Interview mit Tim Wilke : „Ich habe mich schon selbst hinterfragt“

Die Bilanz des Trainers der Budberger Bezirksliga-Elf ist miserabel. Im Kreispokal geht’s am Samstag zum B-Ligisten Rot-Weiß Moers.

Er hat sich die Bilanz seiner ersten Wochen als Trainer der Bezirksliga-Mannschaft des SV Budberg ganz anders vorgestellt. Der 44-Jährige hat sich natürlich intensiv Gedanken gemacht, warum’s nicht läuft. Und er hat auch schon sein Tun hinterfragt. In der Meisterschaft hagelte es für Coach Tim Wilke mit dem SVB bislang nur Niederlagen. Am Samstag im Kreispokal-Viertelfinale bei RW Moers (Anstoß 16 Uhr) soll der Bock umgestoßen werden.

Herr Wilke, haben Sie ihren Vorgänger und Kumpel Patty Jetten schon um Rat gefragt?

Tim Wilke Grundsätzlich stehen wir seit zwei Jahren im engen Austausch. Wir sind befreundet und haben erst am Mittwochabend länger miteinander telefoniert. Ich habe ihn schon öfter um Rat gefragt. Da ging’s aber nicht um die rein sportlichen Dinge wie die aktuelle Aufstellung oder dergleichen, sondern um Strukturelles, Allgemeines oder Abläufe im Verein. Ich möchte da eher von informellen Gesprächen mit Patty reden.

Woran machen Sie denn die Misere fest?

Wilke Die Gründe sind vielschichtig. Ich war nie ein Freund davon, die Spieler zu nennen, die ausfallen. Aber in Budberg ist es so, dass schon seit längerem eine wichtige Achse fehlt. Tim Beerenberg, Norman Kienapfel und Simon Temath sind nicht adäquat zu ersetzen. Gerade Tim und Simon sind Gold wert in der jungen Budberger Mannschaft mit einem Durchschnittsalter von etwas über 21 Jahren. Die Verunsicherung wird mit jeder weiteren Niederlage größer. Jede kleine Windböe bringt uns aus dem Tritt. Das war gegen Goch, Aldekerk und Weeze so. Gegen Sonsbeck II und Walbeck war es schon grob fahrlässig, wie wir mit den Torchancen umgegangen sind. Es fehlt zudem bislang das Spielglück. Aber auch ich habe mich schon selbst hinterfragt.

Und, was kam dabei heraus?

Wilke Bin ich der richtige Trainer, passt das überhaupt? Diese Fragen habe ich mir gestellt. Das bin ich der Mannschaft und dem Verein schuldig. Aber von allen Seiten bekomme ich Unterstützung. Die Jungs gehören da unten nicht hin. Die Mannschaft will sich weiter entwickeln und neue Impulse bekommen. Das ist die Botschaft, die ich schon vor meinem Amtsantritt erhalten habe.

Also ist die Stimmung auf der Budberger Anlage gar nicht so übel wie es der Tabellenplatz vermuten lassen könnte?

Wilke Man mag es kaum glauben: Aber wird sind happy miteinander. Das drückt auch die Trainingsbeteiligung aus. In der Regel sind 15 bis 18 Spieler da. Das Training ist gut, ich spüre eine große Willensbereitschaft. Nur muss jetzt schnell mal ein Erfolgserlebnis her.

Am Samstag geht’s im Kreispokal-Viertelfinale zu einem B-Ligisten. Da ist der SV Budberg doch Favorit – oder?

Wilke Vorsicht. Wir fahren da nicht mit der Karnevalsmütze hin und gewinnen auf Asche mal so eben im Vorbeigehen. In der Position sind wir nicht. Es ist höchste Konzentration erforderlich, um das Halbfinale zu erreichen. Zudem gibt’s weitere Ausfälle.

Welche Spieler müssen Sie noch ersetzen?

Wilke Lukas Mölders hat sich mit einer Grippe abgemeldet, Benne Franke ist gesperrt. Bei Jannes Vesper wurde ein Meniskusschaden festgestellt. Er muss operiert werden. Ich werde vier, fünf Leute aus der zweiten Mannschaft mitnehmen.

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