TuS Xanten: Handballfrauen starten in die neue Saison

Handball : Siegchancen in ganz anderer „Challenge“

Handballfrauen-Bezirksliga: Das Team des TuS Xanten muss sein erstes Saison-„Heimspiel“ im Exil in Kalkar austragen. Grund ist die noch nicht fertiggestellte Sporthalle an der Bahnhofstraße. Auch die Saisonvorbereitung litt darunter.

Lange hat man nichts mehr von den Handballfrauen des TuS Xanten gehört. Das hat Gründe: Sommerpause, Trainings-Probleme und erfreuliche Aktivitäten wie Heirat, Flitterwochen oder Urlaub hielten die Domstädterinnen davon ab, die Fans am Team-Geschehen teilhaben zu lassen. „Ja, wir leben noch – und wie. Schon seit Wochen sind wir mit unserer Vorbereitung auf die neue Saison zugange. Mit einem Kader von 22 Frauen machten wir uns schon vor den Sommerferien auf den Weg“, sagt Lena Gäde, die vor der Sommerpause noch ihren Mädchennamen Brammen trug. „Dass wir so früh mit der Vorbereitung gestartet sind, hatte den Grund, dass wir noch einige Trainingseinheiten in unserer Halle absolvieren wollten. Denn wir wussten ja bereits zuvor, dass die Halle einen neuen Hallenboden bekommen sollte und somit nicht zur Verfügung stehen würde. Bereits vor der Sommerferien puzzelte unser Trainer Harald einen Trainingsplan für die Ferien zusammen, der irgendwie ohne eigene Halle auskommen musste“, sagte Teamsprecherin Gäde.

So schnupperten die Domstädterinnen auch in interessante andere Sportarten hinein wie Kuk Sool Won, Fußball und Bungee Jumping. Diese Trainingseinheiten waren nicht nur interessant, sondern gleichzeitig spaßig und schweißtreibend. Mitte der Ferien gab’s die Hiobsbotschaft, dass die Arbeiten in der Halle konnten wegen der hohen Temperaturen nicht fertiggestellt werden konnten. Damit mussten die TuS-Frauen weiter improvisieren. Klar war nun auch, dass sowohl das Pokalspiel, als auch das erste Meisterschaftsspiel nicht in Xanten stattfinden können, da keine andere Halle in der Stadt die Handballfeldnormen erfüllt. Dies sorgte für Frust bei Trainer und Spielerinnen.

Den Kopf in den Sand zu stecken, war keine Option. Notlösungen mussten her: „Rückblickend kann man wahrscheinlich sagen, dass wir sicherlich gute Aufstiegschancen hätten, wenn wir nächste Woche die Saison im Beachhandball und nicht im Hallenhandball antreten würden. Aufgrund der fehlenden Halle haben wir uns wöchentlich zum Beachhandball getroffen und ausgepowert“, berichtete Gäde.

Außerdem verabredete Trainer Harald Metsches einige Testspiele auswärts, um Hallenboden unter den Füßen spüren zu können. Hamborn, Dinslaken, Alpen/Rheinberg, Linfort und Mühlheim-Styrum waren die Stationen des Teams, wo es gegen meist höherklassige Gegner durchwachsene Leistungen gab. Metsches war zuweilen unzufrieden, weil taktisch kaum etwas einstudiert werden konnte. Das lag vor allem an der Urlaubszeit, in der viele Spielerinnen nicht anwesend waren. Andere hatten mir ihrer Ausbildung oder dem Studium begonnen oder waren durch ihren Schichtdienst verhindert. Es gab kaum eine Trainingseinheit, in der mehr als zehn von 22 Spielerinnen anwesend waren.

Lena Gäde: „Nun, zwei Wochen seit Wiederbeginn der Schule, ist langsam absehbar, dass wir unsere Bahnhofshalle wiederbekommen. Ende September soll es wohl soweit sein – endlich! Auch die Trainingsbeteiligung hat sich etwas entspannt, da viele aus ihren Urlauben zurückgekehrt sind.“ Leider steht dem Trainer auch nicht mehr ein Kader von 22 Frauen zur Verfügung: Aline Dupont, unsere Kapitänin und Führungsspielerin, sieht Mutterfreuden entgegen und wird uns, zumindest auf dem Feld, in dieser Saison nicht anführen können. Hannah Heier, eine Spielerin die aus der eigenen A-Jugend dazugestoßen ist, musste leider auch noch während der Vorbereitung ihre aktive Teilnahme zurückziehen, da ihre begonnene Ausbildung in die Quere kam.“

Die Zeichen für eine erfolgreiche Saison stehen also in den Sternen, obwohl der Kader Potential mitbringt. Man kann gespannt sein, was die Xantener Handballerinnen auf die Platte bringen. Es ist zwar keine Leistungsexplosion von Beginn an zu erwarten, aber die TuS-Frauen sind voller Hoffnung, dass im Laufe der Saison mit zunehmender Spielpraxis und Trainingseinheiten in der eigenen Halle die Leistungssteigerung förmlich messbar wird. „Der Star in dieser Saison ist die Mannschaft und nicht eine einzelne Spielerin“, sagt Trainer Metsches mit Blick auf die Breite des Kaders.

Man kann gespannt sein, was die Saison bringen wird. „Eine Challenge haben wir ja bereits so gut wie gewonnen: den Fotowettbewerb unseres Vereins. Ich zitiere: Wenn wir nur halb so gut spielen werden, wie wir aussehen, sollte es eine gute Saison werden“, schmunzelt Lena Gäde.

Während der Saisonvorbereitung wichen die Handballfrauen des TuS Xanten auch in den Sand aus und trainierten Beachhandball. Foto: NN

Das erste Meisterschaftsspiel findet aufgrund der noch nicht fertiggestellten Sporthalle an der Bahnhofstraße in Xanten in Kalkar statt: Samstag, 15. September, 18 Uhr: TuS Xanten – TV Voerde. Austragungsort: Sporthalle Kalkar, Am Bollwerk 16

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