Fußball-Bezirksliga : Schmitz als Sonsbecks Dosenöffner

Die „Zweite“ des SVS schlug Borussia Veen mit 2:0. Die Führung fiel durch einen Strafstoß. Alexander Gellings und Lukas Maas trafen für die Hausherren.

Michel Schmitz‘ Gang zur Spielerbank bescherte dem 21-jährigen Abwehrspieler von Borussia Veen den Weg vorbei an den Fans seines Clubs. Kein leichter Gang, den die neue Regel, dass ein ausgewechselter Spieler auf kürzestem Weg das Spielfeld zu verlassen hat, da von ihm verlangte. Veens Anhänger aber zeigten Gespür für die Nöte des jungen Mannes, dessen Schulterzucken gepaart mit einem gequältem Lächeln wie eine Entschuldigung daher kam. Fast eine Stunde lang hatte Schmitz in der Defensive der Borussia nichts anbrennen lassen. Aber ein Fehler, ein „dicker Bock“, genügte eben, und dann war der 2:0 (0:0)-Erfolg des SV Sonsbeck II gegen die Veener Gäste auch schon vorbereitet.

Das war der „Dosenöffner, den wir wohl gebraucht haben“, beschrieb Johannes Bothen, der Trainer der Gastgeber, die Situation, die zum Sonsbecker Führungstreffer führen sollte. Schmitz‘ zu ungestümes Einsteigen gegen SVS-Stürmer Klaus Keisers, weit ab von jeglicher Bedrohung an der Veener Grundlinie, ließ nichts anderes als einen Strafstoß zu, den Alexander Gellings nach 58 Minuten sicher zum 1:0 verwandelte. Sein Trainerkollege mochte ihm da nicht widersprechen. Aber Christian Hauk lud die gesamte Schuld am verlorenen Derby natürlich nicht auf Schmitz‘ Schultern ab. „Wir hatten ja unsere Chancen, in Führung zu gehen“, sprach er seine Angriffsreihe an.

Bothen erinnerte im Rückblick an eine „gute erste Halbzeit, in der wir schon hätten vorlegen können“. Na ja, da war natürlich mehr Ballbesitz für die Sonsbecker, die in ihren Aktionen aber keineswegs überraschend, sondern eher verhalten wirkten und oft genug zweiter Sieger blieben. Die Möglichkeiten, die Veens Torhüter Marcel Grewe in Schwierigkeiten brachten, beschränkten sich auf einen Keisers-Kopfball und einen Schuss Florian Terlindens, den die Zuschauer als missratene Flanke von der Außenlinie ausmachten. Grewe lenkte den Ball über die Latte. Mehr Probleme hatte Veens Schlussmann offenbar mit seinen offenen Schnürsenkeln, die ihm ein Betreuer wieder zuknüpfen musste.

Seine Arbeitskollegen standen derweil sicher, weil sie die Zeit fanden, sich auf die Sonsbecker Angriffe einzustellen. Die Konterversuche, die die Borussia in dieser Saison so stark gemacht hatten, waren aber auch an einer Hand abzuzählen. Als Mannschaftskapitän Dennis Tegeler durch den Strafraum der Gastgeber tänzeln durfte, drosch Jan Büren den zurückgelegten Ball aus sieben Metern über das Tor. Das war nach sechs Minuten; Chance Nummer zwei sollte sich erst eine Halbzeit später ergeben, als ein „verhungender“ Freistoß von Tegeler von einem Sonsbecker Bein zum Mutterseelen allein stehenden Patrick Bertsch gelangte, der das Geschenk aber nicht annahm.

Nach dem Elfmetertreffer drängten die Gastgeber auf die Entscheidung. Zwei Keisers-Kopfbälle strichen über die Latte; Grewe wäre da machtlos gewesen, nachdem er zuvor schon gegen den allein auf ihn zulaufenden Lukas Maas gerettet hatte. Als die Borussia im Schlussspurt mit einem Tegeler-Freistoß und einem Kopfball von Bertsch gescheitert war, kürte Lukas Maas einen Konter nach Hereingabe von Timo Evertz in der 90. Minute mit dem 2:0. „Eine unnötige Niederlage“, lautete Hauks Kommentar. Die Kritik betraf alle im gelben Dress – für Michel Schmitz war‘s dennoch kein rechter Trost.

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