Tobias Telle spricht über die Badminton Zukunft im TuS Xanten

Xantens Badminton-Zukunft : Schnell, dynamisch, Badminton

Der Deutsche Badminton-Verband hat mit einem Mitgliederschwund zu kämpfen. Der TuS Xanten verzeichnet aber einen leichten Aufschwung. Abteilungsleiter Tobias Telle hat die Weichen für die Zukunft gestellt.

Es ist eine der bekanntesten Sportarten. Denn fast jeder hat den federleichten gespannten Schläger und den kegelförmigen Ball schon einmal im Sportunterricht in die Hände genommen. Und doch wissen viele nicht, dass es Wettkampfsport ist – Badminton. Oft wird der Leistungssport mit der Freizeitvariante Federball verwechselt. Aber Badminton ist schneller, dynamischer und wird nach festen Regeln gespielt.

Tobias Telle lebt den Sport seit zehn Jahren. Seit fünf Jahren leitet er die Badminton-Abteilung im TuS Xanten ehrenamtlich, wenn er nicht selbst die Bälle über das Netz hin und her jagen lässt. An drei Tagen in der Woche trainiert er, am Wochenende spielt er Turniere. Badminton, das ist nicht nur Leidenschaft. Der Sport hat dem 26-Jährigen aus einer schwierigen Phase heraus geholfen. „Anfangs war ich grauenvoll, ich habe nicht einen Ball getroffen“, erzählt er lachend. „Aber mit jedem Spiel wurde ich besser und irgendwann hat man mich zu Hause nicht mehr gesehen“, erinnert er sich an den Beginn der Zeit, die er fortan in Hallen verbrachte.

Das Spiel lebt von Schnelligkeit, Spannung und Eifer. Das ist genau das, was viele Kinder und Jugendliche an diesem Sport begeistert. Badminton gilt als schnellste Ballsportart der Welt; der Ball kann in der Luft an die 400 Stundenkilometer erreichen. Aber ist der Ball einmal am Boden, ist der Punkt verloren.

Auch TuS-Abteilungsleiter Tobias Telle sieht die Zukunft des Sports in Xanten gesichert. Foto: Julia Weise

Und dennoch erlebt der Deutsche Badminton-Verbund einen starken Mitgliederrückgang. Auch beim TuS zeichnete sich ein ähnliches Bild ab. Die Montagstrainings der Schüler und Jugendlichen mussten kurzzeitig zusammengelegt werden, da sonst sechs der neun Spielfelder in der Sporthalle an der Bahnhofsstraße ungenutzt geblieben wären. „Mittlerweile haben wir wieder genug Mitglieder, sodass die Altersklassen getrennt voneinander trainieren können“, erklärt Telle. In der Viertelstunde zwischen dem Platzwechsel spielen beide Mannschaften ein Spiel gegeneinander. Telle: „Am besten lernt man von denen, die mehr können, als man selbst.“

Woher die neuen Mitglieder kommen, kann sich der Industriemechatroniker nicht erklären. Natürlich gehe man in die Schulen und mache Werbung für den Sport. Aber das sei ja nichts Neues. Telle sieht vielmehr das abteilungsübergreifende Konzept des TuS als einzigartige Stärke des Vereins. „Fußballspieler können auch mal mit den Handballern oder uns trainieren und so verschiedene Sportarten ausprobieren. Das kenne ich von keinem anderen Verein“, führt er fort. So kommen auch schon mal am Montagabend junge Sportbegeisterte des TuS zum Badminton. Das ist nicht nur für den Sport ein Mehrwert, sondern auch für den Sportler. „Beim Badminton werden ganz andere Muskelpartien beansprucht als beim Fußball.“ Es braucht viel Ausdauer, Schlagkraft, Technik und Feingefühl. „In unserer Abteilung ist jeder willkommen. Da guckt einen keiner blöd an. Wir spielen direkt miteinander und nehmen die Hemmung“, begrüßt er neue Mitglieder.

Die Strukturen in Deutschland seien da, um den Sport größer zu machen, findet Telle. Deutschland ist als Ausrichter vieler internationaler Badminton-Veranstaltungen auch international von Bedeutung. Zu den Yonex German Open in Mühlheim oder den Badminton Open Saarbrücken reisen hochrangige Spieler, Weltmeister und Olympiasieger an. Die Hallen sind brechend voll. Landesweit fehlt es aber an gesellschaftlicher Anerkennung für den Rückschlagsport, erkennt Telle. Anders als in asiatischen Ländern habe man hier nicht die Mittel und Gelder zur Verfügung, um den Nachwuchs richtig zu fördern. Das stellte auch U19-Bundestrainer Matthias Hütten kürzlich in einem Interview fest. Der deutschen Badminton-Zukunft in zehn Jahren sehe er jedoch – wie auch Telle in Xanten – positiv entgegen.

Für die erste und zweite Mannschaft des TuS läuft es in der gegenwärtigen Saison sehr gut. Sie stehen oben in der Tabelle. Auch die Mini-Mannschaften sind gut dabei. Das Erfolgsrezept des Abteilungsleiters aus Xanten lautet ganz sportlich: Teamgeist und engagierte Trainerinnen. „Durch die Gemeinschaft aus Jugendlichen und Senioren gelingt es uns den Verein zusammen zu halten. Wir freunden uns generationsübergreifend miteinander an.“ Dankbar ist er seiner erfahrensten Trainerin Sabine Eschweiler. Sie leitet drei Jugend-Spielerinnen, die gerade ihren Trainerschein gemacht haben, als neue Trainerinnen an. Die nächste Badminton-Generation in Xanten ist gesichert.

Auch Tobias Telle hat in Zukunft noch einiges vor. Er möchte weiterhin Werbung für den Sport machen und sich im Verein engagieren. „Solange ich in Xanten wohne, möchte ich dem TuS erhalten bleiben. Mindestens die nächsten 15 Jahre.“

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