlässigkeit und den Lektionen bilden dann in den nächsten dreieinhalb Wochen die Trainingsschwerpunkte.

Von einer schweren Krise im Dressursport nach dem insgesamt enttäuschenden Abschneiden des deutschen Teams beim CHIO möchte die 30-Jährige indes nichts wissen. "Es gibt eben solchen Phasen, Holland musste sie auch schon durchleben.

Allerdings gehört Deutschland immer noch zu den stärksten Mannschaften der Welt, auch wenn die Dominanz derzeit fehlt." Ein EM-Sieg im königlichen Schloss-Park ist trotzdem Utopie. Daran denkt Ellen Schulten-Baumer ohnehin nicht. Erst gilt's, nominiert zu werden.

(RP)