Fußball : Sehnsucht nach dem Erfolgserlebnis

Landesliga-Fußball: Beim Schlusslicht aus Budberg ist die Stimmung nach dem 1:5 beim Tabellenvorletzten auf dem Tiefpunkt angelangt. Die Rufe nach Verstärkungen werden lauter. Der Trainer vermisst einen Leitwolf.

Der neuerliche Nackenschlag hat den Landesliga-Fußballern des SV Budberg nicht nur sehr weh getan, sondern sicherlich auch Spuren hinterlassen. Das Spiel vorgestern beim Tabellenvorletzten Borussia Bocholt sollte der Aufbruch in eine bessere sportliche Zeit sein. Daraus wurde nichts. Stattdessen gab's die nächste hohe Niederlage. Nüchtern betrachtet kommt das Ergebnis (1:5) einem Offenbarungseid gleich. Und es bringt die Erkenntnis mit, dass das Schlusslicht nichts in dieser Spielklasse zu suchen hat. Doch Obmann Michael Nagels schaut genauer hin und analysiert haarklein. Es scheint ein aussichtsloses Unterfangen zu sein mit nur einem Punkt aus zwölf Partien. Vom bereits feststehenden Abstieg will Nagels nicht sprechen. Er sieht durchaus Licht am Ende des Tunnels.

Zum einen verweist der Obmann auf die personelle Situation. "Wir konnten bisher keinmal mit der besten Mannschaft auflaufen." Zum anderen hat er positive Veränderungen seit dem Trainerwechsel wahrgenommen. Nur sind eben die positiven Ergebnisse ausgeblieben. "Gegen den FSV Duisburg hat die Mannschaft sehr unglücklich verloren, in Bocholt war sie eine Halbzeit klar besser. Darauf müssen wir aufbauen", sagt Nagels, wohl wissend, dass sich seine Sätze nach Durchhalteparolen anhören. "Unsere derzeitige Situation ist nicht einfach. Aber wir stellen jetzt bestimmt nicht den Spielbetrieb ein."

In der Trainingsarbeit hat sich einiges getan. Peter Scheuren, der neue Chefcoach, wird von ehemaligen Budberger Spielern unterstützt. "Patty" Jetten hat den Co-Trainer-Posten übernommen. Sebastian Iwe und Dennis Schmitz, die bis zum Sommer das SVB-Trikot getragen haben, schauen regelmäßig vorbei. Christian Giersch, der zuletzt für den 1. FC Kleve auflief, will ebenfalls mit seiner Erfahrung der jungen Mannschaft auf die Sprünge helfen. Ob die alten Recken demnächst auch sonntags für die Meisterschaftsspiele zur Verfügung stehen, wollte oder konnte Nagels nicht sagen: "Es werden im Moment viele Gespräche geführt."

Fakt ist, dass es dem Team an Erfahrung und Routine fehlt. Nach der Klatsche ist Bocholt beklagte Scheuren in dieser Zeitung, dass ihm ein Leader fehle. Eine Aussage, die als Hilferuf zu verstehen ist. Der Vorstand bemüht sich, den Trainer zu unterstützen. Doch Nagels macht deutlich, dass in der Winterpause mangels finanzieller Möglichkeiten keine personelle Verstärkung von außerhalb zu erwarten ist. "Wir werden unseren Weg nicht verlassen und ihn mit eigenen Nachwuchsspielern weitergehen." So kann es nur interne Lösungen geben. Der SVB sehnt die Winterpause herbei. Bis dahin soll die völlig verunsicherte Mannschaft "die Ärmel hochkrempeln" und "beißen". In den noch ausstehenden Partien gegen den Tabellendrittletzten SV Straelen II , beim TuB Bocholt (12.) und in Tönisberg (4.) hofft Nagels, dass das Glück zum SV Budberg zurückkehrt.

(RP/rl)
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