Selbstbewusst in erster Reihe

Der Olympische Sportbund will mehr Mädchen und Frauen in die Vereine holen. 2009 ist mit dem thematischen Schwerpunkt "Frauen gewinnen!" überschrieben. In der RP erzählen drei engagierte Frauen aus ihrem Sportalltag.

Renate Lunkeit macht einen ausgelassenen Eindruck. Fröhlich, zufrieden und voller Tatendrang. Die 58 Lebensjahre sind der zweifachen Mutter nicht anzusehen. Hauptgrund: regelmäßige Bewegung. Der Sport nimmt im Alltag der Budbergerin einen wichtigen Teil ein. Seit 1978 ist sie auch auf der anderen Seite tätig – als Übungsleiterin. Zunächst bei der VHS, seit Mitte der 80er-Jahre beim SV Budberg. Eine Aufgabe, die ihr viel gibt. Lunkeit kann motivieren, andere mitreißen. Durch die Tätigkeit hat sie neue Freunde gewonnen, und sie habe viele wichtige Eindrücke gesammelt. "Es macht immer noch großen Spaß. Es gibt nicht's schöneres, als die strahlenden Gesichter vor mir zu sehen", sagt Lunkeit, die sich auch im Vorstand der Turn-Abteilung des SVB engagiert. Mit ihr sind's acht Turn-Übungsleiterinnen, Lunkeit ist die dienstälteste. Sie kümmert sich auch um die Ausbildung der jungen Trainerinnen. "Ich muss das Funkeln in den Augen sehen. Dann weiß ich, dass die Mitglieder in guten Händen sind."

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Regelmäßig weiterbilden

"Fit ab 50" nennt sich das Angebot, dem Lunkeit vorsteht. Zwischen 25 und 30 Frauen schauen regelmäßig beim Kurs vorbei. Für neue Anregungen ist sie immer offen. So wie in der 80er-Jahren, als die Fitness-Welle aus den USA hinüber schwappte. Lunkeit informierte sich, bildete sich fort und machten "ihre Frauen" mit Aerobic bekannt. Überhaupt wirbt sie für eine regelmäßige Weiterbildung. "Man muss am Ball bleiben. Der Sport verändert sich stetig." Sicherlich, so pflichtet sie bei, müsse eine Übungsleiterin auch einige Voraussetzungen mitbringen, um von der Gruppe akzeptiert zu werden. So müsse man sich im Klaren sein, regelmäßig "in gewisser Weise" in die Rolle des Alleinunterhalters zu schlüpfen. Gute Laune ist ein Muss.

Zum Deutschen Turnfest

Die Vorteile des Übungsleiter-Jobs lägen auf der Hand: Neben regelmäßiger Bewegung, für und mit Gleichgesinnten, der gesellschaftliche Aspekt. Auftritte bei Feierlichkeiten schweißen zusammen. Ausflüge ebenso. So zieht's zehn Frauen und fünf Männer aus der Abteilung des SVB über Pfingsten zum Deutschen Turnfest nach Frankfurt am Main. Renate Lunkeit verkörpert den Prototypen einer engagierten Übungsleiterin. In etwa zwei Jahren will sie kürzer treten, Platz machen für die junge Generation. Schweren Herzens, wie sie sagt. Denn der Sport hat ihr viel gegeben.

(RP)