Tischtennis: Kapitän Ermin Besic und seine Mannschaft

Tischtennis : Der Kapitän und seine Mannschaft

Am Sonntag kehren die NRW-Liga-Herren des TuS 08 Rheinberg an die Platten zurück. Ermin Besic stellt das Team vor. Wider erwarten führt Nikolai Solakov als Spitzenspieler die Truppe in der zweiten Halbserie an.

Für Ermin Besic persönlich war’s eine von großem Leid geplagte Hinrunde. Grund waren nicht etwa die Ergebnisse, sondern immer wiederkehrende Rückenprobleme, die den Kapitän des Tischtennis-NRW-Ligisten TuS 08 Rheinberg behinderten. An Höchstleistungen war nicht zu denken. In der Winterpause konnte sich der 44-Jährige in Ruhe auskurieren. Dem Härtetest beim Vereinsturnier am vergangenen Wochenende hielt Besics Rücken stand.

„Außer einem Muskelkater habe ich keine großartigen Schmerzen davongetragen“, sagt der Mannschaftsführer, der passend zum Rückrunden-Start an Sonntag wieder bei 100 Prozent ist. Jetzt will Besic zurück zu alter Stärke. „Ich habe aber definitiv nicht das Niveau, um oben zu spielen“, stellt der Kapitän fest. Ab sofort ist er an Position vier gemeldet.

Leon Viktora ist mit 17 Jahren der Jüngste im Team. Foto: Christoph Reichwein (crei)

Vor der Saison hielten den TuS 08 viele für einen potenziellen Aufstiegskandidaten. Die Rheinberger wollten in erster Linie eine Verjüngungskur einleiten, um sich dauerhaft in der NRW-Liga zu etablieren. „Der Start war sensationell gut. Wir haben viele goldene Punkte geholt“, blickt Besic zurück. Anhaltende Ausfälle und viele Ersatzstellungen warfen die Rheinberger danach etwas zurück. Mit Rang fünf und sechs Punkten Vorsprung auf die Relegationsplätze kann Ermin Besic mit seinem Team guten Gewissens in das zweite Halbjahr gehen. Die Spielzeit setzt sich am Sonntag um 11 Uhr mit der Partie beim Schlusslicht Union Düsseldorf fort.


Die Nummer 1 Ende vergangenen Jahres stand der Name von Rückkehrer Nikolai Solakov schon wieder auf der Wechselliste. Dabei hatte die zweite „Amtszeit“ des ehemaligen Bundesliga-Spielers in Rheinberg erst vor der laufenden Serie begonnen. Dem Bulgaren sollten keine Steine in den Weg gelegt werden, sofern er im Winter einen neuen Verein finden sollte. Sein Wechsel zum TTC Altena war quasi fix. Was folgte, war eine für alle Beteiligten völlig unerwartete Rolle rückwärts. Ein formaler Fehler bei der Unterschrift brachte den Transfer doch noch zum Platzen.

„Dann haben wir kurz vor Meldeschluss natürlich alle Hebel in Bewegung gesetzt und ihn in letzter Sekunde doch noch bei uns gehalten“, erklärt Besic das Hick-Hack um den wohl stärksten Spieler im Kader. Ähnlich wie in der Hinrunde (drei Spiele) soll Solakov auch künftig nur in ausgewählten Partien zum Einsatz kommen. „Es wird sehr wichtig sein, ihn als Punktegarant aufzustellen“, ergänzt der Kapitän.


Der „alte Fuchs“: Damian Ciuberek wird von nun an im obere Paarkreuz aufschlagen. „Das hat er sich auch verdient“, meint Besic. Vor allem in Sachen Motivation und Einstellung macht der Rheinberger Nummer Zwei kaum jemand etwas vor. „Er gibt von Woche zu Woche 100 Prozent. So einen musst du in der Mannschaft haben.“


Der Youngster: Mit gerade mal 17 Jahren steht für Leon Viktora eine positive Bilanz zu Buche. Dass der Schuss auch hätte nach hinten losgehen können, war seinem Mentor Ermin Besic mit Sicherheit bewusst. Im Großen und Ganzen konnte der Schüler aber gut mit dem Druck umgehen. „Ich hätte noch ein bisschen mehr von ihm erwartet. Es ist natürlich nicht ganz so einfach. Ich bin mir sicher, dass er weiter dazulernen und seinen Weg gehen wird.“


Der Kumpel-Typ: Mit Hans-Christian Dietze spielt Besic schon jahrelang zusammen. Nicht umsonst zählt er seinen Kumpel zu den besten NRW-Liga-Spielern aus dem unteren Paarkreuz. Dietze wird hinter Besic an Position fünf aufgestellt sein. „Er ist ehrgeizig, erfahren und hat nicht ohne Grund in der 2. Liga gespielt. Er holt oft die entscheidenden Punkte“, weiß der Kapitän.


Der Aufsteiger: Um den Jugendlichen eine Chance zu geben, ließ sich Jens Menden in der Vorrunde in der zweiten Mannschaft melden. Zuvor hatte der Akteur mit mehreren Kreuzbandverletzungen zu kämpfen. Doch nicht nur in der Verbandsliga machte er positiv auf sich aufmerksam. Drei Mal durfte Menden in der NRW-Liga ran, drei Mal spielte er stark. „Das hat ihm gutgetan. Ich bin der festen Überzeugung, dass er bei uns viele wichtige Spiele gewinnen wird“, gibt sich Ermin Besic optimistisch.


Der Routinier
Manfred Müller durchläuft seine dritte Saison beim TuS 08. „Er ist ein ganz wichtiger Bestandteil der ersten und zweiten Mannschaft. Was er an den Tag legt, ist überragend.“ Vereinsdenkend, mannschaftsdienlich, motivierend – drei Eigenschaften, die auf Müller zutreffen. „Er ist weit über 50. Mit Spielern wie Manni kommt nie Langeweile auf.“ Als Spitzenspieler der „Zweiten“ ist Müller der erste Ersatzmann.