Aufstiegsendspurt in der Kreisliga A : Konzentration aufs Wesentliche

Fußball-A-Ligist Borussia Veen ließ es zuletzt zu locker angehen. Am Sonntag geht’s gegen das Schlusslicht SV Budberg II. Der SV Sonsbeck II erwartet den SSV Lüttingen und kann aufsteigen. Viktoria Alpen spielt schon am Freitag.

Wenn am Sonntag der 29. Spieltag der Fußball-A-Liga abgepfiffen wird, könnte es im Norden des Kreises eine etwas längere Nachspielzeit geben. Läuft alles nach Plan, dann werden sich die Kicker des SV Sonsbeck II noch zur „After-Work-Party“ zusammenfinden. Der Spitzenreiter geht mit 17 Punkten Vorsprung auf den Tabellendritten in den sechstletzten Spieltag – jetzt noch ein Sieg, dann dürfen die Knorken knallen und der Aufstieg in die Bezirksliga etwas länger gefeiert werden.

Ein halbes Dutzend Matchbälle hätte die Mannschaft bis zum Saisonende, doch auch ihr Trainer hat es ziemlich eilig mit dem Aufstieg. „Wir wollen gleich den ersten verwandeln“, legt sich Johannes Bothen fest. Denn zum einen wird zu Hause gespielt – da müssen die Getränke nicht so weit transportiert werden und können schon schön gekühlt im Clubhaus warten. Zum anderen ist es auch sehr reizvoll, den tollen Erfolg ausgerechnet nach einem Derby zu feiern. Der SSV Lüttingen gibt sich die Ehre und schaut um die Ecke vorbei.

Und mit ihm auch Trainer Stefan Kuban, der vor zwei Jahren selbst noch Coach der Sonsbecker Zweitvertretung war, damals den Aufstieg verpasste, am Sonntag aber erster Gratulant sein könnte. Pflichtgemäß warnt Bothen noch einmal vor dem Gegner aus der Nachbarschaft und berichtet von seiner nicht von der Hand zu weisenden Vermutung, dass der SSV „uns noch einmal kräftig ärgern will“. Nur, ob es dazu langt? Lukas Maas und Christian Quernhorst haben sich rechtzeitig zum Höhepunkt der Spielzeit einsatzbereit zurück gemeldet, so dass Sonsbecks Trainer eher die Qual der Wahl haben dürfte, wen er denn ins Aufstiegsteam berufen soll. Die nächste Party wartet übrigens schon, denn in zwei Wochen, dann daheim gegen den FC Rumeln-Kaldenhausen, könnte auch noch die Meisterschaft perfekt gemacht werden.

Der Tabellenzweite Borussia Veen folgt mit respektvollen elf Zählern Abstand. Und anders als beim Tabellenführer knirscht es momentan im Laufwerk der Mannschaft. Zwar ging noch kein Spiel in diesem Jahr verloren, aber mit drei Unentschieden in den vergangenen vier Begegnungen ist der Motor der Mannschaft um Trainer Christian Hauk doch ins Stocken geraten. Etwas Öl ins rostige Getriebe nachzuschütten käme zur rechten Zeit. Schlusslicht SV Budberg II reist an.

Hört sich leicht an für die Borussia, könnte aber eine durchaus problematische Aufgabe werden. „Deswegen müssen wir uns auch endlich wieder auf das Spiel fokussieren“, hat Hauk seiner Auswahl in dieser Woche mehr als einmal erklärt. Nicht nur beim überaus dürftigen 0:0 in Rumeln-Kaldenhausen war ihm aufgefallen, dass sein Team zu unbeschwert an seine Aufgaben herangeht. „Das fängt schon beim Aufwärmen an“, sagt er, „da wurde mehr herum gealbert als sich auf das Wesentliche konzentriert.“ Für Albernheiten ist also keine Zeit, denn auch der Tabellenletzte reist nicht mit dem Schalk im Nacken an.

Für Budberg II ist es kurz vor Zwölf – die Mannschaft muss in den verbleibenden sechs Begegnungen noch sechs Zähler gut machen, um noch auf den Klassenerhalt hoffen zu dürfen. Und warum nicht ausgerechnet in Veen die ersten „Big points“ holen? Niemand kennt die Stärken und Schwächen der Borussia wohl besser als Ulf Deutz, der vor Hauk vier Jahre lang Coach in Veen war, mit der Borussia durch Dick und Dünn gegangen ist und am Sonntag auf der Gegenseite die Kommandos geben wird.

Veens Verfolger, gleichauf sechs Zähler in der Tabelle zurück, warten auf einen Ausrutscher der Borussia. Für den Rumelner TV steht das Heimspiel gegen den ESV Hohenbudberg an, die SpVgg Rheurdt-Schaephuysen erwartet den Vorletzten SV Büderich, in dessen Reihen Kapitän Jan Satzinger weiterhin gesperrt fehlt.

Wenn der SV Orsoy und der SV Millingen aufeinandertreffen, dürfen die Zuschauer mit einigen Toren rechnen. Immerhin stellen sich die beiden schlechtesten Abwehrreihen der Kreisliga A vor. Der SVO, werden ihm die Punkte aus dem abgebrochenen Spiel gegen Büderich zugesprochen knapp über dem Relegationsplatz, hat bei 93 Gegentoren die hunderter Marke dirch vor Augen. Beim SVM hat es schon 86mal geklingelt, aber immerhin hat sich das Team damit auch 30 Punkte erkämpft und auf den zwölften Rang vorgespielt.

Sechs Tore gab‘s schon im Hinspiel, als Orsoy zwar führte, dann aber noch 1:5 unterging. Noch mitten im Abstiegskampf steckt der FC Rumeln-Kaldenhausen, der aber seit vier Spielen unbezwungen ist. Viktoria Alpen eröffnet am Freitag um 19.30 Uhr den Spieltag mit dem Heimspiel gegen den gleichermaßen unbequemen wie motivierten Kontrahenten aus dem Süden des Kreises.

Zwei Spiele, die Mittelfeldgeplänkel befürchten lassen, die aber dennoch ihre eigenen Geschichten schreiben können: Der VfL Rheinhausen und der TV Asberg messen sich in Bergheim, geizen nicht mit Toren und haben mit Danny Schumann (VfL) und Kai Möller (TVA) auch zwei der besten Torjäger der Liga in ihren Reihen. Und vor dem morgigen Duell von Concordia Ossenberg beim SV Scherpenberg II (18) hat Gästetrainer Björn Quint klar umrissen, was er vom Saisonfinale erwartet: „Es sind noch sechs Spiele, und die wollen wir alle gewinnen.“

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