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Ulf Deutz wird im Sommer neuer Trainer des SV Millingen

Interview mit Ulf Deutz : „Der Ehrgeiz hat mich noch einmal gepackt“

Der 51-Jährige wollte eigentlich kein Senioren- Team mehr trainieren. Jetzt übernimmt er im Sommer den Fußball-A-Ligisten SV Millingen.

Mit Ulf Deutz hat der SV Millingen einen erfahrenen Nachfolger für Nisfad Grgic gefunden. Der 51-jährige ehemalige Coach des SV Budberg bringt genügend Know-how mit und kennt die Fußball-Kreisliga A aus seinen vorherigen Stationen bei Borussia Veen und dem SSV Lüttingen aus dem Effeff. Ab Sommer hat Deutz das Sagen beim abstiegsbedrohten SV Millingen. Aktuell kann er auch aufgrund der Corona-Krise noch nicht allzu viele Hebel in Bewegung setzen. Der ausschlaggebende Punkt für die Zusage von Ulf Deutz war das gute Verhältnis zur Vorstandsetage des SVM. Mit Ulrich van de Sandt kickt er seit zwei Jahren selbst in der Alten Herren.

Herr Deutz, Sie haben dem SV Millingen während der Corona-Krise Ihre Zusage gegeben. Wie liefen die Verhandlungen?

Ulf Deutz Ulrich van de Sandt hat mich angerufen und gefragt, ob ich mir das vorstellen könnte. In einer Videokonferenz mit ihm, Henning Rohrbach und Rainer Lempert habe ich dann mein Okay gegeben. Ich glaube, das passt. Alle drei sind gestandene Männer, die viel Herzblut in den Verein stecken und seit Jahren gute Arbeit leisten. Hier passiert vieles in Eigenregie. Mit den Kunstrasen-Kleinspielfeldern geht es voran. Das alles finde ich lobenswert und hat mir die Entscheidung leicht gemacht.

Die Planungen für die neue Saison gestalten sich in diesen ungewissen Tagen allerdings noch etwas schwierig, oder?

Deutz Die Verantwortlichen haben mit den jetzigen Spielern gesprochen. Ich habe gehört, dass der Kader so zusammenbleibt. Bisher gibt es noch keine Absagen. Das ist schon mal eine gute Geschichte. In Zukunft werden wir gemeinsam überlegen und vielleicht noch zwei bis drei Neuzugänge präsentieren.

Aktuell befindet sich die Mannschaft mitten im Abstiegskampf. In welchen Regionen sehen Sie den Klub im Jahr 2021?

Deutz Erstmal wissen wir noch gar nicht, ob die Saison zu Ende gespielt werden kann. Das Wichtigste wird sein, die Klasse zu halten. Über Ziele zu sprechen, ist natürlich noch viel zu früh. Die Mannschaft steht unten drin. Das wollen wir ändern, um mittelfristig wieder ins gesicherte Mittelfeld zu rutschen.

Ihr Vorgänger Nisfad Grgic war wie Sie beim SV Budberg aktiv und steht noch bis Sommer an der Seitenlinie. Haben Sie mittlerweile schon Kontakt zu ihm aufgenommen?

Deutz Ich kenne und schätze ihn sehr. Wir werden uns bestimmt bei den Alten Herren auf dem Platz wiedersehen. Dann werde ich mich mal mit ihm unterhalten. Im Moment macht es aber noch keinen Sinn sich auszutauschen. Ich werde mir bestimmt noch ein paar Spiele der Mannschaft anschauen und mir einen ersten Eindruck machen. Ich möchte aber auch noch nicht zu viel sehen und hören. Die Mannschaft lerne ich erst in der Vorbereitung kennen. Dann kann ich mir mein eigenes Bild machen.

In Veen und Budberg war Michael Hartwich ihr Assistent. Wer wird Sie in Millingen im Trainerteam unterstützen?

Deutz Michael ist ein alter Weggefährte, der mich immer als Fitnesscoach begleitet hat. Er wird wieder dabei sein, denn Trainerarbeit kann nur im Team funktionieren. Auch Marc Roßmann wird dazukommen. Im Moment ist er noch aktiver Spieler. Er möchte aber langsam seine Laufbahn als Trainer angehen. Auf Vorschlag des Vorstands habe ich mit ihm ein Gespräch geführt. Wir liegen da klar auf einer Linie.

Ihre Motivation ist zu spüren. Haben Sie nie darüber nachgedacht als Trainer in den Ruhestand zu gehen?

Deutz Budberg sollte eigentlich meine letzte Station sein – zumindest im Seniorenbereich. Im Jugendbereich hätte ich mir nochmal etwas vorstellen können. So war eigentlich der Plan, jetzt ist es aber nochmal anders gekommen.

Sie waren als Fußball-Obmann bei Fichte Lintfort im Gespräch. Stimmt das – und gab es noch andere Angebote?

Deutz Es gab Anfragen. Die habe ich aber abgesagt. Bei einem Verein hätte ich es mir vorstellen können. Da sind wir aber aus anderen Gründen nicht zusammengekommen. Es hätten aber nicht mehr viele Vereine sein können.

Wie meinen Sie das?

Deutz In Budberg verlief das Ende nicht so, wie ich es mir vorgestellt habe. Dann habe ich aber schnell gemerkt, dass mich der Ehrgeiz nochmal gepackt hat und die Lust noch zu spüren ist.

Wie ist Ihre Verbindung zum SV Budberg heute? Ihr Sohn ist weiterTeil der Bezirksliga-Mannschaft.

Deutz Natürlich verfolge ich, was er so macht. Ich habe aber erstmal ein bisschen Abstand gehalten. Gegen Tönisberg war ich mal wieder auf dem Platz. Natürlich drücke ich die Daumen, dass Budberg den Klassenerhalt schafft. Die Mannschaft ist gut genug. Ich bin sicher, dass es zu einem guten Ende führen wird.