Fußball : Tommy Thielen – Spätstarter mit Pfeife

Erst mit 33 Jahren legte der zweifache Familienvater die Prüfung zum Fußball- und Futsal-Schiedsrichter ab. Seitdem war er bei rund 250 Begegnungen als Spielleiter oder Assistent dabei.

Er ist der Spätstarter unter den Schiedsrichtern im Fußball-Kreis Moers. Obwohl Tommy Thielen vom SV Vynen-Marienbaum erst im Oktober 2015 mit 33 Jahren seine Prüfung ablegte, kann der Familienvater aus Kalkar schon rund 250 Einsätze als Referee oder Assistent an der Seitenlinie vorweisen. Zudem sitzt der gebürtige Xantener im Kreis-Schiedsrichter-Ausschuss und kümmert sich um Ansetzungen im A-Jugend- sowie Alt-Herren-Bereich. An diesem Wochenende ist Thielen zehn Stunden lang beim Futsal-Kreis-Turnier für U15- und U17-Mädchen in Moers mit der Pfeife im Einsatz.

„Ich habe es bisher nicht bereut, meine aktive Karriere als Fußballer beendet zu haben, um mich aufs Pfeifen zu konzentrieren“, sagt der Qualitätsspezialist, der in einem niederländischen Molkerei-Betrieb arbeitet. Wer ihn auf dem Platz sieht, merkt schnell, dass Thielen ein Kumpel-Typ ist. „Ich mache auch mal einen Scherz. Ich muss mit meinem 37 Jahren niemandem mehr was beweisen.“ Der Vater von zwei Kindern „wechselte die Seiten“, weil er zu verletzungsanfällig war. „Ich wollte aber nicht komplett mit Fußball aufhören und habe im Internet von einem Anwärter-Lehrgang für Schiedsrichter erfahren. Und da habe ich mich dann wohl nicht allzu blöd angestellt.“ Noch in 2015 wurde Thielen, der in Obermörmter aufwuchs, für ein Wochenende zu einem Sonderförder-Lehrgang nach Düsseldorf geschickt. Im selben Jahr machte er seinen Futsal-Schein.

Tommy Thielen pfeift Spiele bis zur Bezirksliga und ist als Schiri-Assistent bis zur Oberliga im Einsatz. Zwei negative Erfahrungen auf dem Platz musste der Referee verarbeiten. „Einmal wurde ich gewürgt, dass andere mal wollte mir ein Spieler eine Kopfnuss verpassen. Diese Vorfälle sind längst abgehakt. Die positiven Eindrücke überwiegen eindeutig.“