SV Büderich will eine gute Saison 2018/19 hinlegen

Fussball : Ein Team ohne „Söldner und Stinkstiefel“

Fußball-Kreisliga A: Der SV Büderich feiert 2019 sein 100-jähriges Vereinsbestehen. Mit Blick auf dieses freudige Ereignis will auch die erste Mannschaft kein Spaßverderber sein. Trainer Stefan Tebbe möchte Neues ausprobieren.

Der Sommer des kommenden Jahres ist im Kalender des SV Büderich schon einmal ganz dick unterstrichen. Dann wird ordentlich gefeiert, denn der Club aus dem Weseler Westen begeht 2019 seinen 100. Geburtstag. Klar, dass die erste Mannschaft des Vereins in zwölf Monaten nicht als „Stimmungskiller“ auftreten möchte. So richtig gut käme es jedenfalls nicht, wenn der Tabellenneunte der abgelaufenen Spielzeit in der Kreisklasse A mit einem schlechten Saisonergebnis zur Sommerparty erscheinen würde.

„Den einstelligen Platz wollen wir zumindest halten“, richtet der Trainer sein sportliches Ziel folglich an dem feierlichen Anlass aus. Stefan Tebbe, der Coach des letztjährigen Aufsteigers, will dafür in den Wochen vor dem ersten Meisterschaftsspiel am 12. August bereits die Weichen stellen. Seine erste Beobachtung nach der Sommerpause: „Die Mannschaft zieht wieder gut mit.“ Für die nächste Erkenntnis sind die Kiebitze rund um das Rheinstadion verantwortlich. Die haben längst bemerkt, dass Tebbe mit seinen Spielern während der Trainigsstunden nicht nur an der Kondition arbeitet. „Wir werden in der neuen Saison einiges anders machen“, verrät der Trainer – und schweigt erst einmal geheimnisvoll. „Wir müssen ja nicht alles verraten“, sagt er, um dann wenigstens die Überschriften seiner Vorbereitung zu nennen. Die lauten „kontrollierter Spielaufbau“ und „Feinjustierung bei den gegnerischen Standards“. „Wir haben aus den Erfahrungen der vergangenen Spielzeit gelernt und wissen, in welchen Situationen wir Punkte unnötig verloren haben“, nennt er die Schwachstellen des letzten Jahres. Und versichert: „Wir arbeiten daran.“

Zur „Arbeit“ sind auch drei neue Akteure eingeladen. Wobei das mit dem „neu“ noch einmal relativiert werden muss, denn das Trio weiß ganz genau, wo in Büderich der Wind weht. Tim Nieswand zum Beispiel wechselte bereits vor zwölf Monaten vom PSV Wesel über den Rhein, absolvierte seine Spiele in der Zweitvertretung des SVB, ehe es ihn böse erwischte. Inzwischen sind Zehenbruch und Bänderriss abgeheilt; den 25-Jährigen kitzelt es wieder im gegnerischen Strafraum. „Mit ihm ist unsere Offensive jetzt gut besetzt“, freut sich Tebbe über eine weitere Alternative in der Angriffsspitze.

Michael Pielniok wäre ein Kandidat, der das gegnerische Aufbauspiel unterbinden könnte. „Er sorgt für Konkurrenz im Mittelfeld, kann aber auch in der Abwehr spielen“, sagt Tebbe, der zudem über die Anatomie des 21-Jährigen staunt. „Ich glaube, er hat gar keine Kreuzbänder mehr.“ Na ja, da muss Pielniok aber einiges klarstellen. „Die sind schon vier Mal gerissen“, erklärt er, warum es seit seinem Sprung aus der Büdericher Jugend lediglich zu zwei Einsätzen bei den Senioren gelangt hat. „Aber ich habe keine Probleme und fühle mich wieder fit“, versichert er.

Nach drei Jahren kehrt Fabian Kirsch ins Büdericher Rheinstadion zurück, wo er vor seinem dreijährigen Abstecher zum SV Menzelen schon einmal zu Hause war. Tebbe schätzt seine Erfahrung und Abgeklärtheit in der Defensive, seine Mitspieler die klaren Kommandos und Anweisungen, mit denen der 27-Jährige in den bisherigen Testspielen die Abwehr stabilisierte. Das hört sich nach einem Stammplatz an, zumal aus beruflichen Gründen der vor der letzten Spielzeit ins Team gekommene Felipe Moroder-Bendyk vermutlich nicht mehr lange und Mannschaftskapitän Benedikt Friedhoff erst wieder im November mitwirken können.

In der Hinterhand hält Tebbe zudem immer noch einen Trumpf bereit. Steffen Angenendt arbeitet nach langwieriger Verletzung weiterhin an seinem Comeback. Der Stürmer ist in der Saisonvorbereitung dabei und wird, so sein Trainer, „seine Einsätze bekommen“.

„Es macht einfach riesigen Spaß, diese Mannschaft zu trainieren“, lobt Tebbe die Büdericher Auswahl im Jahr vor dem Jubiläum. Er hat nachgerechnet: „17 Spieler kommen aus Büderich, es gibt keine Söldner und erst recht keine ,Stinkstiefel‘ in der Mannschaft.“ Wenn es jetzt auch noch mit den Ergebnissen klappt, dann kann die große Fete zum 100. Geburtstag ja kommen.

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