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Tiziana Kaletta aus Rheinberg Deutsche Meisterin im Rollkunstlaufen

Rheinbergerin holt DM-Titel im Rollkunstlaufen : Tiziana Kaletta – Deutsche Meisterin auf acht Rollen

Die 14-jährige Rheinbergerin hat bei den nationalen Titelkämpfen in Heilbronn in ihrer Altersklasse Gold gewonnen. Ihr starken Pirouetten waren entscheidend für den Erfolg. Am Ende musste sie jedoch zittern.

Tiziana Kaletta hat für diesen Erfolg hart gearbeitet und auf vieles verzichtet. Nun wurde die 14-jährige Gymnasiastin in Heilbronn für den Aufwand und die Entbehrungen belohnt. Die Rheinbergerin gewann in ihrer Altersklasse den Deutschen Meistertitel im Rollkunstlaufen. Es flossen Freudentränen der Erleichterung, denn ihre Kür war nicht optimal. „Ich war doch sehr nervös“, sagte Tiziana Kaletta, die mit sich selbst haderte. Doch bei der Siegerehrung, als endlich die ersehnte Goldmedaille um den Hals hing, waren die Fehler vergessen.

26 Läuferinnen wetteiferten in der Klasse Mädchen A im Heilbronner Rollsportstadion um die Plätze. Zunächst stand die Kurzkür an. Tiziana Kaletta, die beim TV Aldenrade in Walsum trainiert, betrat als neunte Läuferin bei 34 Grad Außentemperatur und stauender Hitze die Bahn. Unter donnerndem Applaus – ein wenig aufgeregt, aber sehr motiviert und voller Selbstvertrauen – ging’s für sie los. Ihr schwarzes Kleid, verziert mit bunten Blümchen und rund 3000 glitzernden Swarovski-Steinchen, hat Dorothee Kirfel mit viel Liebe genäht. Zur Musik von Michel Legrands „Summer of 42“ nahm sich die junge Rheinbergerin vor, den Wertungsrichtern eine bessere Kurzkür zu präsentieren als bei den Norddeutschen Meisterschaften, wo ihr die Sprungkombination aus Doppelflip, Doppel-Toeloop, Doppel-Toeloop nicht gelang.

 Tiziana Kaletta nach der Siegerehrung mit Goldmedaille.
Tiziana Kaletta nach der Siegerehrung mit Goldmedaille. Foto: Erik Kaletta
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Und die DM begann nicht optimal. Beim ersten Element, dem Doppelaxel, landete Tiziana Kaletta nicht sauber und stürzte. Die von ihr so gefürchtete Sprungkombination gelang diesmal mit Bravour. Und auch die anderen Elemente klappten, bis auf einen kleinen Fehler, gut. Mit 38,51 Punkten ging die Schülerin vom Amplonius-Gymnasium in Führung. Das Zwischenziel, Einzug ins A-Finale, war erreicht. 

Am Tag der Kür kletterte in Heilbronn die Außentemperatur auf 37 Grad. „Für jeden Teilnehmer war’s eine extreme Belastung, die knapp 3:40 Minuten lange Kür in der Hitze durchzuhalten“, sagte Papa Erik Kaletta. Seine Tochter bekam im klimatisierten Hotelzimmer Babybrei zum Mittag, da der nicht so schwer im Magen liegt, aber jede Menge Kohlenhydrate liefert. Kaum an der Rollsporthalle angekommen, stieg die Nervosität. Sie war das erste Mal bei einer großen Meisterschaft die Gejagte und nicht die Jägerin.

Nachdem sich Tiziana Kaletta geschminkt und ihr Trainerin Katharina Peter die Haare zurechtgemacht hatte, wurde es ernst. Als sie der Stadionsprecher als letzte Läuferin aufrief, wurde es zunächst laut, dann aber sofort still. Tiziana Kaletta stürzte gleich zu Beginn beim Doppelaxel. Auch beim Dreifach-Salchow hakte es. Die folgende Sprungkombination klappte. Die Kombipirouette war nicht ganz sauber ausgeführt. Dafür präsentierte sie schöne Schrittfolgen.

Als das vorletzte Element, der Doppel-Flipp, nicht gelang, wurde es in der Halle ganz leise. Denn nun war der Vorsprung aus der ersten Kür ausgeschöpft. Beim letzten Element, der Kombinationspirouette, durfte nichts schief gehen. Die aber meisterte sie mustergültig. Tiziana Kaletta lief nach Meinung der Wertungsrichter mit nur 45,16 Zählern die viertbeste Kür, sicherte sich aber in der Gesamtwertung (83,67) den DM-Titel.

Trainerin Peter war entzückt: „Den Grundstein haben wir in der Kurzkür gelegt. Tizi hat sich läuferisch stark verbessert und war sehr ausdrucksstark. Außerdem lief sie die mit Abstand besten Pirouetten im Wettbewerb, die ihr die wichtigen Punkte einbrachten. Nach durchwachsenem Beginn hat sie sehr gut gekämpft, ihre konditionelle Stärke ausgespielt und am Ende der Kür die entscheidenden Zehntel mit der kurz vor der DM nochmals geänderten Kombi-Pirouette geholt. Wir haben eine Position mehr eingebaut – das hat sich schließlich ausgezahlt.“

Stolz war auch Erik Kaletta: „Tizis‘ Tage sind sehr eng getaktet. Schule, Hausaufgaben, Mittagessen, Training in Duisburg, Nachhilfe, erst ab circa 20.15 Uhr beginnt ihre Freizeit. Es gehören schon sehr viel Ehrgeiz und Zielstrebigkeit dazu, um dem Leistungsdruck standzuhalten.“ Mit dem DM-Erfolg kann sich seine Tochter jetzt berechtigte Hoffnungen auf eine EM-Nominierung machen.