Lokalsport: TuS Xanten bricht nicht auseinander

Lokalsport : TuS Xanten bricht nicht auseinander

Fußball-Kreisliga B: Nach dem Abstieg haben sich bislang sechs Spieler abgewandt. Trainer bleibt Raschid Riad.

Rachid Riad macht sich bereits Gedanken über das Mannschaftsfoto. Sein Geld verdient der Trainer des TuS Xanten als Fotograf, da kann man Hobby und Beruf doch auch auf dem Fußballplatz kombinieren. Am kommenden Dienstag wird sich der Coach des A-Liga-Absteigers mit seinen Spielern erstmals in der neuen Saison treffen. Riad wird dann abzählen, wie viele Kicker auf dem Foto zu sehen sein werden. "Wenn alle da sind, müssten es über 20 Spieler sein", rechnet Riad mit einem gut gefüllten Bild.

Es heißt für den Trainer also einmal mehr: Neue Namen lernen. Die Übung hat Riad schon nach den Ostertagen vollführt, als er als bereits dritter Trainer der abgelaufenen Spielzeit am Fürstenberg vorgestellt wurde. In aussichtsloser Situation, denn nach einer lang andauernden Flaute auf dem Punktekonto hinkte der TuS schon damals der Konkurrenz hoffnungslos hinterher. "Es war trotzdem die richtige Entscheidung", blickt Riad auf seine ersten Monate in Xanten zurück. Den Abstieg mochte auch er nicht verhindern, mit guten Spielen und vier Siegen aber stellte er klar, dass allein der Zeitpunkt seines Engagements der Falsche war. Riad kam zu spät - er holte mit dem Team noch 13 Punkte aus zehn Spielen und unterstrich, dass der TuS jetzt nicht in der B-Liga hätte antreten müssen. "Der Abstieg hätte nicht sein müssen", versichert er.

Umso verständlicher ist die Reaktion, die Mannschaft und Trainer des TuS nun zeigen. "Wir wollen oben mitspielen", sagt Riad. Und weil "oben" nun mal ein weit gefasster Begriff sein kann, stellt er fest, dass "auch der Aufstieg ein Thema sein soll". Riad profitiert davon, dass der TuS von dem befürchteten Los eines Absteigers aus der A-Liga verschont blieb. Die Mannschaft ist nicht auseinandergebrochen und hat sich nicht in alle Winde, sprich auf die übrigen Plätze des Kreises, verstreut. Sechs Akteure haben dem Fürstenberg den Rücken zugekehrt. Pascal Seitz und Paul Küpper zieht es zum ESV Hohenbudberg.

Yannis Schwarz und Yannik Martin gaben schon früh ihren Wechsel zum SV Millingen bekannt. Kajanthan Sivam zieht es zum SV Orsoy zurück, von dem er zwei Jahre zuvor kam. Talent Tobias Ries, in der Endphase der Saison von den A-Junioren des TuS aufgerückt, wird sein Glück künftig beim SV Sonsbeck II versuchen. Alle Sechs werden also weiterhin in der A-Liga zu sehen sein, während ihre letztjährigen Mitspieler den Schaden in der B-Liga wieder reparieren wollen.

Riad kann auf mehr als ein Dutzend verbliebener Akteure zählen; dazu werden sich einige neue Spieler gesellen. Riads guter Name in Moers, wo er zuvor die Zweitvertretung des GSV trainierte, hat drei ehemalige Schützlinge an den Fürstenberg gelockt. Yassin Arouni, Milan Jevtic und Milivoje Malesevic wechseln von der Filder Straße nach Xanten. Mit Florentin Ukaj schließt sich zudem ein Spieler des A-Liga-Aufsteigers SV Scherpenberg II dem TuS an. Riad ahnt schon, dass jetzt der Einwand der fehlenden Ortsnähe folgt. "Ich komme aus Moers und bin noch nicht lange in Xanten", erklärt er, warum Moers sein "Zielgebiet" auf dem Transfermarkt war. "Im Norden des Kreises hat sich der Vorstand umgeschaut", verrät er.

Mit Erfolg. Mit Andreas Pfeil wurde ein Abwehrspieler aus Reihen der letztjährigen A-Junioren des SSV Lüttingen gewonnen; zudem steht noch ein weiterer Wechsel vor dem Abschluss. Für die vakante Torwartposition taucht der Name von Daniel von Sarnowski auf. Der Asberger hat bereits mit dem SV Millingen A-Liga-Erfahrung sammeln dürfen. Zudem versieht Riad den schon angekündigten Abgang von Mittelfeldspieler Viktor Huber nach Orsoy noch einmal mit einem Fragezeichen. "Da hat es Gespräche gegeben", berichtet der Coach, "und ich gehe davon aus, dass er doch bei uns bleiben wird." Was seine eigene Position angeht, sieht er allerdings noch Handlungsbedarf.

Nachdem Torwarttrainer Frank Zimprich sich ebenfalls in Richtung Hohenbudberg orientierte, steht Riad derzeit ohne Unterstützung dar. "Es gibt leider keinen Co-Trainer." Für die neue Mannschaft wird die Vorbereitung kein Zuckerschlecken werden. Vier- bis fünfmal pro Woche bittet Riad seine Schützlinge bis zum Saisonauftakt auf den Platz. Für die nötige Fitness der Spieler sollen Trainer aus der Leichtathletik-Abteilung des TuS sorgen. "Von nichts kommt nichts", sagt Riad. Und ohne Fleiß und Einsatz geht's auch nicht aufs Mannschaftsfoto.

(DK)
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