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SSV Rheinberg kehrt nach Streit zur Sachlichkeit zurück

Streit um Sportstätten in Rheinberg : SSV kehrt zur Sachlichkeit zurück

Nach wochenlangen Diskussionen und offenen Differenzen wurde in der Vorstandssitzung des Stadtsportverbands Rheinberg am Montag wieder ergebnisorientiert gehandelt. Am kommenden Dienstag folgt ein Runder Tisch bei Bürgermeister Tatzel.

Noch sind die Streitigkeiten nicht beigelegt, aber es wurden erste Schritte der Annäherung gemacht. So lässt sich die jüngste Vorstandssitzung des Rheinberger Stadtsportverbands (SSV) zusammenfassen, die am Montagabend stattgefunden hat. Und im Nachhinein äußerten sich zwei Vorstandsmitglieder immerhin einmütig. Es habe eine sehr konstruktive Atmosphäre ohne weitere Überwerfungen geherrscht, bestätigten sowohl Clemens Brune als auch SSV-Vorsitzender Ulrich Hecker im Gespräch mit unserer Redaktion.

Die teils offen ausgetragenen Differenzen zwischen einigen Vorstandsmitgliedern und der SSV-Spitze, die sich an einem angedachten Konzept zur Modernisierung der Rheinberger Sportstätten entzündet hatten (wir berichteten), scheinen vorerst hintenan zu stehen. Damals hatten Rolf Rothgang (SV Orsoy), Clemens Brune (SV Millingen) sowie Matthias Schmitz (TuS Borth) sich öffentlich von dem Entwurf distanziert. „Ein Konzept, das wir ablehnen“, so Rothgang im Vorfeld einer Fußball-Konferenz, auf der die Pläne erläutert werden sollten – die aber von den drei Vereinen boykottiert wurde.

Und nun? „Alles im grünen Bereich. Es war eine durchaus sachliche Sitzung, in der zunächst einmal Fakten im Vordergrund standen“, berichtet Clemens Brune, im SSV-Vorstand für die Finanzen zuständig. Zum selben Urteil kommt der SSV-Vorsitzende Ulrich Hecker. „Es war eine sehr gute Sitzung. Es hat sich gezeigt, dass einige Aussagen der vergangenen Monate offenbar falsch interpretiert wurden.“

Clemens Brune freute sich über die sachliche Atmosphäre. Foto: René Putjus

So betont Hecker, dass in den Plänen des SSV niemals davon die Rede gewesen sei, Sportanlagen in Rheinberg aufzugeben. „Es geht nur darum, die große Anlage an der Xantener Straße so auf den neuesten Stand zu bringen, dass sie im Winter als Ausweichmöglichkeit für die Vereine dienen kann, deren Felder unbespielbar sind.“ Zusätzlich solle ein weiteres Kleinspielfeld geschaffen werden, um den Jugendspielbetrieb gewährleisten zu können. „Das sollte aber eigentlich auch schon vor der Sportausschuss-Sitzung vor wenigen Wochen klar gewesen sein.“

Denn nicht nur in diesem waren die SSV-Streitigkeiten Thema, zuvor hatte auch Bürgermeister Tatzel den Stadtsportverband gerügt und öffentlich zur Einigkeit aufgerufen. Letztlich erteilte der Sportausschuss dem Verwaltungschef den Auftrag, alle Parteien noch einmal an einen Tisch zu holen, um die Unstimmigkeiten möglichst zügig aus der Welt zu schaffen. Dieses Gespräch wird laut Clemens Brune und Ulrich Hecker nun am kommenden Dienstag, 10. Dezember, stattfinden. „Dort soll dann eine gemeinsame Basis gefunden werden“, sagt Brune.

SSV-Vorsitzender Ulrich Hecker spricht von Fehlinterpretationen. Foto: Fischer, Armin (arfi)

Dann werden auch Vertreter der Fußball-Abteilungen der sechs großen Vereine dabei sein und gemeinsam ihr eigenes Sportstättenkonzept, das sie in den vergangenen Wochen erarbeitet haben, vorstellen. Erste Einblicke gab es am Montagabend bereits für den Vorstand des Stadtsportverbands, denn Thomas Paul vom SV Budberg sowie Frank Baumbach von SV Concordia Ossenberg präsentierten die Überlegungen der Fußball-Vereine. „Die Vorstellungen der Vereine decken sich in großen Teilen eigentlich mit unseren. Das war hochinteressant“, berichtet Hecker im Gespräch mit unserer Redaktion.