Fußball : Ohne Zusammenhalt geht’s nicht

Beim SV Vyma ist der Ehrenvorsitzende als Fußball-Obmann eingesprungen. Das B-Liga-Team ist arg gebeutelt.

Heinrich Josef Kleintjes, den alle nur „Jupp“ nannten, hinterließ beim SV Vyma nicht nur menschlich ein große Lücke. Bis zu seinem plötzlichen Tod mit 62 Jahren hatte er sich beinahe täglich für den Verein engagiert. Als Obmann der Senioren-Fußballer war Kleintjes sehr beliebt. Bis der Posten neu besetzt ist, wird der Ehrenvorsitzende „Charly“ Kösters das Amt kommissarisch ausüben. „Wir stehen bei der Suche nach einem Nachfolger nicht unter Druck. Es kommt keine Unruhe auf – auch wenn’s bei der ersten Mannschaft nicht läuft“, sagt Herbert Geerißen. Der Vorsitzende des SV Vynen-Marienbaum hebt den Zusammenhalt auf und neben dem Platz hervor.

Das gelte auch für die anderen Abteilungen wie den Breitensport, weiß der 67-Jährige. „In diesem Bereich sind wir weiterhin stark aufgestellt.“ Rund 800 Mitglieder zählt der Club aktuell. Bauchgrummeln bekommt Geerißen, wenn er sich vorstellt, dass die Stadt die Halle in Vynen aufgeben könnte. „Die ist für den Verein überlebenswichtig.“ Der SV Vyma sei finanziell gesund, was er an der „tollen Arbeit“ aller Funktionäre im Verein festmacht. Größere Investitionen in nächster Zeit auf den beiden Anlagen sind nicht geplant. Stand jetzt wird sich Geerißen auf der Hauptversammlung Ende März nächsten Jahres zur Wiederwahl stellen.

Herbert Geerißen ist der Vorsitzende des SV Vyma. Foto: Putjus

Er hofft, dass bis dahin die B-Liga-Fußballer von Trainer Thomas Haal nicht mehr in Abstiegsgefahr schweben, vor allem aber die Ausfallliste nicht mehr so lang ist. Geerißen: „Zwölf Ausfälle kann eine Dorf-Mannschaft nicht ersetzen. Ich bin froh darüber, dass bereits neun Punkte auf der Habenseite stehen.“ Die personellen Sorgen von Haal sind auch vor dem Duell mit dem Schlusslicht in Menzelen an diesem Sonntag groß. Jetzt hat sich auch noch Lukas Menne verletzt (Verdacht auf Muskelfaserriss). „Es kommt knüppeldick. Seit Wochen muss ich immer wieder umstellen und schauen, dass eine schlagkräftige Truppe auf dem Platz steht“, sagt Haal. Bis zur Winterpause werde sich die Situation nicht ändern. Über den Jahreswechsel sollen noch „zwei, drei Neuzugänge“ her.

Der aktuelle Kader ist mit 23 Spielern zwar groß, doch langfristige Ausfälle von Stammkräften wie Oliver Kraft oder Matthias Otto lassen sich nicht kompensieren. In der Rückrunde sollen sie wieder voll einsetzbar sein. Dann wird auch Felix Ullenboom, der weiter entfernt studiert, wieder für den SV Vyma am Ball sein. Robin Pils schleppt sich mit einer Meniskusverletzung über den Rasen. Haal rechnet mit einer OP noch in diesem Jahr.

Doch Jammern hilft nicht weiter. Das weiß der erfahrene Trainer. Bei der „Zweiten“ möchte er sich nicht „bedienen“. Vyma II will in der C-Liga die Aufstiegsrunde erreichen. So müssen wieder die Routiniers aushelfen, die sich eigentlich schon zu den Alten Herren verabschiedet hatten. Robert Wiens, Dzemal Alic oder Frank Paulußen waren bereits im Einsatz.

Herbert Geerißen findet ihr Engagement „großartig“. Es sei eben auch der Zusammenhalt, ohne den der Betrieb in einem intakten Dorfclub wie beim SV Vyma nicht funktionieren würde.

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