Fußball : TuS beendet Sonsbecker Höhenflug

Fußball: Die Mannschaft von Trainer Horst Riege unterlag in der Oberliga zu Hause der Elf aus Bösinghoven mit 2:4.

Es bleibt dabei: Der TuS Bösinghoven ist so etwas wie der Angstgegner des Oberligisten SV Sonsbeck. Dies bestätigte sich am Gründonnerstag, als die Elf von Trainer Horst Riege nach vier erfolgreichen Partien in Serie ihr Heimspiel gegen die Meerbuscher mit 2:4 (1:2) verlor und damit auf ihrem Marsch raus aus der Abstiegszone jäh gestoppt wurde.

Das Wort "Auswärtssieg?" prangte in großen Buchstaben auf der Frontscheibe des Bösinghovener Mannschaftsbus. Das Fragezeichen haben die TuS-Kicker wohl auf der Rückfahrt diskret verschwinden lassen. Dabei spielte es ihnen in die Karten, dass sie bereits nach sechs Minuten in Führung gingen. Tobias Kästner foulte Florian Witte. Eigentlich unnötig, weil der Sonsbecker ihn viel früher mit legalen Mitteln vom Ball hätte trennen können. Tat er aber nicht, griff stattdessen zum letzten unerlaubten Mittel und behinderte Witte regelwidrig. Christos Pappas verwandelte im zweiten Anlauf, nachdem der Unparteiische eine Unkorrektheit beim ersten Versuch gesehen haben wollte. Keeper Dominik Weigl hatte jeweils keine Abwehrmöglichkeit. Die Platzbesitzer kamen nur schwer in die Gänge.

Danny Rankl forderte bei seinem Schussversuch TuS-Torhüter Oliver Seibert alles ab. Bösinghoven konterte mit seinen schnellen Angreifern. Doch der SVS ließ nicht locker und kam unter tätiger Mithilfe der Gäste zum Ausgleich. Rankl schoss einen Freistoß an der Strafraumgrenze direkt in die Mauer, von wo aus das Leder unerreichbar für Bösinghovens Nummer Eins abgefälscht wurde. Doch die Freude dauerte gerade einmal zwei Minuten. Und da waren sie wieder, die vielen Fehler beim Aufbau. Die Gäste konterten genau und schnell. Plötzlich stand Kevin Dauer völlig "blank" und schob ein.

Im zweiten Durchgang versuchte Sonsbeck das Heft in die Hand zu nehmen. Aber immer wieder konterte der TuS gefährlich. Noch einmal witterten die Hausherren ihre Chance, als der erfahrene Pappas nach einer Stunde Rot sah. Er hatte völlig unmotiviert den eingewechselten Jonas Kremer rüde auf den Kunstrasen befördert und durfte dann gehen — nicht ohne sich noch ein wenig verbal mit dem SVS-Anhang anzulegen. Aber die Gäste hatten mit Bekim Kastrati einen weiteren Routinier in ihren Reihen. Der nutzte einen Konter gegen die weit aufgerückte SVS-Hintermannschaft zum 3:1. Es spricht für die Moral der Sonsbecker, dass sie nicht aufgaben und es mit der Brechstange versuchten. Und die schöpften neue Hoffnung, als Kremer per Kopf zum 2:3 verkürzte (84.).

Für den Winterpausen-Zugang war es der erste Treffer im neuen Dress. Aber alle Hoffnung machte Dauser zunichte. Der erlief sich einen der vielen schlampigen Pässe aus der Sonsbecker Abwehr und erzielte sein zweites Tor. Nicht mehr ins Gewicht fiel die Gelb-Rote Karte gegen Lutz Pastoors, der sich zu heftig über eine Schiedsrichterentscheidung beschwerte. Entsprechend bedient war Coach Riege nach dem Abpfiff: "Wenn du solche Fehler machst, dann kannst du nicht gewinnen, es ist unerklärlich. Ich habe meine Mannschaft vor der schnellen Bösinghovener Offensive gewarnt, aber sie hat wohl nicht zugehört."

(RP)
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