Fußball-Kreisliga A : Janik Schweers – die Lüttinger Tormaschine

Der 21-Jährige ist der erfolgreichste Stürmer der Fußball-Kreisliga A – sein Vorbild Bayern-Star Robert Lewandowski.

Er trifft, trifft und trifft in dieser Saison. Seine Vollstrecker-Qualitäten trugen maßgeblich dazu bei, dass der SSV Lüttingen kräftig im Aufstiegsrennen mitmischt. Janik Schweers liegt mit den Fischerdörflern auf Tabellenrang drei und in der Torjäger-Liste der Kreisliga A mit Abstand auf Platz eins.

In der 1. und 2. Bundesliga wird sie einmal im Jahr vergeben. Seit August versuchen zehntausende Fußballer nach ihr zu greifen – der offiziellen „Kicker“-Torjäger-Kanone. Erstmals werden in dieser Saison auch die treffsichersten Stürmer der untersten deutschen Spielklassen ausgezeichnet. Janik Schweers kennt natürlich die Aktion. Der 21-jährige Angreifer wird im Ranking aller A-Ligen im Bundesgebiet derzeit immerhin auf Rang 40 geführt. Das ist nicht überraschend, erzielte er doch in 13 Einsätzen bereits 25 Treffer. Schweers durfte also fast im Wochentakt jubeln. Da ist es kein Zufall, dass seine Torquote der von Robert Lewandowski ähnelt, von dem sich der Bayern-Fan sehr viel abschaut.

„Er ist als kompletter Stürmer extrem athletisch und eiskalt. Das imponiert mir schon“, sagt der „Knipser“ aus dem Fischerdorf. Wichtiger als das persönliche „Nebenziel“ der ligainternen Torjäger-Kanone ist für Schweers in erster Linie der Erfolg seiner Mannschaft. Nur zwei Punkte trennen die Lüttinger vor dem Jahreswechsel von Tabellenführer TuS Xanten.

Nicht nur der Torriecher des beidfüßigen Angreifers ist ausschlaggebend für den sportlichen Aufschwung. Sein Trainer Stefan Kuban darf sich auch über die positive Einstellung in seinem Team freuen, das sich im Vergleich zum Vorjahr nur wenig verändert hat. „Jeder zieht voll mit. Das Potenzial ist definitiv da, um bis zum Ende oben dranzubleiben“, so Schweers.

Fast hätten die Lüttinger für längere Zeit auf die Dienste ihrer „Lebensversicherung“ verzichten müssen. Doch sein zweimonatiger Ausflug zum Bezirksligisten SV Rindern war schnell vorbei. Schweers‘ Sehnsucht war einfach zu groß. Der Grund für seine prompte Rückkehr zu seinem Heimatverein: „Ich kenne die Jungs teilweise schon seit 15 Jahren. So läuft alles viel lockerer und einfacher.“ Einen Wechsel würde der 21-Jährige zwar niemals ausschließen. Mindestens aber noch in der kommenden Saison will das Eigengewächs für die Lüttinger weiter auf Tore-Jagd gehen. Möglicherweise in der Bezirksliga.

Bis zum Aufstieg ist der Weg noch weit, weiß auch Trainer Stefan Kuban, der vor der Saison unter anderem mehr Konstanz gefordert hatte. Konstant war sein Team bisher alle Male. Auch gegen vermeintliche Mitfavoriten wie Xanten, MSV Moers oder ESV Hohenbudberg punktete der SSV.

„Die internen Vorgaben haben sich bestätigt“, blickt der Coach zurück. Einen Spieler wie Janik Schweers in seinen Reihen zu haben, ist für den 49-Jährigen „goldwert“. Um die erfahrene Achse sei vor allem auch der Entwicklungsfortschritt junger Akteure wie Niels Setzepfandt, Janne Manten oder Julian Rüttermann hervorzuheben. Und wer weiß, vielleicht findet sich Stefan Kuban bald in eine Liga höher an der Seitenlinie wieder. Eine der Grundvoraussetzung dafür: Janik Schweers ist auch im neuen Jahr so treffsicher wie in der ersten Halbserie.

Die letzten zwei Partien verpasste der Stürmer, weil er in der Partie gegen Viktoria Alpen, das eines von zwei Saison-Spielen war, in denen er nicht traf, Rot sah. Mit neun Treffern Vorsprung auf Ossenbergs Silas Baumbach führt der 21-Jährige die Torschützenliste der A-Liga an. Und sollte Schweers die Tormaschine am Laufen halten, könnte er 2020 nicht nur den SSV Lüttingen zum Aufstieg schießen, sondern im Sommer auch zu den besten deutschen A-Liga-Stürmern gehören.