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Tischtennis: Ismet Erkis bei der Senioren-Europameisterschaft

Tischtennis : Gänsehaut-Gefühl in Rimini

Ismet Erkis hat in der vergangenen Woche an der Senioren-Europameisterschaft im Tischtennis teilgenommen, die in Italien stattfand. Der NRW-Liga-Spieler des TuS 08 Rheinberg schafft es in der Altersklasse Ü45 bis ins Achtelfinale.

Die Sommerferien haben gerade begonnen, die Sporthallen sind vielerorts noch bis Mitte Juli geschlossen. Während viele Tischtennisspieler gerade ihren Urlaub in der Sonne genießen, hat Ismet Erkis Sport und Erholung miteinander verbunden. Hinter der Nummer eins der NRW-Liga-Mannschaft des TuS 08 Rheinberg liegt eine spannende Reise. Gemeinsam mit Martin Kepser, der bis vor zwei Jahren noch aktiv für den TTVg WRW Kleve aufgeschlagen hatte, setzte sich Erkis Anfang vergangener Woche in den Flieger nach Rimini, um zum ersten Mal in ihrer Laufbahn an einer Senioren-Europameisterschaft teilzunehmen.

Der Startschuss für das beliebte Event für Spielerinnen und Spieler ab 40 Jahren bis ins hohe Alter fiel am Sonntagabend (26. Juni) mit einer Eröffnungsfeier. Zuvor war die Veranstaltung zweimal in Folge coronabedingt ausgefallen. Über 3000 Teilnehmer aus 42 Nationen kämpften an 110 Tischen um die EM-Titel in den Altersklassen Ü40 bis Ü85. Die Wettkämpfe in den nach Geschlechtern getrennten Konkurrenzen Einzel und Doppel wurden auf dem Messegelände ausgetragen, das rund vier Kilometer von der italienischen Adriaküste entfernt liegt. „Ich wusste nicht, was mich dort erwartet. Und dadurch war es für mich durchweg ein Gänsehaut-Feeling“, sagt Ismet Erkis rückblickend.

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Sportlich ging’s gut los. Der 47-Jährige konnte alle seine drei Vorrundengegner aus Italien, Frankreich und Tschechien bezwingen und qualifizierte sich souverän für die K.o.-Phase. Erkis überstand auch die Runde der letzten 64 gegen den Tschechen Miroslav Kuba und das Sechzehntelfinale gegen den Iren Philip Wallace (zwei 3:1-Siege). Im Achtelfinale am Freitag scheiterte Erkis in vier Sätzen dann aber an Oleksii Naplokov aus der Ukraine, dessen beidseitige Noppenbeläge dem Rheinberger Probleme bereiteten. Im Doppel mit dem befreundeten Martin Kepser war nach dem verlorenen Entscheidungssatz gegen ein polnisches Duo derweil bereits in der Runde der letzten 32 die Endstation erreicht.

Auch wenn es letztlich nicht zu einem Podestplatz reichte, konnte Ismet Erkis mit dem Abschneiden bei seiner EM-Premiere gut leben. „Die Form hat gestimmt. Im Doppel stand der Spaß im Vordergrund. Wir haben sehr gut mitgehalten.“ Die deutschen Teilnehmer stellten mit 843 Startern nicht nur die größte Delegation, sondern nahmen insgesamt auch 46 Medaillen mit nach Hause.

Neben den sportlichen Highlights gehörte auch eine große Gala mit fast 500 Personen zu den Programmhöhepunkten in Rimini. Bei einem Vier-Gänge-Menü kamen Erkis und Kepser mit einer Gruppe aus Schweden ins Gespräch, die die eine oder andere Anekdote von vorherigen Europameisterschaften im Gepäck hatte. „Jeder Teilnehmer lebt den Sport in jeder Ader. Der Zusammenhalt war riesengroß. Jeder wollte gewinnen, aber man hat am Ende freundschaftlich verloren“, so Erkis.

Schon im kommenden Jahr möchte der Rheinberger wieder zur Senioren-EM reisen. Im Juni 2023 findet das Turnier in der norwegischen Hauptstadt Oslo statt. Zuvor wird der 47-Jährige seine erste komplette Saison für den TuS 08 Rheinberg bestreiten. Mit Vincent Kepser hat der NRW-Ligist sich noch einmal verstärkt, dementsprechend optimistisch formuliert Erkis sein persönliches Saisonziel: „Wir wollen schon um den Aufstieg mitspielen.“ Am ersten September-Wochenende wird dann bei der DJK Franz-Sales-Haus Essen zum ersten Mal um Punkte gespielt. Die Vorbereitungen haben bereits begonnen.