1. NRW
  2. Städte
  3. Xanten
  4. Sport Xanten und Rheinberg

Sonsbeck: Profi-Jockey Fabian Xaver Weißmeier trotzt Corona-Krise

Reiten : Fabian Xaver Weißmeier trotzt der Corona-Krise

Der Sonsbecker Profi-Jockey feiert wegen der Pandemie zwar weniger Siege als in den Jahren zuvor. Aber mit der erneuten Teilnahme am Deutschen Derby sowie weiteren Erfolgen im In- und Ausland zieht er dennoch ein positives Fazit.

Sieben gewonnene Galopprennen in einem Jahr – das hört sich zunächst einmal recht ordentlich an. Für Fabian Xaver Weißmeier, Profi-Jockey aus Sonsbeck, ist das allerdings eine eher magere Ausbeute angesichts von 25 Siegen, die er ansonsten im selben Zeitraum vorzuweisen hat.

Natürlich hat dieses Zwischenresultat der langsam zu Ende gehenden Saison einen Grund. Und der ist natürlich, so wie vieles in diesen Tagen, in der Corona-Pandemie zu suchen. Denn dadurch fanden in diesem Jahr deutlich weniger Rennen statt als dies üblicherweise der Fall ist.

Warum es so schwierig war, überhaupt bei Veranstaltungen mit von der Partie zu sein, erklärt Weißmeier so: „Es gibt in Deutschland etwa 150 Jockeys, die an den Wochenenden normalerweise aus drei Veranstaltungen auswählen können. In den vergangenen Monaten gab es aber häufig nur eine Veranstaltung pro Wochenende. Und da war es logischerweise deutlich schwieriger, ein Engagement zu bekommen.“

Fabian Xaver Weißmeier – hier mit kickandwin und Ehefrau Nadine – ist sportlich bislang ganz gut durch die Corona-Krise gekommen. Foto: Weißmeier

Trotzdem ist der 30-Jährige mit dem Verlauf der Saison zufrieden. Allein die abermalige Teilnahme am Deutschen Derby in Hamburg war schon ein großer Erfolg. Das höchstdotierte Galopprennen in Deutschland ist immer noch der Ritterschlag für jeden Jockey, auch wenn es, wie bei allen übrigen Rennen ebenso, diesmal ohne Zuschauer über die Bühne ging.

Die gab es dagegen beim Polnischen Derby in Warschau, für das der Sonsbecker eine Einladung bekommen hatte. 20.000 Besucher sorgten für eine ungewohnte Atmosphäre in diesem, von Corona so sehr beherrschten Jahr. Auch in Belgien, genauer gesagt in Mons-Ghlin, war Weißmeier einige Male am Start. Stolz ist er zudem darauf, dass er in Mannheim für den renommierten Trainer Markus Klug vom Gestüt Röttgen ein Rennen gewinnen konnte. „Trotz Corona bin ich noch relativ häufig im Einsatz gewesen. Ich hoffe, dass bis zum Jahresende noch einige Starts hinzukommen werden“, sagt Weißmeier.

An den strengen Auflagen, die auch im Galopprennsport zu erfüllen sind, wird sich dabei selbstverständlich erst einmal nichts ändern. Es sind weiterhin keine Zuschauer zugelassen, es besteht eine Registrierungspflicht für alle Teilnehmer und Betreuer. Auf dem gesamten Areal der Galopprennbahnen muss ein Mund- und Nasenschutz getragen werden.

Fabian Xaver Weißmeier war in diesem Jahr auch beim Hamburger Derby dabei. Foto: Weißmeier

Für die Jockeys gilt letzteres übrigens auch während des Rennens. „Das ist schon eine Doppelbelastung, auch wenn uns Masken mit besonderen Atmungsfunktionen zur Verfügung standen“, sagt Weißmeier. Die körperliche Nähe der Teilnehmer in den Startboxen ist der Grund für diese Maßnahme. Nicht nur für Weißmeier eine zumindest diskussionswürdige Vorgabe, wenn man auf Kontakt-Sportarten wie Fußball, Handball oder Basketball blickt, bei denen die Akteure während der Spiele keine Maske tragen müssen. Den Geisterrennen konnte Fabian Xaver Weißmeier, dessen 23-jährige Schwester Ester-Ruth ebenfalls als Profi-Jockey aktiv ist, aber durchaus etwas Positives abgewinnen. „Es ging ruhiger und deutlich entspannter zu. Aber grundsätzlich ist es mit Zuschauern natürlich schöner.“

Für das kommende Jahr wünscht sich Weißmeier neben Gesundheit, dass „ich so viele Rennen wie möglich gewinne“. Und er fügt noch hinzu: „Vielleicht klappt es ja mit einer erneuten Teilnahme am Deutschen Derby.“