Aus den Vereinen : Sportabzeichen-Rekord in Veen

Bei der Borussia wird intensiv für den Fitnessorden geworben. Es gibt sogar eine eigene Prüfung für die Kleinsten.

Sabine Pabel und Siggi Hülsberg sowie ihre vier Kinder haben für einen neuen Rekord bei Borussia Veen gesorgt. Es ist ein Familien-Rekord. Bei den „Krähen“ wurden wieder in einer kleinen Feierstunde im Vereinsheim die Deutschen Sportabzeichen verliehen. Und das Ehepaar Pabel/Hülsberg mit den zwei Söhnen und zwei Töchtern sorgte in diesem Jahr für eine Premiere. Alle sechs bestanden die Prüfung und bekamen den Familien-Fitnessorden. „Das gab’s bei uns noch nicht. Sechs Familien-Mitglieder sind eine neue Bestmarke“, weiß Hannes Gietmann. Er ist einer der Prüfer, die in den zurückliegenden Monaten immer montags die Leistungen in die Listen eintrugen.

Das Deutsche Sportabzeichen genießt bei der Borussia seit langem ein hohes Ansehen. Seit über 40 Jahren wirbt Inge Spettmann für diese Auszeichnung. Ihr Ehemann Willi, Ehrenvorsitzender des Clubs, spricht gerne vom „Gesundheitspass der Deutschen“. Und so nahm Inge Spettmann trotz ihrer 84 Jahre 2019 erneut den Anlauf, die Anforderungen zu erfüllen.

Siggi Hülsberg (vorne 3.v.l.) und seine Frau Sabine Pabel (rechts daneben) sorgten mit ihren Kindern in Veen für einen Sportabzeichen-Rekord. Foto: Fischer, Armin (arfi)

Über 150 Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben es diesmal bei der Borussia geschafft. Hinzu kommen 45 Mädchen und Jungen bis sieben Jahren, die das vereinseigene Mini-Sportabzeichen ablegten. „Wir haben es extra für die Kleinsten eingeführt, die noch nicht Schwimmen können“, erläutert Gietmann, der in Veen mit Ruth Willemsen auch für die Erfassung der Daten zuständig ist. Das Leistungsabzeichen „für überdurchschnittliche und vielseitige körperliche Leistungsfähigkeit“, so wie es der Deutsche Olympische Sportbund bewirbt, ist also weiter in bei der Borussia.

Der Kreissportbund (KSB) Wesel honorierte den Ehrgeiz der Mitglieder über viele Jahre mit einem Wanderpokal. Die Trophäe ging an den Club, der im prozentualen Vergleich zu den Mitgliederzahlen die meisten Fitnessorden meldete. Auch die Veener haben den Pokal schon bekommen. Doch der KSB-Wettbewerb wurde zu diesem Jahr zum Leidwesen von Gietmann eingestellt.

Vereine, gerade auf der rechtsrheinischen Seite, hätten sich immer wieder beschwert, weil sie nie richtig über die Modalitäten informiert worden waren, sagt der KSB-Vorsitzende Gustav Hensel. Den Sportabzeichen-Wettbewerb soll’s aber bald wieder an anderer Form samt Geldpreisen geben.

Ein Treffen mit Vertretern aus Stadt- und Gemeindesportverbänden habe allerdings mangels Interesse nicht stattgefunden, weiß Hensel. Rund 7000 Menschen aus dem Gebiet des KSB Wesel erhalten jährlich das Abzeichen in den Leistungsstufen Bronze, Silber oder Gold.

Siggi Hülsberg wird auch 2020 wieder versuchen, die höchste Auszeichnung außerhalb des deutschen Wettkampfsports zu erreichen. „Ich bin erst mit 50 dazugekommen. Das Laufen fällt mir schwer. Für mich ist das Sportabzeichen auch eine Bestätigung dafür, dass es noch geht. Inge Spettmann ist auf jeden Fall ein Vorbild für mich“, sagt der 69-Jährige, der sich in Veen auch als Prüfer engagiert.

Hülsberg hat als Mitglied der Radsportgruppe (RSG) der Borussia großen Anteil daran, dass etliche Veener Radsportler in diesem Jahr mitgemacht haben. So wird das Prüfer-Team in den wärmeren Monaten auch im Jahr des 100. Vereinsgeburtstags immer montags ab 18 Uhr auf der Anlage am Halfmannsweg anzutreffen sein.

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